
Nach Tagen der Unsicherheit gibt es Entwarnung: Das Trinkwasser in Möglingen ist wieder uneingeschränkt nutzbar. Die gemessenen Stoffe lagen deutlich unter kritischen Werten.
Von Ayhan Güneş – 21.18 Uhr
Nach der Verunreinigung des Trinkwassers in Teilen von Möglingen ist die Krise beendet. Das Leitungswasser kann ab sofort wieder uneingeschränkt genutzt werden – auch zum Trinken und Kochen. Das teilte das Landratsamt Ludwigsburg am Samstagabend (04.04.) mit.
Das Gesundheitsamt hat die Freigabe nach Auswertung erster Laborergebnisse erteilt. Nach Angaben der Behörden liegt keine gesundheitliche Gefährdung mehr vor.
Was im Wasser gefunden wurde
Bei den Untersuchungen wurden geringe Mengen der Stoffe Toluol und Xylol festgestellt. Die gemessenen Konzentrationen lagen unter 1 Mikrogramm pro Liter – und damit deutlich unter vergleichbaren Grenzwerten.
Zum Vergleich: Für den verwandten Stoff Benzol gilt in der Trinkwasserverordnung ein Grenzwert von 1 Mikrogramm pro Liter. Die nun gemessenen Werte lagen darunter. Für Toluol und Xylol selbst existieren keine eigenen Grenzwerte, nach fachlicher Einschätzung wären jedoch deutlich höhere Konzentrationen notwendig, um gesundheitliche Auswirkungen zu erwarten.
Zusätzlich wurden leicht erhöhte Werte sogenannter Trihalogenmethane festgestellt. Diese Stoffe können auch bei der regulären Trinkwasseraufbereitung entstehen. Nach Einschätzung der Behörden besteht auch hier kein Risiko für die Gesundheit.
Einschränkungen aufgehoben – Alltag kehrt zurück
Alle bisherigen Nutzungseinschränkungen sind damit aufgehoben. Das Wasser kann wieder wie gewohnt verwendet werden.
Trotz der Entwarnung empfehlen die Behörden weiterhin, Leitungen vorsorglich mindestens zehn Minuten durchzuspülen. Das gilt insbesondere für Haushalte, die längere Zeit nicht vor Ort waren.
Dank an Bevölkerung und Einsatzkräfte
Landrat Dietmar Allgaier und Möglingens stellvertretender Bürgermeister Werner Brosi dankten der Bevölkerung für Geduld und Verständnis. „Ein besonderer Dank gilt zudem den Einsatzkräften, dem Bauhof, den beteiligten Fachbehörden sowie allen Helferinnen und Helfern, die zur Bewältigung der Lage beigetragen haben“, sagte Allgaier.
Ein ausführlicher Abschlussbericht der Untersuchungen wird noch erwartet.

