
Trotz des Lehrkräftemangels wechselten allein im August 3.772 Lehrkräfte aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in die Arbeitslosigkeit. Von Januar bis August wurden mehr als 9.200 solcher Zugänge registriert. Die Linken-Abgeordnete Nicole Gohlke spricht von einer „unwürdigen Praxis der Sommerarbeitslosigkeit“.
Von der Redaktion (hp/dts) – 07.13 Uhr
Berlin. Während Schulen vielerorts nach Personal suchen, wechselten im August bundesweit 3.772 Lehrkräfte aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in die Arbeitslosigkeit. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine schriftliche Frage der Linksfraktion hervor, über die die „Rheinische Post“ berichtet. Das Ministerium beruft sich auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.
Bereits im Juli wechselten 1.771 Lehrkräfte aus einer Beschäftigung in die Arbeitslosigkeit. Von Januar bis August wurden insgesamt mehr als 9.200 solcher Zugänge registriert. Für Wechsel aus der Arbeitslosigkeit in den Lehrerberuf weist die Statistik von Januar bis Juni knapp 3.400 Fälle aus. Aktuellere Daten lagen nicht vor.
Die Linken-Bundestagsabgeordnete Nicole Gohlke kritisierte angesichts der Zahlen eine „unwürdige Praxis der Sommerarbeitslosigkeit“. Die deutschen Pisa-Ergebnisse seien „so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht, Schulen suchen händeringend nach Fachkräften. Trotzdem werden in den Bundesländern noch immer Tausende angehende und befristet beschäftigte Lehrkräfte über die Sommerferien in die Arbeitslosigkeit geschickt“, sagte Gohlke der „Rheinischen Post“.
Das sei „angesichts des Personalmangels an unseren Schulen vollkommen unverständlich“, kritisierte die Linken-Politikerin. Bildung gehöre als Gemeinschaftsaufgabe ins Grundgesetz, „damit Bund und Länder sie dauerhaft gemeinsam finanzieren können“.


