Überraschender Wechsel am Schloss Ludwigsburg: Jucker Farm gibt Café Schlosswache ab

Das Café Schlosswache bekommt 2027 einen neuen Betreiber. Die Jucker Farm GmbH zieht sich nach nur zwei Saisons zurück und will sich künftig stärker auf ihre Kürbisausstellungen konzentrieren.

Von Ayhan Güneş – 10.29 Uhr

Ludwigsburg. Für viele Besucher gehört sie inzwischen selbstverständlich zum Schlossbesuch dazu: die Schlosswache am Residenzschloss Ludwigsburg. Nun steht dem Café ein Betreiberwechsel bevor. Die Jucker Farm GmbH wird ihren gastronomischen Betrieb zum 1. März 2027 einstellen. Das teilten die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg am Freitag mit.

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Offiziell begründet das Unternehmen den Rückzug mit einer strategischen Neuausrichtung. Künftig wolle man sich stärker auf das internationale Geschäft rund um Kürbisausstellungen konzentrieren.

Betrieb läuft zunächst weiter

Für Besucherinnen und Besucher soll sich vorerst nichts ändern. Bis zur Übergabe soll der Cafébetrieb wie gewohnt weiterlaufen. Angeboten werden weiterhin Kaffee, Kuchen, kleine Snacks und warme Speisen. Auch die Terrasse bleibt Teil des Angebots.

Seit der Saison 2025 betreibt die Jucker Farm GmbH das Café Schlosswache. Der Standort gilt als wichtiger Bestandteil des Besuchserlebnisses rund um das Residenzschloss. Schlossbesucher können dort ihren Aufenthalt ausklingen lassen, bevor es weiter in die Innenstadt, ins Blühende Barock oder zurück in den Alltag geht.

„Wir danken Herrn Hinner und der Jucker Farm GmbH herzlich für die angenehme Zusammenarbeit und ihr Engagement im Café Schlosswache“, sagt Stephan Hurst, Leiter der Schlossverwaltung Ludwigsburg.

Jucker Farm setzt auf Kürbisausstellungen

Jucker-Farm-Geschäftsführer Stefan Hinner begründet den frühen Rückzug mit der wachsenden Nachfrage im Ausstellungsgeschäft. „Aufgrund der steigenden Nachfrage im Bereich unseres stärksten Produktes ‚Kürbisausstellungen im In- und Ausland‘ haben wir uns entschieden, unseren Fokus voll auf diesen Geschäftsbereich zu legen.“

Damit konzentriert sich das Unternehmen künftig stärker auf jenen Bereich, mit dem es in Ludwigsburg besonders bekannt geworden ist. Die Kürbisausstellung im Blühenden Barock zählt seit Jahren zu den großen Publikumsmagneten der Stadt.

Neue Ausschreibung Anfang 2027

Die Staatlichen Schlösser und Gärten wollen die gastronomische Nutzung der Schlosswache zum 1. März 2027 neu ausschreiben. Gesucht wird ein Betreiber, der den besonderen Standort mit Leben füllt und ein attraktives Angebot für die Gäste schafft.

„Wir sind zuversichtlich, eine geeignete Nachfolge zu finden“, sagt Hurst. Die Schlosswache sei für viele Besucherinnen und Besucher ein wichtiger Bestandteil ihres Schlossaufenthalts. „Unsere letzte Besucherbefragung zeigt deutlich, wie stark das Residenzschloss regional verankert ist und wie wichtig ein attraktives, vielfältiges Besuchserlebnis für unsere Gäste bleibt. Dazu gehört ein gastronomisches Angebot, das den Schlossbesuch abrundet.“

Ein Wechsel an sensiblem Ort

Bemerkenswert bleibt der Zeitpunkt dennoch. Erst seit der Saison 2025 betreibt die Jucker Farm GmbH das Café Schlosswache, nun endet das Engagement bereits nach zwei gemeinsamen Saisons. Der Wechsel fällt zudem in eine Phase, in der es im touristischen Umfeld des Schlosses ohnehin Bewegung gibt. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass sich die Wege des Blühenden Barock und der bisherigen Geschäftsführerin Petra Herrling getrennt haben.

Der Fall zeigt, wie sensibel die gastronomische und touristische Infrastruktur rund um das Residenzschloss ist. Für Ludwigsburg geht es dabei nicht nur um Kaffee und Kuchen, sondern um ein Stück Aufenthaltsqualität an einem Ort, der für viele Gäste längst zum Gesamterlebnis Schloss gehört.