Urlaub in Krisenzeiten

Fast jeder zweite Deutsche hatte vor Corona schon konkrete Reisepläne und mindestens einen Urlaub fest gebucht. Die meisten Planungen sind aber jetzt Makulatur. Wie arrangieren sich die verhinderten Urlauber mit der ungewohnten Situation?

Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts forsa im Auftrag von CosmosDirekt warten gut ein Drittel Teilnehmer mit konkreten Reiseplänen, nämlich 35 Prozent, erst einmal ab, wie sich die Reisesituation und die entsprechenden Maßnahmen entwickeln. 27 Prozent gaben an, dass sie die nächste gebuchte Reise komplett stornieren wollen oder das schon getan haben, während bei zwölf Prozent der Reisewilligen bereits der Reiseveranstalter die Pläne gestoppt hat.

Weitere 15 Prozent der Umfrageteilnehmer möchten noch abwarten, was ihnen der Veranstalter vorschlägt. Und zu einem kleinen Prozentsatz planen die Touristen, die gebuchte Urlaubsreise auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr (fünf Prozent) oder im nächsten Jahr (vier Prozent) umzubuchen. Zehn Prozent der Umfrageteilnehmer hatten zwar noch keine Urlaubsreise für 2020 gebucht, planen aber trotzdem noch mindestens einen Trip in diesem Jahr.

Rudolf Huber

Lufthansa hebt wieder ab

Die Lufthansa stemmt sich gegen die Corona-Krise. Offenbar will die Kranich-Airline bereits ab Juni 2020 wieder verstärkt abheben. Vor allem das anlaufende Feriengeschäft soll der Lufthansa Flügel verleihen. In der zweiten Monatshälfte sollen dann allein aus dem Heimat-Flughafen Frankfurt am Main rund 20 Ziele wieder angeflogen werden, berichtet die “Bild am Sonntag” unter Berufung auf Konzernkreise.

Darunter befänden sich Heraklion auf Kreta, Rhodos, Dubrovnik, Faro, Venedig, Ibiza und Malaga. Mallorca solle deutlich häufiger angeflogen werden. Mit dem neuen Juni-Flugplan würden dann rund 80 Flugzeuge reaktiviert, heißt es.

Die Corona-Krise hat den globalen Luftverkehr in seine größte Krise gestürzt, wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr es formuliert. Wie sehr das Unternehmen betroffen ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: 2019 stiegen jeden Tag 350.000 Fluggäste in eine Maschine der Kranichlinie oder der weiteren Konzern-Airlines, Zuletzt waren es nur noch etwa 3.000.

Ohne staatliche Finanzspritze droht der Lufthansa nach eigener Darstellung die Insolvenz. Die Fluggesellschaft hatte in einer Pflichtmitteilung Details der bis zu neun Milliarden Euro umfassenden staatlichen Finanzspritze genannt.

Ralf Loweg