
Von Ayhan Güneş
Nach den öffentlichen Angriffen aus Thüringen reagiert HB Ludwigsburg-Vorstand Christian Köhle mit scharfer Kritik: THC-Trainer Herbert Müller und Geschäftsführer Maik Schenk nutzten die wirtschaftlich schwierige Lage gezielt, um Ludwigsburgs Bundesligateam öffentlich zu beschädigen. In einer ausführlichen Stellungnahme spricht Köhle von „haltlosen Unterstellungen“ und einem „unsportlichen Versuch, einen angeschlagenen Rivalen aus dem Spielbetrieb zu drängen“. Gleichzeitig betont er die sportlichen Erfolge der vergangenen Jahre – und fordert die Handball-Bundesliga zum Handeln auf.
Ludwigsburg. Nach der öffentlichen Kritik durch den Thüringer HC-Vorstand Herbert Müller und Geschäftsführer Maik Schenk hat sich der Vorsitzende der HB Ludwigsburg, Christian Köhle, erstmals in einer ausführlichen Stellungnahme zu Wort gemeldet. Hintergrund sind die Vorwürfe rund um die wirtschaftliche Situation des Vereins, der sich derzeit in einem vorläufigen Insolvenzverfahren befindet.
Köhle spricht von einer „Phase enormer Turbulenzen“, in der „fokussiertes und konzentriertes Arbeiten entscheidend“ sei. Das Ziel sei weiterhin klar: „Sämtliche Kräfte auf die Sicherung des Bundesligastandorts Ludwigsburg zu richten.“
Die Angriffe aus Thüringen bezeichnet Köhle als destruktiv: „Herbert Müller vom langjährigen Ligamitstreiter THC nutzt die öffentliche Aufmerksamkeit erwartungsgemäß ungeschickt für die Verbreitung unbelegter Behauptungen, haltloser Unterstellungen und realitätsferner Forderungen.“
Auch die Rolle von THC-Geschäftsführer Maik Schenk kritisiert Köhle deutlich. Die Aussagen zeigten, dass sich beim Thüringer Traditionsklub offenbar „gewisse etablierte Verhaltensmuster“ wiederholten. „Art und Intensität dieses Vorgehens übersteigen dabei nicht nur die verbale und emotionale Entgleisung Müllers beim verlorenen Spiel gegen die HB Ludwigsburg Mitte März dieses Jahres“, so Köhle. Vielmehr entstehe der Eindruck, der THC wolle den angeschlagenen Konkurrenten „verbal aus dem Spielbetrieb drängen“.
Erfolgsgeschichte trotz schmalem Etat
Gleichzeitig verweist der Vereinschef auf die sportlichen Erfolge der vergangenen Jahre – sechs Deutsche Meisterschaften, vier Pokalsiege und der historische Finaleinzug in der Champions League 2024: „Dies war nur möglich, da der Verein seit jeher auf einer soliden finanziellen Grundlage geführt wurde, mit einem Etat, der deutlich unter dem lag, was manch missgünstiger Liga-Konkurrent vermutete.“
Die von Müller kolportierte Schuldenhöhe von bis zu drei Millionen Euro weist Köhle als „völlig aus der Luft gegriffen“ zurück. Ebenso entschieden verurteilt er die Forderung, sportlich errungene Titel abzuerkennen.
Appell an die Liga
Köhle fordert nun Konsequenzen: „Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen der Alsco HBF solchem grob unsportlichen Verhalten endlich die Rote Karte zeigen.“ Der deutsche Frauenhandball werde sonst weiter ein Schattendasein führen – „solange Personen wie diese den deutschen Frauenhandball öffentlich vertreten und diesem dabei weit mehr Schaden zufügen als ein wirtschaftlich angeschlagener Vorzeigeverein.“


