Volker Zeh im Interview: „Nur einen Kandidaten aufzustellen ist kein demokratischer Prozess!“

Von Ayhan Güneş

Vom Vereinsbeirat des VfB Stuttgart gab es keine Begründung, warum er nicht für die Wahl nominiert wurde. Doch der Schorndorfer Volker Zeh will die vermeintliche Niederlage nicht akzeptieren und zeigt Kämpferherz. Der 56-Jährige will weiter um das Präsidenten-Amt beim VfB-Stuttgart fighten. „Die Mitglieder verdienen eine echte Wahl und die Möglichkeit, zwischen zwei Kandidaten zu entscheiden“, stellt er klar und verdeutlicht gegenüber Ludwigsburg24: So einen respektlosen Umgang habe ich im Geschäftsleben noch nie erlebt. Sollte ich ohne objektive Begründung nicht als Kandidat aufgestellt werden, spricht das allerdings nicht gegen mich.

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Wie fühlen Sie sich persönlich nach der Entscheidung, dass nur Claus Vogt für die Präsidentschaftswahl nominiert wurde?
Zunächst war ich etwas enttäuscht, denn mit diesem Ausgang hatte ich nicht gerechnet, zumal mich der Beirat erst hingehalten und dann lediglich per Mail informiert hat. Ich bin zu hundert Prozent davon überzeugt, dass ich das Anforderungsprofil erfülle, um für das Amt des Präsidenten des VfB zu kandidieren, vor allem nach meinem langen Gespräch mit den Beiräten des Vereins am 11. Januar. Danach habe ich von ihnen nichts mehr gehört, weshalb ich mir eigentlich sicher war, von ihnen aufgestellt zu werden. 

Hat dieses Verhalten Sie verletzt?
Ich finde das Verhalten ziemlich stillos vom Beirat und muss sagen, dass er offensichtlich die demokratischen Regeln missachtet. Es wurden wohl auch Teile des Beirats unter Druck gesetzt. Es muss doch der Anspruch des VfB Stuttgart sein, für faire und demokratische Wahlen zu stehen. 

Werden Sie gegen diese Entscheidung konkret etwas unternehmen?
Nein, ich werde nichts unternehmen und denke, dass der VfB oder auch Claus Vogt Interesse daran haben müssen, dass es einen zweiten Kandidaten gibt. Nur so kann man nach der Wahl sagen, dass alle demokratischen Spielregeln beachtet worden sind. Das hat Herr Vogt im Vorfeld ja auch selbst gesagt, dass alles demokratisch ablaufen soll. Dazu gehören dann auch zwei Kandidaten. Was ist ein Wahlrecht ohne mindestens zwei Wahlmöglichkeiten.

Stichwort „ehrenamtlich“: Gerüchten zufolge will Claus Vogt für seine Tätigkeit künftig bezahlt werden. Sie hingegen würden laut einem BILD-Interview jedoch ehrenamtlich dieses Amt ausüben wollen. Stehen Sie auch weiterhin zu dieser Aussage?
Wie ich gehört habe, stellt sich Claus Vogt einen sechsstelligen Betrag als Ausgleich für seine Tätigkeit vor. Ich habe schon im Januar bei meiner Präsentation gesagt, dass ich das Amt ehrenamtlich ausüben würde. In der jetzigen Situation des Vereins halte ich es für unredlich, über hohe Vergütungen für den Präsidenten zu sprechen. Ich bin der Meinung, dass der zukünftige Präsident finanziell unabhängig sein muss, damit er das Amt auch richtig ausüben kann und nicht Gefahr läuft, in irgendwelche Verquickungen zu geraten oder Interessenskonflikte angedichtet zu bekommen. 

Was könnte der inoffizielle Grund für Ihre Nicht-Nominierung sein?
Wenn ich das wüsste. Tatsächlich habe ich keine Vermutung. Wie Sie wissen, habe ich erst letztes Jahr am 9. November meine Exequatur zum Honorarkonsul von Montenegro in Baden-Württemberg erhalten. Bevor einem diese Ehre zuteil wird, wird man von den Behörden auf Herz und Nieren überprüft und komplett durchleuchtet. Von daher kann ich mir nicht vorstellen, was gegen mich als Kandidat sprechen soll.

Hat sich in der Zwischenzeit ein Offizieller des VfB bei Ihnen gemeldet?
Nein, bis jetzt hat sich niemand bei mir gemeldet. 

Im Schreiben des Beirats wurde Ihnen lediglich mitgeteilt, dass Sie nicht nominiert werden für die Wahl, Gründe dafür hat man Ihnen aber nicht genannt. Fühlen Sie sich diskriminiert?
Ja, natürlich fühle ich mich diskriminiert und ich sage Ihnen nochmals: demokratisches Handeln sieht anders aus. Was spricht dagegen, mich ebenfalls als Präsidentschaftskandidat aufzustellen? Eine Wahl kann man verlieren. Doch unbegründet erst gar nicht antreten zu dürfen, ist im höchsten Grad unsportlich und für mich persönlich nicht akzeptabel. 

Möchten Sie trotz der Beiratsentscheidung noch immer Präsident dieses Vereins werden?
Ja, das will ich absolut. Ich kann mir sehr gut vorstellen, mit Thomas Hitzlsperger zusammenzuarbeiten, denn er macht nach meiner Ansicht einen großartigen Job und ist menschlich sympathisch. Thomas Hitzlsperger ist einfach ein guter Typ. Ich würde mich auf eine Zusammenarbeit wirklich sehr freuen. 

Eines ist mir aber für die Wahl noch wichtig: Es muss sichergestellt sein, dass die über 72.000 Mitglieder, egal ob sie mobil sind oder nicht, egal ob sie im Stuttgarter Umfeld oder sogar im Ausland leben, auch wirklich wählen dürfen. Wir leben in einer digitalisierten Welt, da darf es keine Frage sein, dass jeder von seinem Stimmrecht Gebrauch machen kann. Deswegen plädiere ich für eine Hybridveranstaltung, also eine Präsenz- und Online-Versammlung, soweit das in Bezug auf Hygiene-Regeln machbar ist. Mein Motto lautet: Das Wir schließt alle ein!

„So einen respektlosen Umgang habe ich im Geschäftsleben noch nie erlebt": Volker Zeh
Volker Zeh: „Eine Wahl kann man verlieren. Doch unbegründet erst gar nicht antreten zu dürfen, ist im höchsten Grad unsportlich und für mich persönlich nicht akzeptabel“

 

Lungenkrebs: Vorsorge ist wichtig

Auch wenn die Lunge eines der wichtigsten Organe in unserem Körper ist, wird sie oft vernachlässigt. Anlässlich des „Tag des Lungenkrebs“ gibt der digitale Versicherungsmanager „Clark“ Tipps für die Lungengesundheit und -vorsorge.

Eine große Gefahr für die Lunge ist und bleibt das Rauchen. Vier von fünf Lungenkrebstodesfälle sind auf Nikotinkonsum zurückzuführen. Trotz der offensichtlichen Gefahren scheint der Weg zum Nichtraucher für so manchen sehr weit. Aber was bringt die Deutschen eigentlich wirklich dazu, dem Rauchen abzuschwören? Die Teilnehmer der Clark-Studie sehen gesundheitliche Gründe mit einem Anteil von 58 Prozent, gefolgt von finanziellen Gründen mit 28 Prozent als größte Anreize.

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Wenn man sich einmal dazu entschlossen hat, mit dem Rauchen aufzuhören, gibt es einige Verhaltensweisen, die den Übergang zum Nichtraucher erleichtern können. Beispielsweise kann man gegen das Verlangen nach Nikotin auf Ablenkungen, wie das Lesen oder Ersatzweise das Essen eines Apfels oder Kauen eines (Nikotin-) Kaugummis zurückgreifen. Auch sollte man zur Aufrechterhaltung der Motivation kleine Erfolge, wie einen rauchfreien Tag, feiern.

Doch nicht nur der Verzicht auf Nikotin, auch die regelmäßige Vorsorge und Früherkennung kann maßgeblich zur Lungengesundheit beitragen. Für den Lungenkrebs gibt es derzeit keine jährlichen Routine Früherkennungsuntersuchungen, wie die gesetzlichen Krankenkassen beispielsweise für viele andere Krebsarten wie Brust-, Prostata-, Darm- oder Hautkrebs vorsehen. Konkrete Vorsorge gibt es nur bei nachgewiesenen Vorerkrankungen oder besonders starken Belastungen wie Asbest.

Aus diesen Gründen muss der Patient eine freiwillige Vorsorgeuntersuchung selbst bezahlen, weshalb viele diese nicht wahrnehmen. Es kann daher für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung sinnvoll sein über eine Zusatzversicherung, die diese Vorsorgeuntersuchungen abdeckt, nachzudenken oder einen Wechsel in die private Krankenversicherung in Betracht zu ziehen.

Andreas Reiners / glp