
Am Sonntag, 13. September, öffnen in Ludwigsburg wieder zahlreiche Baudenkmale ihre Türen. Eröffnet wird der Aktionstag in der Vorstadtvilla an der Abelstraße. Ein kostenloser Shuttle-Bus verbindet die einzelnen Stationen in der Innenstadt.
Von der Redaktion (lb) – 10.54 Uhr
Ludwigsburg. Häuser, die man sonst vielleicht nur von außen kennt, können am Sonntag, 13. September, von innen entdeckt werden. Beim bundesweiten Tag des offenen Denkmals öffnen auch in Ludwigsburg wieder zahlreiche historische Gebäude und Orte.
Wie die Stadt Ludwigsburg mitteilt, steht der Aktionstag in diesem Jahr unter dem Motto „Netzwerke: Denkmale und Infrastruktur“.
Auftakt in der Vorstadtvilla
Die Ludwigsburger Eröffnung findet um 12 Uhr in der Vorstadtvilla in der Abelstraße 11 statt. Baubürgermeisterin Andrea Schwarz begrüßt dort die Besucher.
Neben dem Gebäude selbst soll auch die Arbeit des Vereins Frauen für Frauen vorgestellt werden.
Kostenlos von Denkmal zu Denkmal
Wer mehrere Stationen besuchen möchte, kann sich in der Innenstadt kostenlos mit einem Shuttle-Bus bewegen.
Der Bus fährt zwischen 10 und 17 Uhr im Stundentakt eine Rundtour und verbindet die verschiedenen Anlaufstellen des Aktionstags.
Die genauen Haltestellen und Abfahrtszeiten veröffentlicht die Stadt auf ihrer Internetseite.
Der Tag des offenen Denkmals wird bundesweit von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert. In ganz Deutschland öffnen an diesem Tag zahlreiche historische Gebäude und Anlagen, die sonst teilweise nur eingeschränkt zugänglich sind.
Übersicht der geöffneten Denkmale in Ludwigsburg:
- Jommelli-Haus – Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg
Akademiehof 1 / Öffnungszeiten: 11 bis 15.30 Uhr
Begleitprogramm: Die Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg öffnet die Tore zum Jommelli-Haus. Alle sind herzlich eingeladen, die Räume des einstigen Wohnsitzes des Hof-Komponisten Carl Eugens im ersten Stock des Jommelli-Hauses bei Klängen seiner Musik zu besichtigen. Sogar Mozart soll hier die Stufen hinaufgestiegen sein. Zur vollen Stunde werden kurze Führungen die Räumlichkeiten angeboten.
- Seeschloss Monrepos
Domäne Monrepos 19 / Öffnungszeiten: 10 bis 16 Uhr
Begleitprogramm: Im Rahmen von Führungen besteht ab 10 Uhr bis zur letzten Führung um 16 Uhr die Möglichkeit, das Gebäude zu besichtigen. Die kostenlosen Führungen dauern jeweils 40 Minuten. Sie können hier online buchen:
https://buchung.erlebnis-monrepos.de
Das Seeschloss Monrepos diente den herrschenden württembergischen Herzögen als Jagd- und Lustschloss und ist noch heute im Eigentum des Herzogs von Württemberg. 1760-65 nach Plänen des französischen Baumeisters La Guepiere erbaut. Seine jetzige Gestalt erhielt das Schloss zwischen 1801 und 1804 unter Herzog Friedrich II. und durch dessen Hofbaumeister Friedrich Nikolaus Thouret.
- Rathaus Eglosheim
Katharinenstraße 46 / Öffnungszeiten: 11 bis 18 Uhr
Begleitprogramm: Besichtigt werden kann die Ausstellung „Weggschmissa wird nix“. Führungen und Erläuterungen werden nach Bedarf angeboten. Im Museumscafé gibt es frischen Kaffee mit selbstgebackenem Kuchen.
Das freistehende, giebelständige Haus im Ortskern wurde 1566 erstmals urkundlich belegt, im 17. Jahrhundert über dem alten Sockel neu errichtet, 1873/74 umgebaut und mit Glockenturm versehen. Nach umfangreicher Renovierung durch den Historischen Verein Eglosheim und der Stadt Ludwigsburg wird das Haus heute als Heimatmuseum genutzt.
– Pflugfelder Torhaus
Pflugfelder Straße 38 / Öffnungszeiten: 11 bis 17 Uhr
Begleitprogramm: Der Bürgerverein Weststadt und Pflugfelden e.V. öffnet wieder das Pflugfelder Torhaus. Gezeigt wird die Ausstellung zur Wirtschaftsgeschichte der Ludwigsburger Weststadt. Führungen durch die Ausstellung werden nach Bedarf angeboten. Es gibt eine Bewirtung mit Kaffee, Kuchen und Erfrischungsgetränken.
Eines von sechs erhaltenen Tor- und Zollhäusern der ehemaligen Stadtbefestigung. 1760 durch Herzog Carl Eugen erbaut, ursprünglich als Wach- und Zollstation konzipiert, 2004 saniert und seit 2009 vom Bürgerverein Weststadt und Pflugfelden e.V. genutzt.
- Schorndorfer Torhaus
Schorndorfer Straße 60 / Öffnungszeiten: 10 bis 16 Uhr
Begleitprogramm: Um 10 wird die Fotoausstellung „Gegen das Vergessen“, auf dem Platz in der Schorndorfer Straße 58 eröffnet. Der deutsch-italienische Künstler Luigi Toscano gibt eine Einführung in sein Werk und zeigt 20 seiner über 600 überlebensgroßen Fotografien von Überlebenden des Holocaust. Unter den Portraitierten ist auch die 2019 verstorbene Germanistin und Historikerin Prof. Dr. Susan Cernyak-Spatz, die über viele Jahre hinweg Ludwigsburg als Zeitzeugin besuchte. Als Betroffene und Gelehrte hatte sie Einblick in die dort erstellten Unterlagen genommen.
Außerdem kann im Schorndorfer Torhaus, die Ausstellung „Die Ermittler von Ludwigsburg“ besichtigt werden. Im Mittelpunkt steht die Tätigkeit der 1958 in Ludwigsburg eingerichteten Zentralen Stelle, welche für die Strafverfolgung von NS-Verbrechen durch die bundesdeutsche Justiz eine herausragende Bedeutung hat. Zum Abschluss des liest der Gemmrigheimer Autor Manfred Henne aus seinem Buch „Die Wahrheit darf nicht schweigen“ vor. Zur Einleitung bringt der Autor einige Gedichte mit kritischem Unterton zu Gehör. Die Lesung findet um 15 Uhr im Schorndorfer Torhaus statt.
Die Zentrale Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen befindet sich seit 1958 in Ludwigsburg. Die Ermittler und Ermittlerinnen sichten weltweit Material, sammeln es und werten die Unterlagen aus. Das Ziel dieser deutschlandweit einzigartigen Stelle ist es, auch heute noch lebende Täter und Gehilfen der massenhaften Morde ausfindig zu machen.
Das Schorndorfer Torhaus ist eines von sechs erhaltenen Tor- und Zollhäusern der ehemaligen Stadtbefestigung. 1760 durch Herzog Carl Eugen erbaut, ursprünglich als Wach- und Zollstation konzipiert. Seit der Sanierung 2004 vom Bundesarchiv, Außenstelle Ludwigsburg für die Ausstellung „Die Ermittler von Ludwigsburg“ genutzt, die einen Einblick in die Aufklärung von nationalsozialistischen Verbrechen gibt.
- Heilbronner Torhaus
Schlossstraße 52 / Öffnungszeiten: 14 bis 17 Uhr
Begleitprogramm: Im Heilbronner Torhaus können Besucher*innen die Ausstellung „Das Gold der kleinen Dinge – Nach Hause, vorwärts.“ von Sigrid Artmann entdecken. Bei Kaffee und Kuchen bleibt Zeit für Gespräche und Begegnungen in besonderer Atmosphäre. Passend zum Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ wird das historische Torhaus selbst zum Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Einst Teil der städtischen Infrastruktur, verbindet es heute Geschichte, Kultur und Menschen. Die Ausstellung greift diese Verbindungen auf und lädt dazu ein, Erinnerungen, Heimat und neue Perspektiven miteinander zu verknüpfen.
Das Heilbronner Torhaus ist eines der sechs erhaltenen historischen Torhäuser Ludwigsburgs und wurde 1802 als Teil der ehemaligen Stadtbefestigung erbaut. Ursprünglich diente es als Wach- und Zollhaus und markierte den nördlichen Zugang zur Residenzstadt. Seit 2004 wird das denkmalgeschützte Gebäude vom Bürgerverein der Unteren Stadt Ludwigsburg 1893 e. V. betreut.
- Haus der Freimaurer
Asperger Straße 37 / Öffnungszeiten: Besichtigungen des Denkmals sind nur im Rahmen der angebotenen Führungen um 10 Uhr, 11 Uhr, 12 Uhr, 13 Uhr und 14 Uhr möglich. Sie dauern jeweils 45 Minuten.
Das Gebäude wurde 1887 im neugotischen Stil von der Freimaurerloge Johannes zum Wiedererbauten Tempel für den Zweck der freimaurerischen Arbeit erbaut. Im ersten Obergeschoss befindet sich der sogenannte Tempel für die rituellen Treffen der Freimaurer, die sich dort heute noch regelmäßig versammeln. Die Loge ist der zweitälteste Verein der Stadt.
Nach einer kurzen Einführung in die Baugeschichte des Hauses und die Geschichte der Ludwigsburger Loge erfolgt eine interaktive Führung durch das Logenhaus mit Erklärungen zur Funktion der Räumlichkeiten und Ablauf der freimaurerischen Treffen. Im Erdgeschoss befindet sich eine kleine Ausstellung zur Baugeschichte des Hauses und der Geschichte der Loge.
- Evangelische Friedenskirche
Karlsplatz, Stuttgarter Straße 42 / Öffnungszeiten: 11 bis 16.30 Uhr
Begleitprogramm: Es gibt Orgelführungen, kurze Konzerte und die Möglichkeit eine kleine Orgel selbst zusammenbauen. Außerdem können Besucher*innen den Turm besteigen und mit der dort tätigen Künstlerin ins Gespräch, sich bei Kaffee und Kuchen stärken und Orgelwein kaufen.
Von der Garnisons- zur Friedenskirche Ludwigsburg – wohl kein anderer Kirchenbau in Württemberg ist so eng mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verbunden wie die Ludwigsburger Friedenskirche, die 1903 als Garnisonskirche begann, nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1947 zur Friedenskirche umbenannt wurde und heute als vielfach genutzter Raum dem spirituellen, gemeindlichen und kulturellen Leben dient.
- Ev. Gemeindezentrum Ludwigsburg-Schlösslesfeld
Brahmsweg 31 / Öffnungszeiten: 11 bis 17:30 Uhr
Begleitprogramm: Um 11 Uhr wird die Ausstellung „Kirchenbauten von Heinz Rall“ in der Kreuzkirche eröffnet. Enrico De Gennaro und Rose Hajdu widmen sich darin den Sakralbauten des Architekten Heinz Rall und werfen mit Fotografien und begleitenden Texten einen Blick auf Architektur und Lichtwirkung seiner Kirchen. Eine seiner bekanntesten Arbeiten ist die Kreuzkirche in Ludwigsburg.
Die Kreuzkirche ist Teil eines denkmalgeschützten Ensembles aus Kirche, Gemeindehaus, Kindergarten und Pfarrhaus, das um einen zentralen Kirchplatz angeordnet ist. Sie wurde 1965 erbaut. Im fünfeckigen Kirchenraum treffen hinter dem Altar schräggestellte Sichtbetonplatten aufeinander. Zusammen mit den im Dach angelegten Belichtungsbändern entstehen charakteristische Licht- und Schattenwirkungen. Die Sichtbetonwände und die drei großflächigen Dachelemente, die teils bis fast zum Boden reichen, überspannen den Raum zeltartig. Auch Taufstein, Altar und Kanzel sind aus Beton und Holz gestaltet. Zur originalen Ausstattung gehört zudem die Rohlf-Orgel von 1968.
- Evangelische Katharinenkirche Eglosheim
Hirschbergstraße 2 / Öffnungszeiten: 14 bis 18 Uhr
Begleitprogramm: Um 16 Uhr findet eine Kirchenführung statt.
Im spätgotischen Stil 1440 bis 1498 erbaut, ist sie die älteste Kirche der Kernstadt. Früher war sie eine Wallfahrtskirche.
Das Netzrippengewölbe mit Apostelzyklus, Prophetenhalbfiguren als Gewölbeträger im Schiff, Glasgemälde und herausgearbeitete Figuren sind hier genauso zu besichtigen wie an der Kanzel die Maria mit dem Kinde und die vier wichtigsten Kirchenlehrer des Abendlandes.
- Evangelische Stadtkirche
Stadtkirchenplatz 6 / Öffnungszeiten: 14 bis 17.30 Uhr
Begleitprogramm: Ab 14 Uhr werden Turm- und Kirchenführungen angeboten. Die Turmführungen finden im Halbstundentakt statt (Start um 14 Uhr, letzte Führung um 17.30 Uhr). Für die Turmführung ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit Voraussetzung. Die Kirchenführungen beginnen um 14 Uhr, 15 Uhr und 16 Uhr.
Die evangelische Stadtkirche wurde 1726 eingeweiht und gilt als einziger barocker Kirchenbau in Alt-Württemberg, der von Beginn an evangelisch war. Bereits 1718, im Jahr der Stadterhebung Ludwigsburgs, wurde der Grundstein gelegt. Nach anfänglich stockendem Bauverlauf wurde die Kirche ab 1723 zügig errichtet und am Marktplatz fertiggestellt. Der schlichte, zugleich repräsentative Bau entstand im Auftrag Herzog Eberhard Ludwigs und spiegelt die frühe Entwicklung der Residenzstadt wider.
- Forum am Schlosspark
Stuttgarter Straße 33 / Öffnungszeiten: 11 bis 17 Uhr
Begleitprogramm: Im Foyer des Theatersaals zeigt eine kleine Ausstellung verschiedene Aspekte des Forums, dessen überragende Bedeutung für die Ludwigsbürger Bürgerschaft und seine Strahlkraft in der landesweiten Kultur- und Messelandschaft. Von 11 bis 16 Uhr können interessierte Besucher*innen zu jeder vollen Stunde, das Gebäude im Rahmen von Führungen für sich entdecken. Unter dem Motto „Ein Blick hinter die Kulissen“, ermöglicht die technische Leitung der Spielstätten Ludwigsburg Einblicke in Bereiche des jungen Denkmals, die sonst verborgen bleiben. Die Führungen werden jeweils eine knappe Stunde dauern und sind leider auf Grund der räumlichen Gegebenheiten nicht barrierefrei.
Theater-, Konzert- und Veranstaltungszentrum aus dem Jahr 1988. Bedeutende Spielstätte und Veranstaltungszentrum in Baden-Württemberg. Seit 2024 in die Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg aufgenommen. Gebäude als in der Höhe gestaffelter Baukörper mit geschwungener Fassade zur vorgelagerten und gestalteten Freifläche, mit skulpturalem Schmuck. Fassaden Stahlbeton mit Travertin- bzw. heller Klinkerverkleidung, mit Ausstattung. Entwurf und Umsetzung durch Ulrich Kohlleppel (und Mitarbeiter), Künstlerische Gestaltung Eiserner Vorhang, Freiflächen und Skulptur von Ernst Günter Herrmann.
– Vorstadtvilla
Abelstraße 11 / Öffnungszeiten: 11.30 bis 15 Uhr
Begleitprogramm: Interessierte Bürger*innen sind herzlich eingeladen, das besondere Haus zu entdecken und gleichzeitig die Arbeit des Vereins Frauen für Frauen e.V. kennenzulernen. Um 12 Uhr wird Baubürgermeisterin Andrea Schwarz dort die Besucher*innen begrüßen. Es gibt Kaffee und Kuchen sowie Musik.
Der Verein nutzt den Tag bewusst, um drei Dinge miteinander zu verbinden: den Blick auf die Geschichte, die Bedeutung des Gebäudes und den Blick auf das, was heute darin geschieht. Denn in diesem historischen Gebäude befindet sich heute ein besonderer Ort der Unterstützung. Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind, finden hier Beratung, Begleitung und Unterstützung auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben. Es ist ein Ort, an dem sie mit ihren Erfahrungen nicht allein bleiben und neue Perspektiven entstehen können.
Der mehrgeschossige Backsteinbau in Renaissanceformen wurde im Stil des Späthistorismus 1894 vom Apotheker Julius Keller durch den Architekten Albert Bauder errichtet, der auch die Musikhalle am Bahnhof entwarf. 1913 wurde die Villa vom Ulanen-Regiment erworben, in den 1920er-Jahren beherbergte sie eine jüdische Textilhändlerfamilie. Heute ist das Gebäude Sitz des Vereins Frauen für Frauen e.V.
Weitere Informationen online
Die Informationen zum Tag des offenen Denkmals in Ludwigsburg gibt es auf der städtischen Homepage unter www.ludwigsburg.de/denkmal, alle Infos deutschlandweit unter www.tag-des-offenen-denkmals.de


