VW unter Druck: Betriebsrat greift Vorstand und Sparpläne scharf an

Bei Volkswagen verschärft sich der Streit um einen möglichen weiteren Abbau von rund 50.000 Stellen. Betriebsratschefin Daniela Cavallo widerspricht dem Eindruck, die Arbeitnehmerseite habe dieser Zahl bereits zugestimmt. In der „Süddeutschen Zeitung“ wirft sie dem Vorstand zudem strategische Fehler in China, Europa und Nordamerika vor.

Von der Redaktion (hp/dts) – 07.24 Uhr

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Wolfsburg. Die im VW-Zukunftsplan genannten rund 50.000 Stellen sind nach Darstellung von Betriebsratschefin Daniela Cavallo keine mit den Arbeitnehmervertretern vereinbarte Abbauzahl. „Die Arbeitnehmerseite hat keinem Abbau von 50.000 Stellen zugestimmt“, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung“.

Auslöser des Streits ist eine Mitteilung nach der jüngsten Sitzung des VW-Aufsichtsrats. Darin hieß es, eine Erhebung im Zukunftsplan 2030 sehe den Abbau von rund 50.000 Stellen vor. „Es ist nur eine Erhebung“, sagte Cavallo. Eine abgestimmte Zielzahl sei damit nicht verbunden. Wenn der Vorstand weitere Stellen streichen wolle, müsse er seine Berechnungen im Detail vorlegen und darüber verhandeln.

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Zugleich warf Cavallo der Konzernführung strategische Versäumnisse vor. „Der VW-Vorstand hat einiges verschlafen“, sagte sie. Die Veränderungen auf dem chinesischen Markt seien zu spät erkannt worden. Auch der längerfristige Bedarf an Hybridfahrzeugen in Europa und eine klare Strategie für Nordamerika seien nicht ausreichend berücksichtigt worden.

IG-Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger sagte, der Vorstandschef habe die Aufgabe, die Beschäftigten auf den Weg in die Zukunft mitzunehmen. „Oliver Blumes Kommunikation war zuletzt ein Desaster“, sagte Gröger. Er kritisierte auch die größten Aktionäre von VW, die Familien Porsche und Piëch. „Die Predigt vom Verzicht darf keine Einbahnstraße sein. Die Porsches und Piëchs sollten niedrigeren Dividenden zustimmen, um Geld für Investitionen freizumachen“, sagte er.

Cavallo warnt zudem vor einer Machtübernahme der AfD. „Eine AfD-Bundesregierung wäre für Deutschland fatal, nicht nur gesellschaftlich. Auch wirtschaftlich wäre das eine Katastrophe“, sagte sie. Ein Austritt aus Euro und EU würde deutsche Firmen viel Umsatz kosten. Außerdem brauche man Zuwanderer – für Branchen wie Gesundheit und Gastronomie, aber auch für die Industrie. Ihre Eltern seien aus Italien eingewandert. Viele Menschen mit Migrationshintergrund seien durch den Erfolg der AfD verstört.