„War Opa ein Nazi?“ Förderverein Synagogenplatz sucht Berichte über familiäre NS-Recherchen in Ludwigsburg

Manche Familienfragen wurden über Jahrzehnte nicht gestellt. Andere blieben unbeantwortet. Seit Daten aus der NSDAP-Mitgliederkartei online zugänglich sind, suchen viele Menschen nach den Namen ihrer Eltern, Großeltern oder weiterer Verwandter. Der Förderverein Synagogenplatz Ludwigsburg möchte nun wissen, was diese Recherchen in Familien auslösen.

Von Ayhan Güneş – 09.51 Uhr

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Ludwigsburg. „War Opa ein Nazi?“ Unter dieser bewusst direkten Frage bereitet der Förderverein Synagogenplatz Ludwigsburg eine Veranstaltung für den Erinnerungstag am 10. November vor. Wie der Verein mitteilt, soll es dabei auch darum gehen, weshalb das lange Schweigen über die NS-Vergangenheit von Angehörigen in manchen Familien gerade jetzt aufbricht.

Gesucht werden Bürgerinnen und Bürger aus Ludwigsburg, die in der inzwischen online verfügbaren NSDAP-Mitgliederkartei nach Vorfahren oder anderen Verwandten recherchiert haben.

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Der Förderverein interessiert sich dabei nicht nur für die Ergebnisse. Gefragt sind auch die Erwartungen vor der Suche, überraschende Funde, offene Fragen und die persönlichen Folgen einer solchen Entdeckung.

Was macht ein Fund mit einer Familie?

Eine Mitgliedskarte kann einen lange gehegten Verdacht bestätigen. Sie kann aber auch ein Familienbild erschüttern oder neue Fragen aufwerfen. Nicht jede Eintragung erklärt dabei automatisch, welche Haltung eine Person hatte oder welche konkrete Rolle sie während der nationalsozialistischen Herrschaft spielte.

Bei der geplanten Veranstaltung soll deshalb auch darüber gesprochen werden, wie Menschen mit ihren Rechercheergebnissen umgehen und ob sich dadurch Gespräche innerhalb der Familie verändert haben.

Nach Angaben des Fördervereins wurde in den ersten Wochen nach Freischaltung des Online-Zugangs rund 1,5 Millionen Mal auf die Daten zugegriffen. Der Verein wertet das als Hinweis auf ein großes Interesse an der bislang häufig verschwiegenen Familiengeschichte.

Rückmeldungen sollen anonym bleiben

Erfahrungsberichte aus Ludwigsburg können in die Veranstaltung am 10. November einfließen. Die Angaben sollen grundsätzlich anonymisiert verwendet werden. Namen werden nach Angaben des Fördervereins nur genannt, wenn die betreffenden Personen dem ausdrücklich zustimmen.

Wer von seiner Recherche berichten möchte, kann sich per E-Mail an dialog@synagogenplatz.de wenden.