Warum der Iran-Konflikt Kunden zu Aldi treibt

Steigende Preise und Unsicherheit durch den Iran-Konflikt verändern das Einkaufsverhalten. Immer mehr Kunden greifen zu Discountern wie Aldi, während andere große Supermarktketten an Boden verlieren.

Von Hendrik Paul – 12.26 Uhr

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Berlin. Der Iran-Konflikt zeigt bereits nach wenigen Wochen spürbare Auswirkungen im Alltag der Verbraucher und im Wettbewerb der Lebensmittelhändler. Vor allem Discounter profitieren von wachsender Unsicherheit und steigenden Kosten.

Daten des Marktforschungsunternehmens Accurat, über die das „Handelsblatt“ berichtet, zeigen: Aldi konnte seinen Anteil an den Kundenbesuchen deutlich steigern. In der Kalenderwoche 12 legte Aldi Nord um 0,7 Prozentpunkte zu, Aldi Süd sogar um einen ganzen Prozentpunkt.

„Ein solcher deutlicher Ausschlag ist ungewöhnlich, das haben wir in der Vergangenheit so noch nicht beobachtet“, sagte Maarten Vander Beken von Accurat.

Kleine Verschiebung, große Wirkung

Auch wenn die Veränderungen auf den ersten Blick gering erscheinen, sind die wirtschaftlichen Auswirkungen erheblich. Der deutsche Lebensmittelhandel setzt jährlich mehr als 200 Milliarden Euro um. Bereits ein Prozentpunkt mehr Marktanteil kann zusätzliche Umsätze von rund zwei Milliarden Euro bedeuten.

Supermärkte unter Druck

Während Aldi gewinnt, geraten klassische Supermärkte zunehmend unter Druck. Edeka verlor laut den Daten 0,6 Prozentpunkte bei den Kundenbesuchen, Rewe sogar 0,7 Prozentpunkte. Auch Kaufland verzeichnete ein Minus von 0,5 Prozentpunkten.

Der Trend ist klar: In wirtschaftlich unsicheren Zeiten achten Verbraucher stärker auf Preise und wechseln häufiger zu günstigeren Anbietern.