
Elektroautos gelten als modern und klimafreundlich – bei der Kfz-Versicherung allerdings oft als teuer. Eine Verivox-Analyse zeigt: Bei rund der Hälfte aller Vollkaskotarife zahlen Fahrerinnen und Fahrer von E-Autos höhere Prämien als bei vergleichbaren Verbrennern. Ausschlaggebend sind vor allem kostspielige Reparaturen und neue Schadensdaten. Ein Tarifvergleich kann dennoch spürbare Einsparungen bringen.
Von Hendrik Paul – 19.32 Uhr
Fahrerinnen und Fahrer von Elektroautos zahlen häufig mehr für ihre Kfz-Versicherung als Besitzer von Verbrennern. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Vergleichsportals Verivox, über die die Funke-Mediengruppe berichtet. Demnach sind bei rund der Hälfte aller Vollkaskotarife die Prämien für E-Autos höher – teilweise um bis zu 44 Prozent.
Für einen BMW X3 mit Elektroantrieb liegen die Vollkaskokosten laut Studie bis zu 44 Prozent über denen der Benzinvariante, obwohl beide Modelle in denselben Typklassen geführt werden. Bei knapp der Hälfte aller Tarife (49 Prozent) ist das E-Modell teurer, bei 32 Prozent günstiger, und bei 19 Prozent liegen die Preise gleichauf.
Ähnlich zeigt sich das Bild beim Skoda Enyaq im Vergleich zum gleich typisierten Benziner Kodiaq: 40 Prozent der Tarife sind beim E-Modell teurer, 35 Prozent günstiger, bei 26 Prozent gibt es keinen Unterschied.
„Versicherer haben E-Autos lange Zeit per se günstiger bepreist als Benziner“, sagte Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Zum einen lagen nicht ausreichend Schadensdaten vor, und zum anderen wollten Versicherer sich auf einem jungen Wachstumsmarkt positionieren. Doch die Zeit der pauschalen Vorschusslorbeeren für E-Autos ist vorbei.“
Inzwischen zeigten Langzeitdaten, dass E-Autos zwar seltener Unfälle verursachen, Reparaturen aber häufig deutlich teurer sind – insbesondere in der Vollkasko. Trotzdem blieben günstige Angebote möglich: Einige Versicherer hielten ihre Prämien bewusst niedrig, um mehr Kundinnen und Kunden mit Elektrofahrzeugen zu gewinnen. Laut Modellrechnung können Fahrerinnen und Fahrer je nach Modell und Tarif bis zu 23 Prozent sparen.
Ziller rät deshalb zu einem gründlichen Tarifvergleich: „Neben dem Preis sollten E-Auto-Fahrer darauf achten, dass wichtige Leistungen enthalten sind – insbesondere der Schutz des teuren Akkus. Hier unterscheiden sich die Tarife noch stark.“
Für die Analyse hat Verivox über 400 Tarife von rund 60 Versicherern untersucht. Grundlage war ein Modellfall: ein 45-jähriger Berliner, der jährlich 12.000 Kilometer fährt und in Schadenfreiheitsklasse 15 eingestuft ist.



