
Die anhaltende Trockenheit belastet Flüsse, Bäche und Grundwasser zunehmend. Im Landkreis Heilbronn warnt das Landratsamt vor einer möglichen Niedrigwasserlage und bittet Bürgerinnen und Bürger, Wasser bewusst und sparsam zu nutzen.
Von Hendrik Paul – 11.10 Uhr
Heilbronn. Ausbleibender Regen, sinkende Pegel und ungewöhnlich warme Flüsse: Das Landratsamt Heilbronn warnt vor einer zunehmenden Niedrigwasserlage und ruft Bürgerinnen und Bürger zum sparsamen Umgang mit Wasser auf.
Das Landratsamt bezieht sich dabei auf Angaben des Niedrigwasser-Informationszentrums Baden-Württemberg. Demnach verzeichnen landesweit 22 Prozent der Messstellen sehr niedrige Wasserstände, weitere elf Prozent sogar extrem niedrige Werte. Auch wenn am Neckar derzeit noch moderat niedrige Abflüsse gemessen werden, könnte sich die Lage bei weiter trockenem Wetter auch in den nördlichen Landesteilen verschärfen.
Besonders deutlich zeigt sich die Trockenheit beim Blick auf die Niederschläge. Im April fielen demnach lediglich 18 Millimeter Regen. Das liegt rund 77 Prozent unter dem langjährigen Monatsmittel von 76 Millimetern. Auch der Mai blieb mit 63 Millimetern deutlich zu trocken.
Die Flüsse sind zudem ungewöhnlich warm. An fast allen langjährigen Gütemessstationen wurden zuletzt neue Temperaturrekorde gemessen, unter anderem am Kocher. In Verbindung mit niedrigen Abflüssen belastet das die Gewässerökologie zusätzlich.
Auch die Grundwasserstände gehen zurück. In der Heilbronner Mulde sanken sie exemplarisch um 1,55 Meter, in den Ellwanger Bergen um 2,26 Meter. Die öffentliche Wasserversorgung gilt nach Angaben des Landratsamts derzeit zwar als gesichert. Dennoch erhöhe die Entwicklung die Anfälligkeit für sommerliche Trockenphasen.
Sollte sich die Lage weiter verschlechtern, könnten auch in diesem Jahr Einschränkungen bei der Wasserentnahme notwendig werden, so das Landratsamt.

