Wasserschutzpolizei warnt: Eisflächen am Bodensee sind lebensgefährlich

Die anhaltende Kälte lässt erste Eisflächen am Bodensee entstehen – doch sie sind trügerisch. Die Wasserschutzpolizei warnt eindringlich davor, die zugefrorenen Bereiche zu betreten. Uneinheitliche Eisdicken, zunehmende Wassertiefen und eine hohe Einbruchgefahr machen das Eis lebensgefährlich. Besonders in Naturschutzgebieten drohen zudem rechtliche Konsequenzen.

Von Hendrik Paul

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Konstanz – Die Wasserschutzpolizei am Bodensee warnt eindringlich davor, zugefrorene Wasserflächen zu betreten. Trotz der anhaltenden Kälte und der Bildung erster Eisdecken, etwa im Markelfinger Winkel und im Gnadensee bei Konstanz, sei die Lage gefährlich, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

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Bereits auf einer Breite von rund 600 Metern sei die Bucht am Gnadensee zugefroren, was erste Passanten zum Betreten und Eislaufen verleitet habe.

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Die Polizei führt zwar regelmäßig Messungen der Eisdicke durch, veröffentlicht die Werte aber bewusst nicht, um keinen falschen Anreiz zu schaffen. Die Tragfähigkeit des Eises könne lokal sehr unterschiedlich sein.

Neben der akuten Einbruchgefahr, die zu Unterkühlung oder Ertrinken führen kann, werde die Sturzgefahr auf dem harten Eis oft unterschätzt. Natürliche Eisflächen seien uneben, mit Rissen und verdeckten Stolperfallen, was zu schweren Verletzungen wie Knochenbrüchen führen könne.

Besonders tückisch sei, dass die Wassertiefe, etwa im Gnadensee, mit der Entfernung vom Ufer rasch zunehme.

Ein Einbruch stelle ein immenses Risiko auch für Helfer dar, da das Eis an Bruchstellen instabil sei und eine Rettung aus dem Wasser sehr schwierig gestalte. Bislang habe es in dieser Saison keine Unfälle gegeben, das Betreten der Eisflächen erfolge jedoch grundsätzlich auf eigene Gefahr

In Naturschutzgebieten sei das Betreten der Schilfgürtel gesetzlich streng verboten.