
Die anhaltende Trockenheit bringt viele Milchviehbetriebe in Deutschland zunehmend unter Druck. Weil Futter knapp und teuer ist, werden Kühe teils früher zur Schlachtung abgegeben. Der Branchenverband warnt regional vor einer „desaströsen“ Futterversorgung und wachsender Verschuldung.
Von der Redaktion (hp/dts) – 10.54 Uhr
Die anhaltende Trockenheit sorgt für eine angespannte Lage bei den Milchviehbetrieben in Deutschland. Die Schlachtzahlen von Milchkühen steigen, wie der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) der „Rheinischen Post“ mitteilte.
BDM-Sprecher Hans Foldenauer sagte der Zeitung: „Kühe, die bei der Bestandsplanung wegen Alter oder unterdurchschnittlicher Milchleistung auf der Liste der Schlachtkühe stehen, werden früher abgegeben.“ Es seien zunehmende Schlachtzahlen festzustellen. In der Summe sei von einer angespannten bis hin zu desaströsen Futterversorgung auszugehen.
Die Betriebe müssten Futter zukaufen. Das Angebot sei regional gering, die Preise seien hoch. Wirtschaftlich sei dies nicht tragbar und nur durch eine zunehmende Verschuldung zu stemmen.
Foldenauer äußerte jedoch auch Hoffnung: „Die inzwischen einsetzenden Niederschläge nähren die Hoffnung, im Herbst zumindest einen Teil der fehlenden Futtervorräte ausgleichen zu können.“ Der Verband fordere eine dauerhaft bessere wirtschaftliche Absicherung der Landwirtschaft. Die Erlöse für Agrarprodukte müssten nicht nur die laufenden Kosten decken, sondern auch Rücklagen für wetterbedingte Krisen ermöglichen.


