Weiter ungeschlagen: Nachwuchsliga-Neuling SGV Freiberg bringt den SC Freiburg an den Rand einer Niederlage

Zweimal im Rückstand und doch am Ende ein verpasster Sieg: Der Nachwuchsliga-Neuling SGV Freiberg (U19) trotzt dem SC Freiburg ein 2:2 ab und bestätigt seine erstaunliche Frühform. Vor rund 300 Zuschauern in Benningen zeigte der Aufsteiger Moral, Intensität und spielerische Reife und bleibt weiterhin ungeschlagen. Ludwigsburg24 sprach nach dem Spiel mit Freiberg-Coach Noah Welter.

Von Ayhan Güneş – 21.13 Uhr 

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Rund 300 Zuschauer sahen in Benningen am vergangenen Sonntag ein spannendes Duell mit Signalwirkung. Die U19 des SGV Freiberg trotzte dem SC Freiburg ein 2:2 ab – nach zweimaligem Rückstand, mit deutlichem Chancenplus und einer zweiten Halbzeit, in der der Aufsteiger zeigte, dass er sich auch gegen etablierte Nachwuchsleistungszentren nicht verstecken muss.

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Dabei begann die Partie nicht optimal für den Neuling. Freiberg hatte den Gegner intensiv analysiert, stellte sich auf einen kontrollierten Spielaufbau ein – doch Freiburg variierte. „Wir waren auf eine andere Struktur vorbereitet. Freiburg hat unser Pressing mit langen Bällen gut umgangen“, erklärte U19-Coach Noah Welter. Die Abstände im Anlaufverhalten seien in der ersten Hälfte nicht so gewesen, „wie wir uns das vorgestellt haben“. Einer dieser direkten Bälle führte in der 27. Minute zum 0:1.

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Freiberg hatte bis dahin selbst gute Umschaltmomente, ließ jedoch die letzte Konsequenz im Abschluss vermissen. Die Antwort folgte nach dem Seitenwechsel. Marlon Kohler traf in der 50. Minute zum 1:1. Doch erneut schlug der SC Freiburg zu: Nach einem Ballverlust im Aufbau brachte Jakob Benz die Gäste in der 71. Minute wieder in Führung.

Was folgte, war eine Reaktion mit Nachdruck. Silas Rothkopf holte einen Strafstoß heraus, Kohler verwandelte sicher zum 2:2 (75.). In der Schlussphase übernahm Freiberg zunehmend die Kontrolle und erspielte sich mehrere hochkarätige Möglichkeiten, ließ jedoch den möglichen Siegtreffer liegen.

Für Welter fühlt sich der Punkt dennoch wertvoll an: „Langfristig ist dieser Zähler wichtig. Wenn man den gesamten Spielverlauf betrachtet, müssen wir das Spiel jedoch gewinnen.“ Entscheidend für das veränderte Gesicht nach der Pause sei die Intensität gewesen. „Wir waren wacher, aggressiver in den Zweikämpfen und haben deutlich mehr zweite Bälle gewonnen.“ Die Kabinenansprache habe Wirkung gezeigt, die Mannschaft habe „mit spürbar mehr Feuer“ agiert.

Taktisch blieb Freiberg flexibel. „Wir sind nicht festgelegt auf Zentrum oder Flügel. In der zweiten Halbzeit haben wir die Räume außen besser genutzt.“ Die höhere Zweikampfschärfe und kompaktere Abstände sorgten für deutlich mehr Zugriff im Gegenpressing.

Bemerkenswert bleibt die Haltung des Aufsteigers im Vergleich mit etablierten NLZ. „Wir müssen uns vor niemandem verstecken“, sagt Welter selbstbewusst. Tatsächlich sprach die Chancenstatistik für die Gastgeber: Freiburg nutzte zwei seiner wenigen klaren Gelegenheiten konsequent, während der SGV mehrere hundertprozentige Möglichkeiten liegen ließ. „An unserer Chancenverwertung müssen wir noch weiter arbeiten“, so der Trainer nüchtern.

Dass die Mannschaft erneut nach Rückstand zurückkam, sieht Welter nicht als Zufall: „Wir sind vor allem in der Schlussphase sehr präsent. Vielleicht brauchen wir zu Beginn noch zu lange, um ins Spiel zu kommen.“ Konditionell und mental sei das Team „sehr stabil“.

Mit seinen insgesamt vier Treffern in drei Spielen unterstreicht zudem SGV-Spieler Marlon Kohler seine Rolle im Offensivspiel. Welter nennt ihn „einen überragenden, sehr selbstbewussten Spieler“, dessen positive Entwicklung „der Mannschaft gut tut“.

Der Nachwuchsliga-Neuling aus dem Kreis Ludwigsburg zeigt damit Woche für Woche, dass man auch ohne die infrastrukturellen Möglichkeiten klassischer Leistungszentren sportlich auf Augenhöhe agieren kann. Ungeschlagen, mutig – und weiterhin mit klarer Überzeugung.

Am kommenden Sonntag geht es auswärts zum Karlsruher SC. Die Zielrichtung ist deutlich formuliert: „Wir fahren hin, um drei Punkte mitzunehmen.“, so Welter.