
Chaos vor den Schultoren soll bald der Vergangenheit angehören: Mit einem neuen Erlass erlaubt das Land Baden-Württemberg Städten und Gemeinden, Schulstraßen und autofreie Zonen unkompliziert einzurichten – ganz ohne Gutachten. Ziel ist es, Kinder sicherer und unabhängiger zur Schule zu bringen und den Verkehr vor Schulgebäuden spürbar zu reduzieren.
Ludwigsburg. Stau, Hupen, Wendemanöver auf dem Gehweg – der Schulweg ist für viele Kinder in Baden-Württemberg ein tägliches Abenteuer. Jetzt will das Land für mehr Sicherheit sorgen: Mit einem neuen Erlass schafft das Verkehrsministerium Baden-Württemberg die rechtlichen Voraussetzungen für sogenannte Schulstraßen und Schulzonen – unkompliziert, rechtssicher und ohne teure Gutachten.
Künftig können Städte und Gemeinden bestimmte Straßenabschnitte vor Schulbeginn und nach Schulschluss für Autos sperren. Alternativ kann eine Straße auch dauerhaft zur autofreien Schulzone erklärt und für neue Nutzungen geöffnet werden – etwa als Spiel-, Begegnungs- oder Aufenthaltsraum.
Der neue Erlass ist Teil des Landesprogramms MOVERS – Aktiv zur Schule, das Schüler und Eltern unterstützt, den Schulweg sicher und eigenständig zu bewältigen.
Keine Gutachten mehr nötig – Kommunen können sofort handeln
Konkret regelt der Erlass, dass:
• Schulstraßen mit Schildern vor Ort ausgewiesen werden können,
• auf allen geeigneten Straßen eingeführt werden dürfen,
• keine Gutachten nötig sind,
• Kommunen, Schulen und Straßenverkehrsbehörden eng zusammenarbeiten sollen.
Auch sogenannte Hol- und Bringzonen sind möglich – also ausgewiesene Haltebereiche in etwas größerer Entfernung zur Schule, um den direkten Verkehr vor dem Schulgelände zu reduzieren.
Gericke: “Passgenaue Lösungen für sichere Schulwege”
Die Ludwigsburger Landtagsabgeordnete Silke Gericke (Grüne), verkehrspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, begrüßt den Erlass:
„Mit ihm eröffnet das Land Baden-Württemberg den Kommunen die Chance, vor Ort passgenaue Lösungen für sichere Schulwege umzusetzen. Das Programm MOVERS – Aktiv zur Schule begleitet sie dabei mit klaren Leitlinien und praxisnaher Unterstützung.“
Gericke verweist dabei auf konkrete Herausforderungen in ihrem Wahlkreis: „Denken wir nur an die Diskussion um die Schulgasse in der Innenstadt in Ludwigsburg: Hier – wie auch an anderen Stellen – kann der Erlass des Landes dazu beitragen, die tägliche Sicherheit für Kinder und Jugendliche auf ihrem Schulweg spürbar zu verbessern.“
Neue Impulse ab dem Schuljahr 2025/26
Neben den Schulstraßen und Schulzonen enthält das MOVERS-Programm weitere Neuerungen:
• Radfahrabzeichen für Kinder
• der Baukasten „Sichtbare Schulwege“
• sowie individuelle Beratung für Schulen und Kommunen.
Das Ziel: den Schulweg zu einem sicheren und selbstverständlichen Bestandteil des Alltags zu machen – ohne Abhängigkeit vom Elterntaxi.
red


