
Zum Ausbildungsstart im September haben im Landkreis Ludwigsburg deutlich weniger junge Menschen einen Vertrag abgeschlossen als vor einem Jahr. In den von der IHK betreuten Berufen beträgt das Minus 15,8 Prozent. Besonders betroffen ist die Industrie. Die Kammer sieht dahinter die schwache Konjunktur, Unsicherheit in den Unternehmen und den technologischen Wandel.
Von der Redaktion (lb) – 09.04 Uhr
Ludwigsburg. 1.269 junge Menschen beginnen zum 1. September im Landkreis Ludwigsburg eine betriebliche Ausbildung in einem Beruf, für den die Industrie- und Handelskammer zuständig ist. Das sind 238 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge ist damit um 15,8 Prozent gesunken.
Das teilte die IHK-Bezirkskammer Ludwigsburg mit. Erfasst werden unter anderem zahlreiche kaufmännische, technische und gewerbliche Ausbildungsberufe in Industrie, Handel und Dienstleistungsunternehmen. Handwerksberufe, die beispielsweise in die Zuständigkeit der Handwerkskammer fallen, sind in diesen Zahlen nicht enthalten.
Schwache Konjunktur bremst Ausbildung
Die IHK führt den Rückgang vor allem auf die angespannte wirtschaftliche Lage im produzierenden Gewerbe zurück. Hinzu kämen geopolitische Unsicherheiten und der schnelle technologische Wandel. Viele Unternehmen könnten derzeit schwerer einschätzen, welche Fachkräfte und Qualifikationen sie künftig benötigen.
Besonders deutlich zeigt sich das in der Metallindustrie. Dort sank die Zahl der neuen Ausbildungsverträge nach Angaben der IHK um 19 Prozent.
Beim Werkzeugmechaniker hat sich die Zahl der abgeschlossenen Verträge sogar halbiert. Bei Industriekaufleuten beträgt das Minus knapp 15 Prozent.
Auch ein Beruf, der in vielen unterschiedlichen Branchen gebraucht wird, ist betroffen: Bei Kaufleuten für Büromanagement wurden 24 Prozent weniger neue Verträge abgeschlossen als im Vorjahr.
IHK warnt vor Sparen beim Nachwuchs
Für IHK-Präsident Axel Kunkel ist die Entwicklung problematisch. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten dürften Unternehmen die Ausbildung nicht aus dem Blick verlieren.
„Wer heute in den Nachwuchs im Landkreis investiert, sichert sich die Fachkräfte von morgen“, sagt Kunkel.
Aus Sicht der Kammer könnte Zurückhaltung bei der Ausbildung langfristig den Fachkräftemangel verschärfen – gerade dann, wenn sich die wirtschaftliche Lage wieder verbessert und Unternehmen zusätzlich qualifizierte Beschäftigte benötigen.
Gleichzeitig bleiben Stellen unbesetzt
Der Rückgang bei den abgeschlossenen Verträgen bedeutet allerdings nicht, dass Jugendliche keine Ausbildungsplätze mehr finden können.
Nach Angaben der IHK sind unter anderem im Einzelhandel, im Gastgewerbe, bei Berufskraftfahrern sowie in Lager und Logistik weiterhin Stellen frei. Wie viele Ausbildungsplätze im Landkreis in diesen Bereichen aktuell noch unbesetzt sind, nennt die Kammer allerdings nicht.
Auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart am 1. September seien noch Abschlüsse möglich.
„In der IHK-Bezirkskammer Ludwigsburg sind wir Ansprechpartnerin für Betriebe und Auszubildende“, betont die Leitende Geschäftsführerin Sigrid Zimmerling, und appelliert an die Jugendlichen: „Greifen Sie zum Hörer, nutzen Sie jetzt noch die Chancen auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart einen Platz zu finden. Wir unterstützen Sie dabei.“
Das Team der IHK-Ausbildungsberatung in Ludwigsburg, Carina Kässmann, Nesrin Abdullah und Thomas Dunkel, ist erreichbar unter den unten stehenden Kontaktinformationen.
Ansprechpartner: Ausbildungsberatung / Berufliche Bildung
Nesrin Abdullah: 07141 – 122 -1090 / nesrin.abdullah@stuttgart.ihk.de
Thomas Dunkel: 07141 – 122 -1007 / thomas.dunkel@stuttgart.ihk.de
Carina Kässmann: 07141 122 – 1017 / carina.kaessmann@stuttgart.ihk.de


