Weniger Kinos, weniger Jobs: Branche in Baden-Württemberg bleibt unter Druck

Während in Hollywood die Oscars gefeiert werden, fällt die Bilanz der Kinobranche in Baden-Württemberg deutlich nüchterner aus. Die Zahl der Kinos ist seit 2018 spürbar gesunken, ebenso Umsatz und Beschäftigung. Zwar hat sich der Markt nach der Pandemie stabilisiert – das Niveau von vor Corona wird jedoch weiterhin nicht erreicht.

Von Hendrik Paul – 12.31 Uhr 

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Ludwigsburg – Wenn am 15. März in Los Angeles die Oscars verliehen werden, richtet sich der Blick auf die große Welt des Films. In Baden-Württemberg fällt die Bilanz der Kinobranche hingegen nüchterner aus. Zwar hat sich der Markt von den Corona-Jahren erholt – das Niveau von vor der Pandemie ist jedoch weiterhin nicht erreicht.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes gab es im Jahr 2024 noch 117 rechtliche Einheiten von Kinos im Südwesten. 2018 waren es 131. Das entspricht einem Rückgang von 10,7 Prozent innerhalb von sechs Jahren.

Umsatz bleibt deutlich unter Vor-Corona-Werten

Auch beim Umsatz zeigt sich die strukturelle Schwächung der Branche. 2018 erzielten die Kinos in Baden-Württemberg rund 144 Millionen Euro. Der pandemiebedingte Einbruch im Jahr 2020 fiel massiv aus. Zwar setzte anschließend eine Erholung ein, doch 2024 lag der Umsatz mit rund 125 Millionen Euro noch immer 13,1 Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau.

Die Branche hat sich also stabilisiert – aber nicht vollständig regeneriert.

Beschäftigung deutlich rückläufig

Parallel dazu sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Waren 2018 noch 857 Menschen in der baden-württembergischen Kinobranche tätig, so waren es 2024 nur noch 709. Das entspricht einem Rückgang von 17,3 Prozent.

Das Statistische Landesamt weist darauf hin, dass seit 2019 auch geringfügig entlohnte Beschäftigte in dieser Statistik erfasst werden. Dennoch bleibt der Beschäftigungsrückgang deutlich.

Struktureller Wandel

Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Pandemie die Kinolandschaft nachhaltig verändert hat. Weniger Standorte, geringere Umsätze, weniger Beschäftigte – und ein Markt, der sich zwar erholt, aber strukturell kleiner bleibt als vor 2020.

Während in Hollywood goldene Trophäen vergeben werden, zeigt der Blick auf Baden-Württemberg: Die Branche kämpft weiterhin mit den langfristigen Folgen der Pandemie.