Wenn Gaffer das Handy zücken

Gaffer sind ein ständiges Ärgernis. Ganz schlimm wird es, wenn diese Spezies auch noch das Smartphone zückt, um den Unfall als Schnappschuss festzuhalten. Dazu sagt der Gesetzgeber: Wer an einem Unfall vorbeifährt und Fotos oder Videos macht, begeht einen Handy-Verstoß.

Üblicherweise erhält der Gaffer dafür 100 Euro Geldbuße. Diese kann erhöht werden, wenn bereits ein früherer Verkehrsverstoß vorliegt. Auch wird ein Punkt in Flensburg fällig, erläutert die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV). Sie verweist auf eine Entscheidung des Amtsgerichts Castrop-Rauxel vom 29. Januar 2019 (AZ: 6 OWi 313/18).

Der Mann fuhr auf dem Mittelstreifen einer Autobahn. Als er an einem Unfall vorbeifuhr, hielt er das Handy über das Lenkrad in Richtung des Unfallfahrzeugs. Ein Polizist war eigens dafür abgestellt worden, um an der Unfallstelle Handyverstöße festzustellen. Insgesamt ahndete er dort in kurzer Zeit 20 bis 30 solcher Verstöße. Der Polizist notierte sich auch, wie der Fahrer das Handy gehalten hatte.

Der Autofahrer wehrte sich gegen die Geldbuße in Höhe von 125 Euro und den Punkt. Doch ohne Erfolg. Für das Gericht stand fest, dass er den Unfall fotografiert oder gefilmt hatte. Anders wäre die Haltung des Mobiltelefons nicht zu erklären. Somit liege ein Handyverstoß vor.

Auch wenn der Polizist sich als Zeuge aufgrund der Vielzahl der Fälle nicht an den einzelnen Fall erinnere, reiche ein Bezug auf die Ordnungswidrigkeitenanzeige aus, da diese sehr detailliert gewesen sei.

Das Regelbußgeld erhöhte sich, da der Mann zuvor bereits wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung mit einem Bußgeld von 120 Euro und einem Punkt bestraft worden 

Streit eskaliert: 45-Jähriger schlägt Pkw-Scheibe ein

Ein 45-jähriger Autofahrer fand am Samstagabend in Kirchheim am Neckar den Pkw seines Nachbarn vor seiner Garageneinfahrt abgestellt vor. Als er diesen daraufhin aufsuchte, befand sich der 36-Jährige im Streit mit seiner Ehefrau, dem den polizeilichen Ermittlungen zufolge auch eine Körperverletzung vorausgegangen war. Der Bitte, seinen Wagen wegzustellen, kam der aggressive 36-Jährige nach, indem er zweimal gegen das dahinter geparkte Auto des 45-Jährigen fuhr. Angesichts dessen geriet der 45-Jährige nunmehr in Rage und schlug die Scheibe der Fahrertür am Fahrzeug des 36-Jährigen ein.

Der 36-Jährige wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Körperverletzung angezeigt und erhielt wegen der häuslichen Auseinandersetzung einen Platzverweis. Der 45-Jährige wird sich wegen Sachbeschädigung verantworten müssen.