
Wenn Kinder Angst haben, brauchen sie einen Ort, der sicher ist – sofort. Das Notinsel-Projekt in Ludwigsburg sorgt genau dafür: Mit sichtbaren Schutzräumen in Geschäften, Apotheken und Cafés wird Kindern in Notsituationen schnell geholfen. Jetzt will die Stadt das Netz an Zufluchtsorten ausbauen – besonders in den Stadtteilen. Neue Aktionen starten im September.
Ludwigsburg – Eine offene Ladentür kann mehr sein als nur ein Eingang – sie kann Schutz bedeuten. Wenn Kinder auf dem Weg zur Schule oder in der Stadt Angst haben oder sich bedroht fühlen, dann zählt jeder Ort, an dem sie Hilfe finden. Genau dafür gibt es das Notinsel-Projekt – und in Ludwigsburg soll es jetzt wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Seit vielen Jahren engagiert sich die Stadt als Projektträger der bundesweiten Initiative der Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel. Gemeinsam mit lokalen Geschäften und Einrichtungen wird ein sichtbares Netz an Anlaufstellen aufgebaut – für den Schutz von Kindern im öffentlichen Raum.
„Wo wir sind, bist du sicher!“
Das Prinzip ist einfach: Überall dort, wo ein Notinsel-Aufkleber an der Tür klebt, finden Kinder im Notfall Schutz. Bäckereien, Apotheken, Kioske, Arztpraxen, Friseursalons – die Liste der Partner ist lang. Wer hier Hilfe sucht, wird ernst genommen. Die Mitarbeitenden vor Ort kontaktieren Eltern oder im Zweifel auch die Polizei.
Mit der Einrichtung der Stelle für kommunale Kriminalprävention wurde das Projekt intern neu organisiert. Zuständig ist nun die städtische Präventionsbeauftragte Meike Pirkner. Ihr Ziel: mehr Sichtbarkeit, mehr Beteiligung – vor allem in den Stadtteilen. Pirkner betont:
„Wir wünschen uns, dass sich noch mehr Geschäfte in Ludwigsburg am Notinsel-Projekt beteiligen. Vor allem in den Stadtteilen ist noch Luft nach oben. Es geht um ein gemeinsames Miteinander im Kinderschutz und ein klares Zeichen gegen Gewalt und Übergriffe.“
Notinseln auf dem Stundenplan
Zum Schuljahresbeginn erhalten alle Grundschulen in Ludwigsburg Informationsmaterial, um Eltern und Kinder über die Notinseln aufzuklären. Pirkner richtet auch einen Appell an die Lehrkräfte: „Es wäre schön, wenn Lehrer*innen die Schulwege mit den Kindern besprechen und gemeinsam die Notinseln vor Ort aufsuchen. So wird die Hemmschwelle abgebaut und Kinder wissen im Ernstfall, wo sie Hilfe bekommen.“
Aktionen im September geplant
Begleitend dazu finden mehrere öffentliche Aktionen im September statt:
•Am Freitag, 19. September, dem Tag der Zivilcourage, informiert ein Notinsel-Stand auf dem Rathaushof von 10 bis 14 Uhr über das Projekt.
•Am 20. und 21. September ist die Notinsel auch bei der Aktion „Sicher zur Schule“ im Blühenden Barock vertreten.
Wer sich über Standorte und Hintergründe des Projekts informieren möchte, findet auf der offiziellen Website weitere Details: www.notinsel.de
red


