
Der Schlüssel ist weg, andere Kinder machen Ärger oder plötzlich fühlt sich eine Situation bedrohlich an: In Ludwigsburg gibt es mehr als 130 sogenannte „Notinseln“, an die sich Kinder wenden können. Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres erinnert die Stadt besonders Familien mit Schulanfängern an das Angebot der Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel.
Von der Redaktion (lb) – 10.34 Uhr
Ludwigsburg. Für viele Kinder beginnt mit dem neuen Schuljahr auch ein Stück Selbstständigkeit. Der Weg zur Schule wird plötzlich ohne Eltern zurückgelegt, neue Straßen und Kreuzungen kommen hinzu und manchmal entsteht unterwegs eine Situation, in der ein Kind nicht weiterweiß.
Für solche Momente gibt es in Ludwigsburg mehr als 130 sogenannte Notinseln. Wie die Stadt Ludwigsburg mitteilt, beteiligen sich Geschäfte, Apotheken, Banken und andere Einrichtungen an dem Projekt. Zu erkennen sind sie an einem Aufkleber an der Tür oder im Schaufenster.
Kinder können dort Hilfe suchen, wenn sie sich bedroht oder unsicher fühlen, aber auch bei alltäglicheren Problemen: etwa wenn der Haustürschlüssel verloren gegangen ist, es Streit mit anderen Kindern gibt oder sie schlicht jemanden brauchen, der ihnen weiterhilft.
Gerade Erstklässler sollen die Zeichen kennen
Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres rückt die Kommunale Kriminalprävention das Angebot deshalb erneut in den Fokus.
„Es ist wichtig, dieses Thema regelmäßig aufzugreifen. Kinder, die neu in die Schule kommen oder Kinder, die die Schule wechseln und einen neuen Schulweg haben, sollen im Bedarfsfall wissen, wo sie Hilfe erhalten können,“ betont Meike Pirkner, als Leiterin der Kommunalen Kriminalprävention verantwortlich für das Projekt in Ludwigsburg.
Die Stadt empfiehlt Eltern, Schulen und Kindergärten, die Notinseln nicht nur theoretisch zu erklären. Hilfreich könne es sein, gemeinsam mit den Kindern den Schul- oder Wohnweg abzugehen und dabei die entsprechenden Geschäfte und Einrichtungen zu zeigen.
So wissen Kinder im Ernstfall nicht nur, dass es Notinseln gibt, sondern auch, wo sie tatsächlich eine finden.
Erstes Treffen für die beteiligten Einrichtungen
Auch die mehr als 130 teilnehmenden Einrichtungen sollen künftig stärker miteinander ins Gespräch kommen. Erstmals organisiert die Stadt deshalb ein gemeinsames Austauschtreffen.
Es findet am Montag, 28. September, um 19 Uhr im Kleinen Saal des Kulturzentrums statt. Dabei sollen Erfahrungen ausgetauscht und Fragen aus dem Alltag der Notinseln besprochen werden. Interessierte Notinseln können sich über kriminalpraevention@ludwigsburg.de anmelden.
Eine Übersicht der Anlaufstellen gibt es auf der Internetseite des Notinsel-Projekts.


