„Wie viel unter meinen Hut passt?“ Ein Gastbeitrag von Ender Engin

„Herr Engin, wie machen sie das?“

..fragt mich letztens jemand.

„Wie mache ich was?“, frage ich.

„Na alles, wie kriegen Sie all das unter einen Hut?“, bohrt er nach.

Ich schmunzle und frage mich, ob „Superkraft“ als Antwort durchgehen würde. Eher nein. Aber mit der Wahrheit wäre er womöglich auch nicht zufrieden. So lache ich die Frage beiseite und zucke mit den Schultern. „Melde mich, sobald ich es weiß“, sage ich und gehe.

Mein Kopfkino läuft aber weiter

Er hat Recht, wie mache ich das?
Die Frage ist berechtigt. Als Stadtrat, Kreisrat, Chef, Model, Leistungssportler und Familienvater (Ok. Das mit Leistungssport stimmt nicht ganz), sind 24 Stunden schon sehr schnell aufgebraucht.

Dann gibt es eben noch die Nacht, aber auch Feiertage, Familienfeste, die nur halbherzig gefeiert werden können, Geburtstage (auch eigene) die auf der Strecke bleiben. Hobbys, die es nicht geben kann, Urlaub (der letzte vor 3 Jahren) und besonders erwähnenswert noch die Freizeit, die man so hat.

Diese lässt sich in genau zwei Streckenabschnitten darlegen:
1. Die Autofahrt zwischen Büro und zu Hause (2km) und
2. Die Autofahrt zwischen Rathaus / Kreishaus und zu Hause (1km – 5km).

Warum erzähle ich das?

Na ganz einfach: „Schreib das, was dir auf dem Herzen liegt“, wurde ich von der Redaktion gebeten. Und mir liegt es auf dem Herzen, der örtlichen Bürgerschaft aufzuzeigen: Wir sind greifbare Menschen, die ihr Leben genauso hart bestreiten müssen wie alle anderen es auch tun. Denn genau wie mich gibt es noch viele andere Menschen, die Familie, Beruf und kommunales Ehrenamt zu vereinen versuchen. Menschen die jeden Tag für die anderen, für die Familie, aber auch für sich selbst kämpfen. Daher, ein Splitter aus meinem Alltag. Ein kleiner Einblick, in meine große Welt.

(Allein der Text bis hierhin hat mich 4 Stunden gekostet, weil mich mein kleiner Sohn schon 6x in die Spielecke gerufen hat.)

Zurück zur Kernfrage:

Wie mache ich das?

(Nebenher frage ich meine Frau, ob ich unseren Tagesablauf öffentlich machen darf.)

Die Frage verwirrt mich. Solche Fragen stellt man doch heutzutage nicht. Heutzutage erwartet man! Man fordert. Leistungsgesellschaft! Man setzt voraus, dass etwas so ist, wie es eben ist. Der Kunde bezahlt dich für deine Leistung. Der Wähler gibt dir seine Stimme, damit du etwas erschaffst. Die Natur setzt voraus. Die Familie braucht dich. Alles Erwartungen und Aufgaben, die erfüllt werden müssen. Du musst da sein, du musst liefern, du musst funktionieren. Die Welt dreht sich von Tag zu Tag schneller und keiner – nicht einmal ich selbst – stelle mir die Frage, wie ich das eigentlich alles mache. Ich mache es einfach, weil ich keine Zeit habe, um darüber nachzudenken.

(Freigabe für den Tagesablauf erteilt)

Morgens um 03:00 klingelt der Wecker. Stiller Kuss auf Babybacke und ab Richtung Küche. Kaffee 1 von 14. Wenn Sitzungen anstehen: Vorlagen lesen. Ansonsten erstmal in Ruhe 160 E-Mails einzeln beantworten
(Pro Tag, ohne Spam). Dann um 06:00 Fahrt Richtung Lager. Mitarbeiter treffen, einweisen, verteilen. Material einladen. Ab 07.30 dann Ankunft im Büro. Parallel klingelt die erste WhatsApp-Gruppe (Von 20). Screenshots von Zeitungsartikel, in denen wir als FDP erwähnt werden – oder eben auch nicht. Telefonate, weitere E-Mails, Tagesgeschäft. Während um halb zehn in Deutschland mancherorts die Leute Knoppers essen, kommt der erste Parteikollege ins Büro und möchte über die letzten Entwicklungen sprechen. Ich mache klar, dass ich während der Arbeitszeit keine politische Revolution anzetteln kann und schicke ihn weg. Kurz vor der Mittagszeit…

(Wenn ich „Mittagszeit“ sage, soll das nur die Uhrzeit verdeutlichen. Ich mache kein Mittag. Niemals!)

…besucht mich meine Frau mit dem Kleinen. Ich spiele 2 Minuten lang „fang mich doch“ im Büro, drei Umarmungen – bevor mich dann wieder der Alltag einholt. Hier kein Material, da Elektroplan vergessen, hier Kabel durchgeschnitten. Angebot zu hoch, zu niedrig, zu spät. Steuerberater hier, Coronaverdacht da. Azubi war mal wieder nicht in der Schule, Lehrer ruft an.

Meine Frau verabschiedet sich wieder. Ich merke es nicht einmal. Die Zeit mit dem Junior reicht nicht.

Wenn Sitzung, dann 13.00 Uhr – Kreishaus. Mitten am Tag. An der Ampel E-Mails lesen. Am Parkplatz beantworten. Rückfahrt zwischen 14.30 und 15.00 Uhr. Gerade noch rechtzeitig, denn um 15.30 kommen alle Monteure rein. Rapporte kontrollieren, Folgetag besprechen, Probleme lösen, für alle da sein. Ein Bürgeranliegen zwischendurch: Kind von KITA abgewiesen, bitte dringend weiterleiten. Erstmal recherchieren, telefonieren, aufklären. Dann um 18.00 Uhr AUT (Ausschuss für Umwelt und Technik) mit anschließender Vorstandssitzung. 23.46 Uhr, du liegst im Bett. Niemand sieht, wie viel du machst.
Du und andere Mandatsträger haben heute wieder für die Bürgerinnen und Bürger gekämpft. Nicht mal einer, der in die Sitzung kommt. Ein „Danke Herr Stadtrat“ erwartest du nicht. Das wärst nicht du. Wäre auch vergebens. Dafür aber Leserbriefe, die dir einen reindrücken. Egal, immer weiter.

Die Frage: „WIE“ ich das alles unter meinen Hut kriege, lässt sich vielleicht mit einem „WIESO“, erklären:

Wir kommunale Mandatsträger, halten die Stadt zusammen. Wir passen auf, hören zu, geben Impulse und investieren Lebenszeit in die Zukunft der Gemeinde. In die Zukunft unserer Gemeinschaft. Wir wollen bewegen, verbessern, Spuren hinterlassen und den Bürgerinnen und Bürgern ein lebenswertes Umfeld ermöglichen. Wir übernehmen große Verantwortung und sind gerne für andere da. Merke auch: Wir sind keine Berufspolitiker. Wir sind auch kein Spielball zwischen Verwaltung, ortsansässigen Firmen, Institutionen und der Bürgerschaft. Wir sind Menschen. Ganz normale Menschen mit Privatleben, Familie und Beruf die Ihre Aufgaben und Verpflichtungen mit großer Hingabe, aber vor allem mit Liebe annehmen.

Ich liebe meine Arbeit, meine Bestimmung, jede einzelne Verpflichtung. Würde also jemand die „Liebe“ als Superkraft bezeichnen, dann wäre dies womöglich mein Geheimnis. Mein Antrieb. Die Antwort.

Danke an meine Familie für die Erlaubnis und Unterstützung meinen gesellschaftlichen Pflichten nachkommen zu dürfen. Danke an den Fragesteller (Daniel Güthler, erster Bürgermeister der Stadt Kornwestheim). Ohne Frage, keine Gedankenexplosion. Danke auch an Ludwigsburg24. Mein Kopf ist wieder frei – zumindest für heute.

 

Verkehrsbericht für Ludwigsburg: Welche Straßen diese Woche gesperrt sind

Bauhofstraße
Hier besteht bis Ende Dezember eine Vollsperrung zwischen der Bauhofstraße 39 und 45/1.

Bottwartalstraße
Hier besteht voraussichtlich bis Ende Oktober im Baubereich eine halbseitige Sperrung stadtauswärts. Die Umleitungen in die Wohngebiete sind ausgeschildert.

Friedenstraße
Hier besteht voraussichtlich bis Ende Dezember zwischen der Steinbeisstraße und der Daimlerstraße eine Vollsperrung in den jeweiligen Bauabschnitten.

Friedrichstraße / Keplerstraße Südseite
Hier steht zwischen der Saarstraße und der Stuttgarter Straße (B 27) bis voraussichtlich Ende Oktober nur noch jeweils eine Fahrspur pro Richtung zur Verfügung.

Grönerstraße
Die Grönerstraße ist voraussichtlich bis Mitte Dezember halbseitig gesperrt. Im Bereich der Baustelle besteht eine Einbahnstraßenregelung.

Heilbronner Straße
Durch die Betoninstandsetzung einer Stützwand wird eine Spur lokal von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr gesperrt.

Hindenburgstraße
Hier besteht bis voraussichtlich Ende November eine halbseitige Sperrung.

Hirschbergstraße/Finkenweg
Die Straße ist von der Hirschbergstraße 111 bis zur Brücke der Bundesautobahn voraussichtlich bis Mitte November voll gesperrt.

Hohenzollernstraße
Hier ist die Fahrspur stadtauswärts im Bereich der Baustelle temporär gesperrt.

Kornbeckstraße
Es besteht voraussichtlich bis Anfang Dezember eine Vollsperrung an der Kreuzung Corneliusstraße / Kornbeckstraße / Max-Holland-Straße sowie eine halbseitige Sperrung mit Einbahnstraßenregelung in Richtung Süden an der Kreuzung Mainzer Allee / Kornbeckstraße / Max-Holland-Straße.

Ludwigsburger Straße
Wegen Umbau der Bushaltestelle kommt es zu einer halbseitigen Sperrung im Baustellenbereich.

Marbacher Straße
Die Fahrspur stadtauswärts ist im Baustellenbereich voraussichtlich bis Mitte November gesperrt. Der Verkehr wird beidseitig mit einer Ampel geregelt.

Martin-Luther-Straße
Hier besteht voraussichtlich bis Dezember eine halbseitige Sperrung im Bereich zwischen der Gottlob-Molt-Straße und der Asperger Straße; der Verkehr im Kreuzungsbereich wird mit einer Ampel geregelt. In der Hoferstraße ist die Fahrspur stadtauswärts verengt.

Mathildenstraße
Zwischen der Solitudestraße und der Seestraße besteht eine Einbahnstraßenregelung in Richtung Schillerplatz. Der Bauabschnitt 2 dauert bis voraussichtlich Ende November 2021.

Mörikestraße (Daimlerstraße in Möglingen) /Kreuzung Wöhlerstraße
Hier besteht eine Vollsperrung bis voraussichtlich Ende Oktober (Erstellung eines Kreisverkehrs in der Daimlerstraße (Möglingen) sowie Asphaltarbeiten in Richtung Wöhlerstraße und Mörikestraße.

Neißestraße – Pregelstraße
Hier besteht bis Ende Dezember eine Vollsperrung für den Fahrverkehr.

Reuteallee
Zwischen Rosenackerweg und Westlicher Parkweg besteht bis Ende Oktober eine halbseitige Sperrung in den jeweiligen Bauabschnitten.

Robert-Franck-Allee / Aldinger Straße (Umbau Radweg)
Hier besteht bis voraussichtlich Ende März 2022 eine Vollsperrung der Bushaltestelle Aldinger Straße stadtauswärts sowie eine Einengung der Fahrbahn im Bereich der Baustelle.

Saarstraße
Die Fahrbahn ist im Bereich der Baustelle Schwieberdinger Straße stadteinwärts teilweise verengt. Außerhalb der Hauptverkehrszeiten wird die Fahrbahn im Kreuzungsbereich Saarstraße / Schwieberdinger Straße kurzfristig von zwei auf eine Spur verengt.

Schillerstraße
Die Schillerstraße ist für den Fahrzeugverkehr in Richtung Westen befahrbar. Der Radverkehr bleibt in beide Richtungen aufrechterhalten. Der Fußgängerverkehr wird über den Gehweg auf der Südseite geführt. Diese Verkehrsregelung gilt für die Dauer der Bauarbeiten bis voraussichtlich Ende 2022.

Schorndorfer Straße
Zwischen der Schorndorfer Straße 79 und der Neckarstraße steht für den Verkehr jeweils nur eine Fahrspur in jede Richtung zur Verfügung bis voraussichtlich Ende November.

Untere Gasse
Hier besteht zwischen der Bäckergasse und der Keltergasse voraussichtlich bis Ende Dezember eine Vollsperrung in den jeweiligen Bauabschnitten.

Vischerstraße
Zwischen der Friedrich-Ebert-Straße und der Hindenburgstraße besteht bis Ende Oktober eine Vollsperrung in den jeweiligen Bauabschnitten wegen Verlegung von Gas-/Wasser-/Fernwärmeleitungen.

Walckerpark/Untere Kasernenstraße
Durch die Umgestaltung der Walckerparkes/Untere Kasernenstraße ist der Parkplatz Untere Kasernenstraße gesperrt. Im Bereich Bietigheimer Straße, Untere und Obere Kasernenstraße werden Anwohnerparkplätze ausgewiesen.

Weiglestraße
Hier besteht bis voraussichtlich Ende November eine Vollsperrung im Bauabschnitt 1 von der Naststraße bis zur Weiglestraße 10.

Westrandstraße
Hier kann es zu Behinderungen im Bereich Liebigstraße / Beim Bierkeller kommen. Zudem bestehen Halteverbote in der Wöhlerstraße, Liebigstraße und in der Straße Beim Bierkeller. Es besteht Baustellenverkehr über den Feldweg beim Kleintierzüchterverein Pflugfelden. Es besteht eine halbseitige Sperrung der Straße Beim Bierkeller. Die Liebigstraße ist auf Höhe der Straße Beim Bierkeller voll gesperrt. Eine Umleitung für die Betriebe Scania und Wacker-Neuson über L1140 und Westrandstraße Süd ist ausgeschildert.