Wo früher Soldaten wohnten: Aus Kaserne wird Klimavorzeigeprojekt – Ludwigsburg feiert Eröffnung des JägerhofQuartiers

Wo einst Soldaten wohnten, entsteht heute ein Vorzeigequartier: Mit 161 Wohnungen, Kita, Gewerbeflächen und viel Grün wurde das JägerhofQuartier offiziell eröffnet. Ministerin Nicole Razavi übergab 1,9 Millionen Euro Städtebauförderung – und lobte Ludwigsburg als Modell für bezahlbares, nachhaltiges Wohnen in Baden-Württemberg.

Ludwigsburg. Wo einst Soldaten der Jägerhofkaserne untergebracht waren, steht heute ein Quartier, das beispielhaft für eine moderne Stadtentwicklung ist: ökologisch, sozial und architektonisch durchdacht. Beim Einweihungsfest des JägerhofQuartiers wurde das nicht nur gefeiert – sondern auch politisch honoriert. Mit einem symbolischen Scheck über 1,9 Millionen Euro reiste Landesbauministerin Nicole Razavi (CDU) nach Ludwigsburg, davon gehen 900.000 Euro gezielt in die Entwicklung des neuen Quartiers.

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„Ludwigsburg liefert“

Bereits beim Festakt zeigte sich die Ministerin beeindruckt von der Umsetzung vor Ort. „Wir alle müssen unseren Beitrag leisten, wenn es um bezahlbaren Wohnraum geht, und man kann sagen: Ludwigsburg liefert“, sagte Razavi. Das Projekt nannte sie einen „Meilenstein für die Stadtentwicklung“ – auch im Hinblick auf die regionale Wirtschaft: „Bezahlbarer Wohnraum ist ein entscheidender Faktor, damit Unternehmen Fachkräfte gewinnen und binden können – ein wichtiger Baustein für eine zukunftsfähige Region.“

Die insgesamt 3,6 Millionen Euro Städtebaufördermittel, von denen ein Großteil bereits in früheren Jahren bewilligt wurde, sollen die Transformation vom Kasernenareal zum durchmischten Wohnquartier absichern – ökologisch wie sozial.

Ein Ort mit Seele

Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht betonte bei der Einweihung, wie wichtig öffentlich geförderter Wohnraum für die Stadt sei. „Es ist ein wunderbarer Moment für die Stadt Ludwigsburg. Wir sind stolz, dass die Wohnungsbau Ludwigsburg das Projekt auf den Weg gebracht hat, das wir mit Städtebaufördermitteln zusammen mit dem Land unterstützen dürfen. Es ist ein tolles Quartier geworden mit alten Bäumen, mit viel Grün und mit historischer Substanz – ich fühle mich sehr wohl hier.“

Bewahren und erneuern

Auch WBL-Geschäftsführer Andreas Veit lobte die Zusammenarbeit mit der Stadtplanung und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Der ausgelobte Architektenwettbewerb brachte 36 Entwürfe hervor – am Ende setzte sich das Büro Hähnig Gemmecke gemeinsam mit Landschaftsarchitekt Stefan Fromm durch. „Sie haben mit ihrem Siegerentwurf hervorragende Arbeit geleistet und es geschafft, das Alte zu bewahren und das Neue harmonisch zu integrieren“, so Veit.

In seinem Appell richtete er den Blick auf politische Rahmenbedingungen: „Mit jeder neuen Auflage steigen nicht nur die Baukosten, sondern auch die Betriebs- und Unterhaltskosten. Hier müssen wir dringend zu einem normalen Maß finden, um schneller, einfacher und kostengünstiger zu bauen.“

Leben, Spielen, Nachbarschaft

Das Quartier selbst zeigte sich beim Fest von seiner besten Seite: Musik, Tanz, Führungen und Familienprogramm sorgten für echte Einweihungsstimmung. Kinder vergnügten sich bei Spielstationen und Eisausgabe, während Maskottchen Lotte (HB Ludwigsburg) und Lurchi (MHP RIESEN) für Unterhaltung sorgten. Geführte Rundgänge mit dem Architekten Gemmecke gewährten exklusive Einblicke in die Planung und Bauweise.

Nachhaltig, lebendig – und bezahlbar

Auf dem Areal der ehemaligen Kaserne entstanden 161 Wohnungen, eine Kita, 5.000 Quadratmeter Gewerbefläche, eine Tiefgarage mit 213 Stellplätzen sowie 322 Fahrradabstellplätze. Der begrünte Innenbereich mit elf erhaltenen Platanen, Aufenthaltsflächen, Spielbereichen und klarer Wegeführung ist autofrei.

Dank Fernwärme, Photovoltaik, Regenwassermanagement und Mieterstrom erfüllt das Quartier hohe ökologische Standards. Die Mieten für geförderte Wohnungen starten bei 8,78 Euro pro Quadratmeter – ein deutliches Signal in Zeiten steigender Baukosten.

red