
Der Wohnungsbau in Baden-Württemberg ist 2025 deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Landesamts wurden im vergangenen Jahr 25.565 Neubauwohnungen fertiggestellt. Das sind 19 Prozent weniger als im Vorjahr und der niedrigste Wert seit 2010.
Von Lea Brandt – 11.38 Uhr
Stuttgart. Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum bleibt hoch, doch gebaut wird immer weniger. In Baden-Württemberg wurden im Jahr 2025 so wenige Neubauwohnungen fertiggestellt wie seit 15 Jahren nicht mehr. Nach Angaben des Statistischen Landesamts entstanden insgesamt 25.565 Neubauwohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden.
Besonders stark war der Rückgang bei Einfamilienhäusern und kleineren Wohngebäuden. In Einfamilienhäusern wurden 4.922 Wohnungen fertiggestellt. Das entspricht einem Minus von 27 Prozent im Vergleich zu 2024. In Wohngebäuden mit zwei Wohnungen entstanden 2.456 neue Wohnungen. Hier lag der Rückgang sogar bei 32 Prozent.
Den größten Anteil machten weiterhin Gebäude mit drei oder mehr Wohnungen aus. Dort wurden 16.672 Wohnungen fertiggestellt, 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch in Nichtwohngebäuden entstanden weniger Wohnungen. Die Zahl sank um 39 Prozent auf 666. Ein Plus gab es dagegen bei Wohnheimen. Dort wurden 849 Wohnungen fertiggestellt, 55 Prozent mehr als 2024.
Auch mit Umbauten reicht es nicht
Neben Neubauten kamen durch Um, An oder Ausbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden 4.727 Wohnungen hinzu. Das waren etwas mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden 2025 damit 30.292 Wohnungen fertiggestellt. Im Jahr 2024 waren es noch 36.379 gewesen. Unter dem Strich ergibt sich ein Rückgang von 17 Prozent.
Getragen wurde der Neubau vor allem von Unternehmen, darunter besonders Wohnungsunternehmen. Sie stellten 12.827 Wohnungen fertig und kamen damit auf fast 52 Prozent aller Neubauwohnungen in Wohngebäuden. Private Haushalte errichteten 10.426 Wohnungen, was einem Anteil von 42 Prozent entspricht.
Öffentliche Bauherren und Organisationen ohne Erwerbszweck spielten eine deutlich kleinere Rolle. Auf Kommunen, kommunale Wohnungsunternehmen, Bund, Land sowie gemeinnützige Organisationen entfielen zusammen 1.646 fertiggestellte Wohnungen. Das entspricht rund sechs Prozent.
Die Zahlen zeigen, wie angespannt die Lage auf dem Wohnungsmarkt bleibt. Gerade in wachsenden Regionen und Ballungsräumen verschärft jeder Rückgang beim Neubau den Druck auf Mieten, Kaufpreise und Wohnungssuchende.

