
Von Ayhan Güneş
In Ludwigsburg entsteht ein neues Schutzhaus für Frauen und Kinder, das vom Land Baden-Württemberg mit dem maximal möglichen Fördersatz von 2,8 Millionen Euro unterstützt wird. Betrieben werden soll es vom Verein Frauen für Frauen e.V. unter der Leitung von Stadträtin Arezoo Shoaleh. Beim Besuch des Vereins betonten SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch und Landtagskandidatin Nathalie Ziwey, dass der Schutz vor Gewalt verlässlich finanziert werden müsse. Hohe Mieten erschwerten zudem den Weg in ein selbstbestimmtes Leben.
Ludwigsburg – Schutz, Sicherheit, Perspektive
Gewalt gegen Frauen ist ein Thema, das selten Schlagzeilen macht – und dennoch jeden Tag Leben verändert. Am Mittwoch, 13. August, besuchte SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch gemeinsam mit Landtagskandidatin Nathalie Ziwey, dem Bundestagsabgeordneten Macit Karaahmetoğlu, Stadträtin Margit Liepins und Kreisrätin Stefanie Liepins den Verein Frauen für Frauen in Ludwigsburg.
Vor Ort informierte das Team um Vereinsleiterin Arezoo Shoaleh über seine Arbeit – und die Hürden, die den Alltag prägen. Trotz des Bundes-Gewalthilfegesetzes, das einen Rechtsanspruch auf einen Platz im Frauenhaus garantiert, ist die langfristige Finanzierung vieler Schutzplätze nicht gesichert.
„Gewalt gegen Frauen ist kein Randthema, für das sich nur Frauen interessieren sollten. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Für die SPD hat der Kampf gegen Gewalt an Frauen auch in möglichen Koalitionsverhandlungen höchste Priorität“, sagte Stoch.
Auch Ziwey unterstrich den Handlungsbedarf: „Es kann nicht die Aufgabe von engagierten Frauen sein, immer wieder für ausreichend Schutzplätze zu kämpfen. Wir brauchen eine gesetzliche Regelung, die die Finanzierung verlässlich sicherstellt.“
Neben der finanziellen Absicherung rückt ein weiteres Problem in den Fokus: hohe Mieten und knapper Wohnraum. Beides erschwert Frauen nach dem Aufenthalt im Schutzhaus den Schritt in ein eigenständiges Leben. „Selbst wenn sie bereit sind, den Schutzraum zu verlassen, blockiert oft die lange Wohnungssuche den Neustart“, fasst der Verein zusammen.
Der Besuch machte deutlich: Ein wirksamer Schutz für Betroffene braucht mehr als sichere Mauern – er braucht politische Entschlossenheit, verlässliche Gesetze und dauerhafte Finanzierung.

