Abzock-Versuche per Phishing-Mail

Die Betrugswelle rollt: Aktuell erhalten Verbraucher wieder verstärkt Phishing-Mails, die angeblich von einer Bank oder Sparkasse kommen. Betroffen sind unzählige Kreditinstitute. Oftmals steht in der E-Mail, es habe sich etwas im TAN-Verfahren geändert und man müsse nun Einstellungen im Online-Konto unter dem mitgeteilten Link vornehmen. Die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) rät Betroffenen, auf keinen Fall Daten anzugeben, sondern die Mails einfach zu löschen.

ANZEIGE

Als vermeintliche Absender werden bei den Abzock-Versuchen etwa Sparkassen oder auch Volks- und Raiffeisenbanken als Absender angegeben. Den Empfängern wird beispielsweise mitgeteilt, dass neue, sicherheitsrelevante Techniken freigeschaltet werden müssten.

„Die Masche hat zum Ziel, dass Verbraucher auf einen Link klicken, unter dem sie angeblich die Verfahren einschalten bzw. ihre Daten aktualisieren können. Geleitet werden sie allerdings regelmäßig auf eine dem Online-Banking nachempfundene Seite, auf der sie persönliche Zugangsdaten eingeben sollen“, erklärt Michele Scherer, Expertin für Digitales bei der VZB.

„Betroffene sollten sich von den Mails nicht unter Druck gesetzt fühlen und auf keinen Fall über diesen Link Daten von sich preisgeben“, rät die Verbraucherschützerin. „Diese E-Mails gehören in den elektronischen Papierkorb!“

Rudolf Huber / glp

Kinderpornografie: Ermittler lassen nach Ermittlungserfolg Missbrauchsaufnahmen im Netz

Berlin – Deutsche Ermittler lassen große Mengen sogenannter Kinderpornografie im Internet. Das zeigen Recherchen von „Spiegel“, dem NDR-Magazin „Panorama“ und dem Funk-Format „Strg_F“. Demnach wäre es technisch mit einfachen Mitteln möglich, solche Aufnahmen löschen zu lassen.

ANZEIGE

So ließ das Bundeskriminalamt nach seinem großen Ermittlungserfolg gegen die Darknet-Plattform „Boystown“ im Frühjahr offenbar keine Bilder oder Videos entfernen, die über die Seite verbreitet wurden. Dabei lagen zahlreiche Aufnahmen auf Servern sogenannter Clearnet-Filehoster, die auf Hinweise von externen Stellen schnell reagieren. Im Zuge der Recherche meldeten Reporter sechs von Pädokriminellen häufig verwendeten Speicherdiensten, dass über ihre Server Missbrauchsabbildungen zum Download angeboten werden.

Die Unternehmen löschten daraufhin mehr als 13 Terabyte Videos und Fotos aus dem Netz. Die Strategie der deutschen Ermittlungsbehörden ist jedoch stark auf die Identifikation und Verfolgung von Tätern ausgerichtet. Das Löschen von Missbrauchsdarstellungen betrachten sie bislang kaum als ihre Aufgabe.

Die Recherche der drei Medien gibt auch Einblicke in die vermutliche größte Missbrauchsseite, die es im Darknet je gab. Auf der noch online befindlichen Plattform sind 3,7 Millionen Nutzerkonten registriert. Allein ein Unterforum mit dem Namen „Spielplatz“, in dem Pädokriminelle Missbrauchsaufnahmen von Kindern zwischen null und 14 Jahren verbreiten, wurde mehr als 1,1 Milliarden Mal angeklickt.

red / dts Nachrichtenagentur