Alte Smartphones zu schade für die Schublade

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Anstatt ausgediente Handys in Schubladen schlummern zu lassen, sollte man sie spenden, damit sie wiederverwendet oder recycelt werden können. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) startet jetzt gemeinsam mit den Ministerien für Umwelt- und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg eine Sammlung für alte Handys und Smartphones. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ministerien können bis Ende des Jahres alte Geräte für eine Wiederverwendung oder ein umweltfreundliches Recycling in Sammelboxen innerhalb der Dienstgebäude abgeben.

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Durch die gemeinsame Aktion wollen der Umweltverband und die Brandenburger Ministerien auf das Problem immer größer werdender Elektroschrottberge aufmerksam machen und ein Zeichen für die Wiederverwendung, eine längere Nutzung und das Recycling gebrauchter Elektrogeräte setzen. „Handys sind zu einem Symbol unserer Wegwerfgesellschaft geworden. Jedes Jahr werden rund 24 Millionen neue Geräte verkauft. Meist werden sie nur zwei bis drei Jahre genutzt und verschwinden dann in der Schublade oder oftmals im Hausmüll, obwohl sie noch funktionsfähig sind. Dieser Umgang mit Ressourcen ist nicht nachhaltig und belastet zudem unser Klima“, sagt die DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

„Bis zu 20 Prozent aller gesammelten Alt-Mobiltelefone können repariert, wieder nutzbar gemacht oder zumindest als Ersatzteilspender für andere Geräte verwendet werden. Der Nutzen für die Umwelt ist enorm: Schon die Aufbereitung eines einzelnen Smartphones spart 14 Kilogramm an Ressourcen und 58 Kilogramm an Treibhausgasemissionen ein, die für die Herstellung eines neuen Gerätes notwendig wären“, betont die Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg Anna Heyer-Stuffer.

Über die Sammlung „Handys für die Umwelt“ erfasste Geräte werden einzeln geprüft, ob sie sich noch reparieren und für eine weitere Nutzung aufbereiten lassen. Persönliche Daten werden dabei professionell und vollständig gelöscht. Sind Geräte nicht für eine Wiederverwendung geeignet, werden enthaltene Rohstoffe durch einen zertifizierten Recycler zurückgewonnen und Schadstoffe umweltgerecht behandelt. Mit den Erlösen der Handysammlung werden Umweltschutzprojekte in Deutschland unterstützt. Seit 2003 setzt sich die DUH für den bewussten und umweltfreundlichen Umgang mit Mobiltelefonen ein und konnte mit ihren Partnern bis heute über drei Millionen ausgediente Handys sammeln.

Solveig Grewe / glp

Kinderpornografie: Ermittler lassen nach Ermittlungserfolg Missbrauchsaufnahmen im Netz

Berlin – Deutsche Ermittler lassen große Mengen sogenannter Kinderpornografie im Internet. Das zeigen Recherchen von „Spiegel“, dem NDR-Magazin „Panorama“ und dem Funk-Format „Strg_F“. Demnach wäre es technisch mit einfachen Mitteln möglich, solche Aufnahmen löschen zu lassen.

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So ließ das Bundeskriminalamt nach seinem großen Ermittlungserfolg gegen die Darknet-Plattform „Boystown“ im Frühjahr offenbar keine Bilder oder Videos entfernen, die über die Seite verbreitet wurden. Dabei lagen zahlreiche Aufnahmen auf Servern sogenannter Clearnet-Filehoster, die auf Hinweise von externen Stellen schnell reagieren. Im Zuge der Recherche meldeten Reporter sechs von Pädokriminellen häufig verwendeten Speicherdiensten, dass über ihre Server Missbrauchsabbildungen zum Download angeboten werden.

Die Unternehmen löschten daraufhin mehr als 13 Terabyte Videos und Fotos aus dem Netz. Die Strategie der deutschen Ermittlungsbehörden ist jedoch stark auf die Identifikation und Verfolgung von Tätern ausgerichtet. Das Löschen von Missbrauchsdarstellungen betrachten sie bislang kaum als ihre Aufgabe.

Die Recherche der drei Medien gibt auch Einblicke in die vermutliche größte Missbrauchsseite, die es im Darknet je gab. Auf der noch online befindlichen Plattform sind 3,7 Millionen Nutzerkonten registriert. Allein ein Unterforum mit dem Namen „Spielplatz“, in dem Pädokriminelle Missbrauchsaufnahmen von Kindern zwischen null und 14 Jahren verbreiten, wurde mehr als 1,1 Milliarden Mal angeklickt.

red / dts Nachrichtenagentur