Bahnbrechende Technologie: Neue Herzkatheteranlage für Kinder

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In der Kinderkardiologischen Abteilung des Uniklinikums Erlangen wurde jetzt eine neue hochmoderne Herzkatheteranlage für Kinder und Jugendliche installiert. Ein vergleichbares System, dessen Gesamtkosten sich inklusive der Installation auf ca. 1,5 Millionen Euro belaufen, gibt es aktuell bayernweit nur in München.

Eines von 100 Kindern kommt mit einem Herzfehler zur Welt. Im Kinderherzzentrum des Uniklinikums Erlangen werden jedes Jahr rund 100 Neugeborene mit angeborenem Herzfehler behandelt. Etwa die Hälfte der betroffenen Babys kann – ohne Operation – besonders schonend mittels Herzkatheter über die Leiste behandelt werden.

“Dass von allen Herzkatheteruntersuchungen und -interventionen, die in Deutschland bei Menschen mit angeborenen Herzfehlern gemacht werden, knapp 80 Prozent auf Kinder entfallen, macht deutlich, welche Bedeutung kinderspezifische Herzkatheterlabore haben”, betont Prof. Dittrich, Leiter der Kinderkardiologischen Abteilung und des Kinderherzzentrums des Uniklinikums Erlangen. Man würde sich deshalb umso mehr über die neue Hightech-Angiografieanlage freuen, mit der man in die Zukunft investiert habe und von der die Patienten sehr profitieren würden.

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Die große Besonderheit des neuen Erlanger Systems: Integrierte Live-Ultraschallbilder des Herzens erleichtern den Behandlungsablauf und machen ihn – angepasst an den kindlichen Körper – noch präziser. “Wir sparen dank der neuen Anlage nicht nur Röntgenstrahlung ein, sondern erweitern auch unser Blickfeld”, erklärt der Kinderkardiologe.

Das neue Gerät erlaubt es, auch Magnetresonanztomografie- und Computertomografie-Bilder in den laufenden Herzkathetereingriff zu integrieren – vom neuesten Photon-Counting-CT bis zum hochmodernen offenen Niederfeld-MRT. “In die Anwendungsentwicklung und Nutzung von anatomischen Bildinformationen aus verschiedenen Untersuchungsquellen, also die sogenannte multimodale Bildgebung, haben wir in den vergangenen zehn Jahren viel Energie und Arbeit investiert”, erklärt Prof. Dittrich.

In der neuen Herzkatheteranlage seien diese Arbeitsschritte jetzt fest eingebunden und leicht nutzbar. Insbesondere dank der Kombination aus Ultraschall- und Röntgentechnik könne man ab sofort weitere neue Behandlungstechniken entwickeln und schon vorhandene verbessern. Die neue Anlage beinhalte alle heute verfügbaren modernen technologischen Modalitäten.

mp/asg