Drittel der Internetnutzer auf Partnersuche im Netz

Derzeit ist ein Drittel der Internetnutzer ab 16 Jahren in Deutschland auf Partnersuche im Netz. Das entspricht rund 20 Millionen Menschen, teilte der Branchenverband Bitkom am Freitag mit. 84 Prozent derjenigen, die online flirten und daten, nutzen laut einer Erhebung des Verbandes dafür ihr Smartphone.

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Unter den Jüngeren zwischen 16 und 29 Jahren sind es sogar 93 Prozent. Die meisten, die online flirten, haben ein Profil in Dating-Apps: 7 von 10 (69 Prozent) wischen auf typischen Dating-Apps wie Tinder, Lovoo oder Bumble nach links und rechts. Etwa genauso viele (68 Prozent) sind auf Online-Singlebörsen oder bei Partnervermittlungen wie Parship, ElitePartner oder eDarling unterwegs.

50 Prozent flirten in sozialen Netzwerken. Alle Altersstufen tummeln sich auf dem Online-Dating-Markt. 34 Prozent der 16- bis 29-jährigen, 39 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und 33 Prozent der 50- bis 64-jährigen Internetnutzer suchen online nach Partnerschaften oder Begegnungen.

Bei den Senioren ab 65 Jahren, die das Internet nutzen, sind es noch 16 Prozent. Drei Viertel von ihnen (75 Prozent) halten Online-Dating jedoch oft für oberflächlich – deutlich mehr als in den anderen Altersgruppen. Um One-Night-Stands geht es kaum – angeblich: Insbesondere Dating-Apps wie Tinder wird oft der Vorwurf gemacht, dass sie eine ungute Flirtkultur und Seitensprünge fördern, viele Menschen suchten dort vor allem schnellen Sex, langfristige Beziehungen seien schwer zu finden, so das Klischee.

In einer Bitkom-Befragung Anfang 2022 gaben lediglich 6 Prozent der Nutzer von Online-Dating-Diensten an, es gehe ihnen vor allem um One-Night-Stands – eine Unterscheidung zwischen Männern und Frauen wurde dabei nicht gemacht. 71 Prozent dagegen suchen vor allem eine feste Beziehung. Ein Viertel (25 Prozent) sucht auch lockere Flirts oder gelegentliche Dates.

39 Prozent haben im Internet ihre große Liebe kennengelernt. Deutlich öfter kommt es zu Beziehungen und längerfristigen Partnerschaften, auch wenn es nicht die Liebe fürs Leben ist: 61 Prozent haben so schon einmal einen festen Partner oder eine feste Partnerin gefunden, bei gut der Hälfte war die Beziehung zum Befragungszeitpunkt Anfang 2022 sogar noch aktuell. 56 Prozent sind schon einmal auf ein Fake-Profil hereingefallen.

Frauen (61 Prozent) sind davon häufiger betroffen als Männer (51 Prozent). Fast die Hälfte (48 Prozent) hatte auch schon mal ein Date mit einer Person, die dann ganz anders war als im Online-Profil dargestellt. Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat.

Dabei wurden im Januar 2022 1.005 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren befragt, darunter 856 Internetnutzer.

red

Studie: Wie die Deutschen googeln

Etwas mehr als ein Drittel der Deutschen nimmt Hilfe aus dem Internet mindestens einmal täglich in Anspruch. Welche teils persönlichen und intimen Fragen dabei geteilt werden und welchen Stellenwert das Thema Datenschutz in diesem Zusammenhang einnimmt, zeigt eine internationale Studie von OnePoll im Auftrag von ExpressVPN, Dienstleister für Datensicherheit und Privatsphäre.

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Beim Suchen im Netz spielen vielfach Themen eine rolle, die persönlich und intim sind. So googeln zum Beispiel 16 Prozent der Befragten nach Informationen zu physischen und 11 Prozent zu psychischen Erkrankungen. 14 Prozent suchen nach Heilmitteln und Kuren bei körperlichen Beschwerden. 20 Prozent suchen nach Antworten rund um das Thema Sex, während sich elf beziehungsweise neun Prozent Tipps zu Dating- und Beziehungsfragen erhoffen.

Sollten andere Personen Einblicke in ihre Suchläufe bekommen, wäre ein Viertel zunächst verärgert (24 Prozent), für 21 Prozent wäre es schlicht unangenehm, 17 Prozent wären beschämt beziehungsweise peinlich berührt (sechs Prozent) und zehn Prozent sogar verängstigt. Ein kleiner Teil der Befragten (vier Prozent) wäre aber erleichtert, dass ihr Geheimnis endlich gelüftet wurde.

Trotz persönlicher Details und teils intimer Fragen nutzen nur 16 Prozent der Befragten täglich einen Inkognito-Browser für ihre Online-Suchen, ein Drittel (34 Prozent) greift nie auf diese Option zurück. Ähnlich verhält es sich mit der Nutzung virtueller privater Netzwerke (VPN) zur Verbesserung der Privatsphäre im Internet – knapp die Hälfte der Deutschen (48 Prozent) nutzt kein VPN.

„Unsere Studie hat gezeigt, dass die Deutschen online viel offener mit ihren intimsten Fragen und Sorgen umgehen als mit Freunden und Familie“, sagt Harold Li, Vice President bei ExpressVPN. „Sie sind sich zwar des Risikos bewusst und besorgt, dass Unternehmen und Plattformen ihre privatesten Informationen einsehen können – aber sie tun wenig dagegen. Dabei könnten sie die Kontrolle darüber haben, was sie Dritten über ihr Online-Verhalten und ihren Suchverlauf zeigen.“

Harold Li zeigt auf, dass die Verwendung eines VPNs ein nützliches Instrument sein kann, um sicherzustellen, dass Unternehmen Online-Aktivitäten, wie besuchte Webseiten oder benutzte Apps, weder sehen noch protokollieren können und diese Aufzeichnungen auch nicht verkaufen können. Indem die Nutzer die Kontrolle darüber übernähmen, was sie anderen über ihr Online-Verhalten zeigen, nähmen sie die Macht zurück in ihre eigenen Hände – schnell und effektiv.

wid/asg