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Fitnessstudios: So kommt man aus den Verträgen raus

Die zahlreichen guten Vorsätze treiben die Menschen im neuen Jahr in Scharen in die Fitnessstudios. Doch sind wir ehrlich: Viele halten nicht lange durch. Doch was macht man, wenn feststellen muss, dass das Fitnessstudio doch nicht der richtige Ort für einen ist? Experten des Versicherers ARAG erklären, wie man gegebenenfalls aus den Verträgen wieder herauskommt.

Ein 14-tägiges Widerrufsrecht wird es bei Fitnessstudioverträgen im Regelfall nicht geben. Für die fristgerechte Kündigung des Vertrages ergibt sich die Kündigungsfrist aus den AGB des Sportstudios. Es gibt aber Möglichkeiten für eine außerordentliche Kündigung, zum Beispiel nach einer Erkrankung, die eine Benutzung des Fitnessstudios dauerhaft ausschließt. Das Fitnessstudio darf die Vorlage ärztlicher Bescheinigungen, jedoch nicht die Konsultation eines bestimmten Arztes verlangen.

Eine Möglichkeit: Eine Verletzung vertraglicher Pflichten durch den Fitnessstudiobetreiber, wenn zum Beispiel ein Kurs ersatzlos wegfällt, der für den Kunden aber wichtig war. Vorher muss man sich allerdings beschwert und eine angemessene Frist zur Abhilfe gesetzt haben.

Ein Wohnortwechsel des Mitglieds ist dagegen laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2016 nicht mehr per se ein Grund für eine außerordentliche Kündigung. Die Gründe für einen Umzug – sei er auch berufsbedingt – liegen in aller Regel allein in der Sphäre des Kunden. Bei einer Schwangerschaft wird von manchen Gerichten nur das beitragsfreie Ruhen des Vertrages für die Dauer der Schwangerschaft angenommen.

Die Experten weisen darauf hin, dass man den Vertrag aber auch aus wichtigem Grund in der Regel nur innerhalb einer angemessenen Frist von maximal 14 Tagen ab Kenntnis vom Vorliegen des Kündigungsgrundes kündigen kann.

Andreas Reiners

 

So steht es um die private Altersvorsorge

Die Reform der privaten Altersvorsorge in Deutschland ist ein heißes Eisen. Das Bundesfinanzministerium hat jetzt Experten aus der Versicherungswirtschaft und Verbraucherverbände zu einer Anhörung eingeladen, um Vorschläge für die Neuorganisation der staatlich organisierten Riester-Rente zu diskutieren.

Nachdem sich die Bundesregierung auf einen Gesetzesentwurf zur Einführung einer Grundrente geeinigt hat, soll nun die staatlich organisierte private Altersvorsorge neu organisiert werden. Die staatlich geförderte Zusatzrente steht seit Jahren wegen hoher Kosten und niedriger Verzinsung in der Kritik. Eine 2019 veröffentlichte Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) und der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) kam zu dem ernüchternden Ergebnis, dass die Riester-Rente ein Flop war.

Knapp 20 Jahre nach ihrem Start habe sich die freiwillige Riester-Rente für die meisten Sparer nicht gelohnt und verhindere Altersarmut kaum, heißt es. Die Verträge seien insgesamt zu kompliziert, zu renditeschwach und zu teuer. Finanzexperte Sven Thieme, Geschäftsführer von Competent Investment Management, beschreibt die Herausforderung: “Die Riester-Rente hat die hohen Erwartungen nicht erfüllt. Dennoch ist es sinnvoll staatlich geförderte Produkte als zweite Säule der Altersvorsorge anzubieten.”

Aufgrund des demographischen Wandels werden in Zukunft immer weniger junge Arbeitnehmer die Altersbezüge für immer mehr Senioren erwirtschaften müssen. Derzeit kommen auf 60 Rentner rund 100 Beitragszahler. In spätestens zehn Jahren werden dann 100 Beitragszahler 100 Senioren finanzieren müssen, prognostizieren Branchenexperten. Sinkende Renten und längere Lebensarbeitszeiten seien die logische Konsequenz .

Ralf Loweg