Geld sparen dank der neuen Novelle

Ein Wechsel des Internetanbieters nach der Mindestvertragslaufzeit kann mehrere hundert Euro sparen. Wechseln Verbraucher zum Beispiel von einem DSL-Tarif mit 50 MBit/s zu einem Kabeltarif mit gleicher Geschwindigkeit, sparen sie bis zu 712 Euro über die zweijährige Laufzeit des Folgevertrags. Das betont das Vergleichsportal Check24.

ANZEIGE

Ab dem 1. Dezember ist ein Anbieterwechsel noch einfacher möglich. Dann tritt die Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) in Kraft. Unter anderem können Verbraucher ihren Internettarif dann nach der Mindestvertragslaufzeit jederzeit monatlich kündigen. Eine automatische Verlängerung um zwölf Monate – wie das bislang häufig der Fall war – ist dann nicht mehr erlaubt.

„Für Verbraucher bedeutet die Gesetzesänderung einen enormen Vorteil“, sagt Markus Schramm von Check24. „Eine automatische Vertragsverlängerung um ein weiteres Jahr, weil man die Kündigung vergessen hat, muss niemand mehr fürchten. Das gilt auch für bereits bestehende Verträge.“

Häufig sind sogar Tarife mit doppelter oder dreifacher Geschwindigkeit deutlich günstiger als der Verbleib beim bisherigen Anbieter über die Mindestvertragslaufzeit hinaus. Ein Wechsel von einem Tarif mit 50 MBit/s auf einen Tarif mit mindestens 100 MBit/s spart rund 697 Euro über die Vertragslaufzeit.

Bleiben Verbraucher ihrem Internetanbieter über die Mindestvertragslaufzeit treu, wird es deutlich teurer. Im Schnitt kostet der identische Tarif dann 37 Prozent mehr als für Neukunden. In der Spitze werden sogar 107 Prozent bzw. 18 Euro monatlich mehr fällig.

Eine Studie des Forschungsinstituts IPRI im Auftrag von Check24 hat gezeigt, dass das Sparpotenzial durch einen Wechsel des Internetanbieters enorm ist: Auf insgesamt 863 Millionen Euro summiert sich die Ersparnis der Check24-Kunden in den vergangenen zehn Jahren. Ein Grund: Beim Abschluss eines Internetvertrags über das Portal erhalten Kunden einen Cashback, den sie beim Anbieter in dieser Form nicht bekommen. Im Jahr 2020 betrug der Cashback im Schnitt 134 Euro.

Andreas Reiners / glp

Im Visier: Datenschutz-Aufsichtsbehörde nimmt sich Instagram, Tiktok & Co. vor

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber hat Bedenken gegen die Nutzung der sozialen Netzwerke Instagram, Tiktok und Clubhouse in Bundesbehörden geäußert. „In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) führen wir eine technische Prüfung der jeweiligen Apps durch“, sagte Kelber dem „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe). „Es geht dabei um die Software, die auf Geräten der Bundesbehörden und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter laufen.“

ANZEIGE

Erste Erkenntnisse wiesen auf „datenschutzrechtliche Probleme“ hin, so Kelber. Die Prüfung sei aber noch nicht abgeschlossen. „Als Behörde müssen wir da sehr konkret sein.“

Kelber bekräftigte zugleich seine Kritik an den sogenannten Facebook-Fanpages. Diese Seiten könnten „wegen der unklaren geteilten datenschutzrechtlichen Verantwortung zwischen Facebook und dem Betreiber der Seite nach wie vor nicht rechtskonform betrieben werden“, sagte der Datenschützer. Von der Bundesregierung und den obersten Bundesbehörden hatte Kelber deshalb im vergangenen Jahr verlangt, ihre Facebook-Seiten bis Ende 2021 abzuschalten.

Dies ist bislang nicht geschehen. Kelber sieht aber keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. „Mein Ziel ist nicht zwingend die Abschaltung von Facebook-Fanseiten, sondern ich will eine datenschutzkonforme Kommunikation zwischen der Bundesregierung und den Bürgerinnen und Bürgern erreichen“, sagte er.

Ob dies gelingt, ist indes fraglich. „Wir haben jetzt noch einmal mit der Bundesregierung und Facebook Gespräche geführt und werden sehen, was das Ergebnis sein wird“, sagte Kelber. „Ich hoffe, dass Facebook endlich ein Einsehen hat und nicht nur die Fanpages der Bundesregierung, sondern alle Fanpages in eine Form bringt, die europäischen Datenschutzvorgaben entspricht.“

red / dts