Geldautomat in Gerlingen gesprengt – Täter auf der Flucht

Unbekannte haben in der Nacht auf Donnerstag in Gerlingen den Geldautomaten einer Bank gesprengt. Die Polizei hat vor Ort Spuren aufgenommen und ermittelt nun. Nach den Tätern wird gefahndet.

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Was war genau passiert?

Vermutlich drei bislang unbekannte Täter sprengten in der Nacht zum Donnerstag einen Geldautomaten einer Bankfiliale in einem Wohn- und Geschäftsgebäude in der Hauptstraße in Gerlingen. Mehrere Anwohner wurden gegen 02:00 Uhr von lauten Knallgeräuschen aus dem Schlaf gerissen. Zeugenangaben zufolge verließen kurz darauf drei dunkel gekleidete Personen die Bank und flüchteten mit einem dunklen Pkw Kombi mit sehr lautem Motorengeräusch über die Leonberger Straße mutmaßlich in Richtung Bundesautobahn 81. Bei dem Fluchtfahrzeug, das in unmittelbarer Tatortnähe abgestellt gewesen sein soll, könnte es sich um einen Audi mit Karlsruher Kennzeichen (KA-) gehandelt haben.

Die unbekannten Täter dürften Bargeld in noch unbekannter Höhe erbeutet haben. Sofort eingeleitete polizeiliche Fahndungsmaßnahmen unter Einbindung des Polizeihubschraubers verliefen bislang ohne Ergebnis.

Durch die Explosion wurde das Gebäude beschädigt. Die Höhe des Sachschadens kann derzeit noch nicht beziffert werden.

Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg hat die Ermittlungen übernommen und bittet unter der zentralen Hinweisnummer 0800 1100225 um weitere Zeugenhinweise.

red

Arbeitslosigkeit im Landkreis fast unverändert – Kriegsflüchtlinge verzerren Statistik

LANDKREIS LUDWIGSBURG. Im September waren nach Angaben der Agentur für Arbeit Ludwigsburg und dem kommunalen Jobcenter Ludwigsburg insgesamt 9.684 Menschen im Landkreis arbeitslos, ein Anstieg gegenüber August um 134 Personen oder 1,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen lag wie im Vormonat bei 3,1 Prozent (Vorjahresmonat: 3,2 Prozent), 0,6 Prozentpunkte unter der durchschnittlichen Arbeitslosenquote von Baden-Württemberg mit 3,7 Prozent (Vorjahresmonat 3,7 Prozent).

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„Der Arbeitsmarkt ist weiterhin stabil und durch Personalengpässe in vielen Bereichen gekennzeichnet. Der im September üblicherweise zu beobachtende Rückgang der Arbeitslosigkeit ist in diesem Jahr allerdings ausgeblieben. Dies ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass sich die im Landkreis Ludwigsburg aufgenommenen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine verstärkt beim kommunalen Jobcenter arbeitslos gemeldet haben.“, analysiert Martin Scheel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ludwigsburg, die jüngste Entwicklung.

Hoher Stellenbestand – weniger Stellenmeldungen nach der Sommerpause

Die Nachfrage nach Arbeitskräften im Landkreis ist nach wie vor hoch. Der Stellenbestand der Agentur für Arbeit Ludwigsburg lag im September bei 4.839 offenen Stellen, 7 (0,1 Prozent) weniger als im August und 719 (17,5 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Im September konnte der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur 836 neue Stellenmeldungen entgegennehmen, 390 (31,8 Prozent) weniger als im August und 89 (- 9,6 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn wurden der Agentur 730 oder 8,6 Prozent mehr Arbeitsstellen zur Besetzung gemeldet als im Vorjahreszeitraum.

In der aktuellen Arbeitsmarktstatistik zeigen sich besonders im Bereich der Grundsicherung die Folgen der Fluchtmigration von Menschen aus der Ukraine. Dieser Personenkreis wird seit dem 1. Juni 2022 vom kommunalen Jobcenter Landkreis Ludwigsburg betreut. Insgesamt waren 3.176 Ausländer beim Jobcenter arbeitslos gemeldet, ein Anstieg zum Vormonat um 486 oder 18,1 Prozent. Darunter befanden sich 989 Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit (Vormonat 543 Personen). Erfreulich ist, dass die Anzahl der von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Menschen in der Grundsicherung zum Vorjahresmonat um 340 oder 13,8 Prozent zurückgegangen ist. Im September waren 2.132 Personen ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet, teilt die Ludwigsburger Behörde mit

Bundesweite Arbeitslosenzahl legt im Vorjahresvergleich zu

Nürnberg – Die Arbeitslosenzahl hat im September um 21.000 gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit am Freitag mit. Gegenüber dem Vormonat sank die Zahl um 62.000 auf 2.486.000 Arbeitssuchende.

Die Arbeitslosenquote veränderte sich gegenüber gegenüber August um -0,2 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent. „Der Arbeitsmarkt ist trotz steigender Preise und der Sorge vor Energieknappheit insgesamt weiter stabil“, sagte BA-Chefin Andrea Nahles in Nürnberg. Die Arbeitskräftenachfrage gebe aber „auf sehr hohem Niveau leicht nach“, so Nahles.

Die Anstiege hängen demnach auch mit der Erfassung der arbeitslosen ukrainischen Geflüchteten zusammen. Ohne Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit wäre die Entwicklung deutlich besser ausgefallen, so die BA. 698.000 Personen erhielten im September 2022 Arbeitslosengeld, 51.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im September bei 3.809.000. Gegenüber September 2021 war dies ein Anstieg um 110.000 Personen.

7,0 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig, so die Bundesagentur.

red