Lebensmittel reklamieren: Das müssen Sie beachten

Beim Einkauf erwarten Verbraucher einwandfreie und sichere Lebensmittel, wofür der Hersteller verantwortlich ist. In Deutschland und der Europäischen Union ist der Verbraucherschutz zudem gesetzlich verankert. TÜV SÜD informiert, was man im Reklamationsfall wissen und beachten sollte.

Der „Lebensmittelunternehmer“ ist für die Sicherheit in der EU hergestellter Lebensmittel verantwortlich. Dies ist meist der Hersteller, kann aber auch ein Händler oder Importeur sein. Auch für Qualitätsmanagement, Hygiene, Rückverfolgbarkeit sowie eigene Kontrollen ist dieser zuständig. Bei Verbraucherfragen rund um die Lebensmittelsicherheit konkreter Produkte sollte er deshalb immer der erste Ansprechpartner sein.

Wenn Fragen oder Zweifel bezüglich der Qualität des eingekauften Produktes bestehen, ist der Lebensmittelunternehmer über die Deklaration auf der Verpackung mit Namen oder Nummer der Betriebsstätte auffindbar. Diese Angaben sind gesetzlich vorgeschrieben. Zudem bieten auch viele Unternehmen eine Verbraucher-Hotline an. Bei konkreten Anzeichen, dass das Lebensmittel nicht in Ordnung ist, kann auch das Personal der Einkaufsstätte angesprochen werden.

Bei Fremdkörpern in Lebensmitteln (z.B. Glassplitter, Plastikteile) oder zu wenig Inhalt in der Packung, können Verbraucher zusätzlich das regional zuständige Amt für Lebensmittelüberwachung einbeziehen. Zur Nachverfolgung solcher Ereignisse sollten Verbraucher immer konkrete Angaben zum Produkt, zum Geschäft, in dem die Ware erworben wurde, und zum genauen Reklamationsgrund machen können. Damit Nachfragen später noch geklärt werden können, sollte das Lebensmittel oder Fotos davon und der Kassenbon aufgehoben beziehungsweise postalisch eingesandt werden.

In Deutschland liegt die Lebensmittelüberwachung in der Verantwortung der Bundesländer. Die Untersuchung von Lebensmittelproben erfolgt in amtlichen Untersuchungslabors. Behördliche Untersuchungen von Beschwerdeproben sind zumeist für Verbraucher kostenlos.

Unabhängig von der amtlichen Überwachung gibt es die privatwirtschaftlichen Zertifizierungsprogramme. Hier lassen sich Lieferanten von Rohwaren, Halbfertigerzeugnissen und Endprodukten für den Verbraucher nach international anerkannten Standards zertifizieren. Geprüfte Lieferanten können somit nachweisen, dass ihr Prozessmanagement geeignet ist, sichere Lebensmittel herzustellen. Bei der Zertifizierung prüfen die Auditoren sogar über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehend, ob die konkreten Anforderungen der Zertifizierungsstandards erfüllt sind.

Andreas Reiners / glp

Die Influenza im Blick

Die Corona-Impfung ist zwar nach wie vor in aller Munde. „Trotzdem ist es im Herbst Zeit, auch an die Grippeschutzimpfung zu denken“, heißt es bei der Krankenkasse KKH. Der Pieks biete den besten Schutz gegen die ‚echte‘ Grippe, auch Influenza genannt.

Im vergangenen Winterhalbjahr, in dem die Corona-Pandemie begann, haben sich erheblich mehr Menschen gegen Grippe impfen lassen als in der Wintersaison 2019/2020. Das zeigt eine Datenerhebung der KKH. So entschieden sich deutschlandweit mehr als 300.000 KKH-Versicherte für die Impfung gegen diese schwere Infektionskrankheit und damit rund jeder sechste (plus 14 Prozent). Frauen haben hier deutlich die Nase vorn.

Bemerkenswert: Von den über 60-Jährigen ließen sich rund acht Prozent mehr impfen. „Das ist eine erfreuliche Steigerung“, sagt KKH-Apotheker Sven Seißelberg, „denn laut Ständiger Impfkommission wird über 60-Jährigen die Grippeschutzimpfung ohnehin empfohlen, da das Immunsystem im Alter anfälliger ist und die Grippe häufig schwerer verläuft.“ Unter den Jüngeren ließen sich sogar rund 36 Prozent mehr Menschen impfen als im Winterhalbjahr davor. „Hier wirkt sich der Corona-Effekt aus“, ist sich Sven Seißelberg sicher. „Wegen der schweren Covid-19-Fälle war die Versorgungssituation in vielen Krankenhäusern angespannt. Eine Corona-Impfung gab es noch nicht. Das hat viele aus Vorsicht dazu bewogen, sich wenigstens vor einer Grippe zu schützen.“

Auch für die kommenden Monate rechnet die Krankenkasse mit einer hohen Impfquote. Wer sich impfen lässt, mindert sein Erkrankungsrisiko und entlastet so indirekt das Gesundheitswesen – insbesondere für den Fall einer schweren Grippewelle parallel zu einer möglicherweise erneut angespannten Corona-Situation in Kliniken.

Rudolf Huber / glp