Nach “One-Love-Eklat”: Handelsriese Rewe beendet Zusammenarbeit mit DFB

Von Ayhan Güneş

Die Geschehnisse rund um die Weltmeisterschaft 2022 in Katar reißen nicht ab. Nach dem die FIFA dem DFB und anderen europäischen Fußballerverbänden untersagt hat, die „One Love“-Binde während der Spiele zu tragen, hat ein erster großer Sponsor entschieden seinen Partnerschaftsvertrag mit sofortiger Wirkung ruhen zu lassen. Zudem verzichtet das Kölner Unternehmen auf eine Verlängerung des Partnerschaftsvertrags.

Zu den Gründen schreibt der Discount-Riese: Die REWE Group steht für Diversität und Vielfalt. Und ist langjähriger aktiver Fußballsponsor: „Fußball ist für uns unter anderem Fair Play, Toleranz und Zusammenhalt – diese Werte halten auch wir hoch“, so REWE Group-CEO Lionel Souque.  „Wir stehen ein für Diversität – und auch Fußball ist Diversität. Diese Haltung leben wir und diese Haltung verteidigen wir – auch gegen mögliche Widerstände. Die skandalöse Haltung der FIFA ist für mich als CEO eines vielfältigen Unternehmens und als Fußballfan absolut nicht akzeptabel“, sagte Souque weiter.

Der deutschen Nationalmannschaft und allen Spielern wünscht die Rewe ausdrücklich viel Erfolg für die WM. „Wir stehen an eurer Seite und fiebern mit euch mit!“, so Souque.

Hintergrund war, dass die Kapitäne der Nationalmannschaften von Deutschland und weiterer Topnationen bei der Fußball-WM in Katar nun doch nicht die sogenannten “One Love”-Binde tragen dürfen.  Der WM-Ausrichter FIFA hatte zuvor angedroht, die Aktion auf dem Platz mit der Gelben Karte ahnden zu werden. Die Kampagne war eine gemeinsame Aktion der Nationalmannschaften aus England, den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Wales, Frankreich, Dänemark, Norwegen, Schweden und Deutschland.

Die Kapitäne dieser Länder wollten mit einer bunten Binde spielen, die mit einem Herz und der Aufschrift “One Love” bedruckt sein sollte. Kurz vor dem WM-Auftakt hatte die FIFA allerdings überraschend eigene Pläne für die Kapitänsbinden vorgestellt und Abweichlern mit Strafen gedroht. Dabei war die “One Love”-Aktion selbst bereits auf Kritik gestoßen.

Da die geplante Kapitänsbinde kaum etwas mit den Regenbogenfarben der LGBTQ-Gemeinde mehr zu tun hatte, wurde den Verbänden von vielen Beobachtern “reine Symbolik” vorgeworfen.

red