Ranking: Die wertstabilsten Autos des Jahres

Die Schwacke-Liste und Zeitschrift „Auto Bild“ haben Auto-Modelle auf ihre Wertstabilität untersucht und die „Wertmeister“ aus 13 Fahrzeugklassen mit der größten Marktabdeckung in Deutschland ermittelt.

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Schwacke bewertet Gebrauchtwagenpreise von rund 50.000 Pkw-Modellen in Deutschland anhand von ca. 1,5 Millionen monatlichen Marktbeobachtungen. Bei der Prognose des Restwerts fließen zudem externe Faktoren wie Markt- und Kundentrends sowie marken- und modellspezifische Faktoren mit ein, etwa Design, Ausstattungslinien, Sonderausstattung, Listenpreis oder Volumenplanung des Herstellers. Als Bewertungsgrundlage dient ein Prognose-Zeitraum von vier Jahren mit einer für das Segment durchschnittlichen Kilometerlaufleistung.

Die diesjährige Wertmeister-Krone geht an Mercedes. Wie schon 2021 liegt der Hersteller auch in diesem Jahr in den Kategorien Vans und Luxusklasse unangefochten vorn: sowohl die Langversionen der V-Klasse als auch der S-Klasse bieten den besten Werterhalt nach vier Jahren. Neu hinzu kommt 2022 noch die Oberklasse, die die Stuttgarter mit der E-Klasse knapp vor der Konkurrenz von Audi und BMW für sich entscheiden. Mit 68,34 Prozent Restwert ist der Mercedes V 300 d lang 4Matic 9G-Tronic zudem der wertstabilste Wagen überhaupt in diesem Jahr.

Hyundai und Skoda lösen Mini und Tesla bei den Elektrofahrzeugen im Spitzenranking ab: während bei den Stromern über 40.000 Euro der Skoda Enyaq Coupé iV sich als wertstabilstes Fahrzeug positioniert, fährt der Hyundai Ioniq 5 in der Kategorie unter 40.000 Euro auf Platz 1 vor. Überraschend: Vorjahressieger Tesla schafft es 2022 mit keinem Modell unter die Top 3.

Und auch bei den SUV liegen Skoda und Hyundai auf der Pole-Position: Mit Tucson 1.6 T-GDi 48V-Hybrid 2WD und Kodiaq 2.0 TSI 4×4 DSG holen sie die Siege im kompakten und mittleren SUV-Segment. Im oberen Segment belegt BMW mit dem X6 den ersten Platz.

Ebenfalls zwei Spitzenplätze sichert sich Mazda in den Kategorien Mittelklasse und untere Mittelklasse: Mit dem Mazda 6 Kombi Skyactiv-G 194 Drive i-ELOOP können sich die Japaner haarscharf gegen Skoda Superb und BMW 4er durchsetzen, der Mazda 3 e-Skyactiv-X 2.0 M Hybrid Drive liegt etwas deutlicher vor Kia Ceed und Audi A3.

Im Sportwagensegment sitzt Porsche fest im Sattel, der 911 Carrera verteidigt erfolgreich seinen Titel vor der eigenen Konkurrenz, dem 718 Spyder. Ebenfalls ein alter Bekannter unter den Wertmeistern ist die Marke Dacia, die erneut mit dem Sandero TCe 90 in der Kategorie Kleinwagen gewinnt.

red / dts

Bericht: Neuer Kompromissvorschlag der Bundesregierung für Verbrenner-Aus

Die Regierungskoalition hat sich bei der EU-Abstimmung über das Verbrenner-Aus offenbar auf eine neue gemeinsame Position geeinigt. Das berichtet die „Welt“. Demnach würde die Bundesregierung dem Vorschlag der Europäischen Kommission zustimmen, ab 2035 nur noch Autos zuzulassen, die im laufenden Betrieb kein CO2 ausstoßen.

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Das wäre ein De-Facto-Verbot für Verbrennungsmotoren. Gleichzeitig würden die EU-Mitgliedstaaten aber die Europäische Kommission beauftragen, neue Vorschläge zu machen, wie auch nach 2035 noch Autos und leichte Nutzfahrzeuge zugelassen werden könnten, die mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden. Die FDP drängt seit Langem auf solch eine Ausnahme für synthetische Kraftstoffe.

In dem deutschen Vorschlag zu den laufenden Beratungen in Luxemburg heißt es dazu: „Nach Beratungen mit Stakeholdern wird die Kommission einen Vorschlag dazu machen, wie nach 2035 Fahrzeuge zugelassen werden können, die ausschließlich mit CO2-neutralen Kraftstoffen betrieben werden, außerhalb des Geltungsbereichs der Flottengrenzwerte und in Konformität mit den Zielen der Union für die Klimaneutralität.“ Die EU will ab 2050 klimaneutral wirtschaften. Die Bundesregierung hat sich zwar intern geeinigt, ob ihr Vorschlag aber die Zustimmung der anderen EU-Länder finden wird, ist völlig offen.

Würde der Kompromissvorschlag von einer qualifizierten Mehrheit von Mitgliedstaaten akzeptiert, könnten Wirtschaftsminister Robert Habeck und Umweltministerin Steffi Lemke, die an den Beratungen in Luxemburg teilnehmen, für den Kommissionsvorschlag und das De-Facto-Verbot der Verbrenner stimmen – gekoppelt an den Auftrag an die Kommission, Ausnahmen für synthetische Kraftstoffe auszuarbeiten. Synthetische Kraftstoffe oder E-Fuels werden in chemischen Prozessen aus CO2 hergestellt. Sie setzen zwar bei der Verbrennung wieder CO2 frei, aber weil bei der Herstellung CO2 gebunden wird, ist ihre Herstellung klimaneutral.

Sie gelten allerdings als nicht sehr energieeffizient, weil die Herstellung viel Energie benötigt.

red / dts