Täuschungsversuche bei der Fahrprüfung: Diese Strafen erwarten Betrüger

In den vergangenen Jahren ist es bei der theoretischen Fahrprüfung vermehrt zu Täuschungsversuchen gekommen, teils mit ausgeklügelten Methoden. Der TÜV Rheinland spricht von mehreren tausend Fällen bundesweit. Die geplante Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) sieht vor, dass Betrüger künftig bis zu neun Monate auf einen Zweitversuch warten müssen. Bislang waren es nur sechs Wochen.

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Anlässlich der gesetzlichen Neuerung spricht Prof. Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) von einem wichtigen Signal für die Verkehrssicherheit: „Es ist unerlässlich, dass diejenigen, die am Straßenverkehr mit einem Kraftfahrzeug teilnehmen, auch die geltenden Regeln kennen und beherrschen“. Täuschung bei der Theorieprüfung stelle ein enormes Risiko für alle Verkehrsteilnehmenden dar.

Im Vergleich zum ursprünglichen Referentenentwurf wurde die verpflichtende Ausstattung von Prüffahrzeugen mit bestimmten Fahrerassistenzsystemen (ADAS) gestrichen. Im Ergebnis können nun lediglich die Prüflinge Kenntnisse in der Anwendung von Assistenzsystemen erwerben und darauf geprüft werden, deren Fahrschule sich freiwillig ein solches Fahrzeug angeschafft hat.

„Es ist abzusehen, dass immer mehr Fahrzeuge mit Assistenzsystemen ausgestattet sein werden, die in bestimmten Situationen eingreifen oder dauerhaft beim Fahren wirken“, sagt der DVR-Präsident. „Entscheidend ist, dass künftige Kfz-Führende wissen, wie und wann solche Systeme wirken und richtig genutzt werden.“ Die Fahrausbildung und Fahrerlaubnisprüfung seien ideale Möglichkeiten, um sich entsprechendes Wissen anzueignen bzw. den Nachweis dafür zu erbringen. Es sei schade, dass der morgen zur Diskussion gestellte Entwurf an dieser Stelle hinter seinen schon vorgestellten Möglichkeiten zurückbleibe.

mid/wal

Zahl der Verkehrstoten auf niedrigstem Stand seit über 60 Jahren

Im Jahr 2021 sind in Deutschland 2.569 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben gekommen – 150 weniger als im Vorjahr. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Das war ein Rückgang um 6 Prozent, gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 betrug das Minus sogar 16 Prozent.

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Damit erreichte die Zahl der Verkehrstoten den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik vor mehr als 60 Jahren. Auch die Zahl der Verletzten ging 2021 gegenüber 2020 zurück, und zwar um 2 Prozent auf rund 321.000 Personen. Insgesamt hat die Polizei im Jahr 2021 rund 2,3 Millionen Unfälle aufgenommen, 3 Prozent mehr als 2020. Bei 2,1 Millionen Unfällen blieb es bei Sachschäden (+4 Prozent).

Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, ging hingegen um 2 Prozent auf rund 258.000 Unfälle zurück. Das Unfallgeschehen 2021 war nach Angaben der Statistiker erneut durch die Corona-Pandemie geprägt. Nach ersten Schätzungen führten auch in diesem Jahr unter anderem die (Teil-)Lockdowns, Homeschooling und Homeoffice wie schon 2020 dazu, dass auf deutschen Straßen deutlich weniger Kilometer zurückgelegt wurden als vor der Pandemie.

Detaillierte Ergebnisse liegen für den Zeitraum Januar bis November 2021 vor: Die zeigen, dass es bei fast allen Verkehrsbeteiligungsarten weniger Getötete im Straßenverkehr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab. Den stärksten prozentualen Rückgang in den ersten elf Monaten des Jahres 2021 gab es bei den getöteten Fahrradfahrern mit 18 Prozent (-50 Getötete). Den zweitstärksten Rückgang verzeichnete die Zahl der getöteten Fußgänger mit 14 Prozent (-45 Getötete).

Im Gegensatz zum letzten Jahr hat auch die Zahl der getöteten Pedelec-Fahrer abgenommen (-9 Prozent bzw. 12 Getötete weniger). Zudem starben 997 Menschen, die mit Personenkraftwagen unterwegs waren. Das waren 64 Getötete beziehungsweise 6 Prozent weniger als im selben Zeitraum 2020. Dagegen ist die Zahl der getöteten Insassen von Güterkraftfahrzeugen um 18 Prozent auf 134 gestiegen, so das Bundesamt.

red / dts