Was von der Rente übrig bleibt

Der Trend ist unübersehbar: Immer mehr Rentner zahlen Einkommensteuer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren 2020 bereits knapp zwei Drittel aller Leistungen aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Rente einkommensteuerpflichtig. Tendenz: weiter steigend.

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Dahinter steckt das Alterseinkünftegesetz, mit dem seit 2005 der Übergang zur nachgelagerten Besteuerung bis zum Jahr 2040 beschlossen wurde. Wer seinen Ruhestand im Alter finanziell unabhängig genießen will, sollte deshalb regelmäßig Kassensturz machen und seine Nettoansprüche berechnen, empfiehlt die uniVersa Versicherung.

Im ersten Schritt sollte man sein Versorgungsziel definieren. Also ausrechen, wie viel man monatlich zum Leben braucht. Von den jeweiligen Bruttorenten, über die die Anbieter regelmäßig per Renteninfo und Wertmitteilung informieren, gilt es im zweiten Schritt zu ermitteln, ob und wieviel Sozialabgaben an gesetzlicher Kranken- und Pflegeversicherung anfallen. Die Krankenkassen geben dazu Auskunft.

Im dritten Schritt sollte man sich dann bei den Anbietern informieren, wie die jeweiligen Rentenansprüche versteuert werden müssen, um in etwa die spätere Steuerbelastung kalkulieren zu können. Genauere Berechnungen zur steuerlichen Situation führen Steuerberater und Lohnsteuerhilfevereine durch.

„Nicht vergessen sollte man bei der Kalkulation der Alterseinkünfte die jährliche Preissteigerung und bei Verheirateten, wie der Partner im Todesfall abgesichert ist und mit welchen Hinterbliebenenansprüchen man rechnen kann“, so die uniVersa. Auch dies sei bei den einzelnen Rentenarten oft unterschiedlich geregelt.

Rudolf Huber / glp

Bundeskanzler Scholz: Entscheidung Energiepreisbremse „in den nächsten Tagen“

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat eine rasche Antwort der Regierung auf die explodierten Gas- und Strompreise angekündigt. „Die wichtigsten Weichen werden wir in den nächsten Tagen stellen“, sagte der Kanzler der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Gleichzeitig deutete er an, dass die Gasumlage zurückgenommen wird.

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Diese „sollte verhindern, dass einige besonders von russischem Gas abhängige Versorger sofort in die Knie gehen“, sagte der Kanzler. Die Lage habe sich aber grundlegend geändert, seit Russland nahezu gar kein Gas mehr nach Deutschland liefere. „Das hat Einfluss auf die Preise, deshalb müssen wir eine neue Antwort geben auf diese veränderte Lage.“

Beim Gas „müssen die Preise, die wir für die Importe aus aller Welt zahlen, auf Dauer runter“, spezifizierte Scholz seine Pläne und betonte, sein Ziel sei es, dafür zu sorgen, dass Verbraucher und Unternehmen nicht „vor unlösbare Aufgaben gestellt werden, weil die Gasrechnungen plötzlich ins Astronomische steigen“. Die Regierung arbeite mit Hochdruck, indem sie Gaslieferungen mit anderen Partnern in der Welt vereinbare. Man berate sich auch mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und aus der Praxis.

„Das Ziel ist klar: Die Marktpreise für Gas müssen sinken, und wer zusätzlich Hilfe braucht, wird sie bekommen.“ Ob dafür die Schuldenbremse noch einmal ausgesetzt werden müsse, ließ Scholz offen: „Wir werden die nötige Hilfe bereitstellen und auch sagen, wie wir das finanziell stemmen“, sagte er auf Nachfrage. Auch bei der „sogenannten Strompreisbremse“ werde es schnell gehen, sagte Scholz der „NOZ“: „Wir werden die Zufallsgewinne von Stromerzeugern abschöpfen, um die Strompreise und Netzentgelte zu senken. Die EU-Kommission hat dazu Pläne vorgestellt, die sich ziemlich mit unseren Vorstellungen decken. Das geht jetzt zügig.“ Weil der Kanzler gerade Corona hat, wurde das Interview nach Angaben der Zeitung per Videoschalte geführt.

red