19°

Auch der Kirche geht’s ans Geld

Die wirtschaftlichen Corona-Folgen treffen auch die Kirchen: Die Kirchensteuer geht zurück, es droht ein Milliardenloch. Was sich schon abzeichnet: Manche Kirchen trifft es härter als andere.

“Unser Finanzdezernent geht davon aus, dass wir etwa zehn Prozent weniger an Kirchensteuer durch die Pandemie einnehmen”, sagt Pressesprecher Jens Peter Iven von der Evangelischen Kirche im Rheinland “tageschau.de”. Er rät den Gemeinden aber, sich auf 15 Prozent einzustellen.

In Mainz dagegen fallen die finanziellen Einbrüche im dortigen katholischen Bistum schon erheblich höher aus. “Ich schätze für das Jahr 2020 hochgerechnet die Einnahmeverluste auf rund 20 Prozent bei den Kirchensteuern”, sagt Christof Molitor, Finanzdirektor der Diözese. Das entspräche einem Minus von 45 bis 50 Millionen Euro.

Auf Mindereinnahmen in Höhe von 20 Prozent oder sogar darüber stellen sich die Evangelischen Landeskirchen in Hessen und Nassau sowie in Württemberg ein. In beiden Kirchen wird zudem von anstehenden oder bereits eingeleiteten Haushalts- und Besetzungssperren gesprochen.

Dass gerade der Südwesten Deutschlands recht hohe Mindereinnahmen bei den Kirchensteuern verzeichnet, liegt nach Ansicht von Oliver Hoesch, dem Pressesprecher der Württembergischen Landeskirche, an der Struktur der Wirtschaft. Es gebe einen großen und starken Mittelstand, bei dem es allerdings in den vergangenen Wochen gehäuft zu Kurzarbeit gekommen sei.

Ralf Loweg

Steigende Immobilien-Preise auch im Speckgürtel – Ludwigsburg auf Spitzenplätzen

Die Richtung auf dem Immobilienmarkt ist nach wie vor eindeutig. Es geht fast überall in Deutschland deutlich nach oben. Und zwar nicht nur in den Metropolen, sondern auch im erweiterten Speckgürtel drumherum.

Ein Vorjahresvergleich der Angebotspreise beim Portal Immowelt zeigt, dass in 85 von 100 untersuchten mittelgroßen Städten die Angebotspreise steigen, in mehr als der Hälfte sogar im zweistelligen Prozentbereich. Vor allem Städte in der Nähe von Ballungsräumen und mit guter Verkehrsanbindung sind betroffen, weil dort auch Pendler nach Wohnungen suchen.

So sind in Aschaffenburg die Preise für Eigentumswohnungen um 34 Prozent von 2.620 Euro auf 3.500 Euro pro Quadratmeter gestiegen. “Eine kräftige Verteuerung von Wohnungen lässt sich auch in Mittelstädten rund um den Ballungsraum Köln beobachten”, heißt es in der Auswertung. In Langenfeld im Rheinland etwa kletterten die Preise um 33 Prozent auf 3.410 Euro und in Pulheim um 29 Prozent auf 2.910 Euro. Euskirchen legt um 27 Prozent auf 2.240 Euro zu und Hürth um 26 Prozent auf 3.470 Euro.

Noch teurer ist es rheinaufwärts: Vier der fünf teuersten Mittelstädte der Analyse liegen in Baden-Württemberg – mit weiter steigender Tendenz: In Konstanz, der teuersten Stadt der Analyse, erhöht sich der durchschnittliche Quadratmeterpreis um zwölf Prozent auf 4.930 Euro, in Ludwigsburg um 20 Prozent auf 3.960 Euro. Auch in Tübingen (3.920 Euro, plus fünf Prozent) und Friedrichshafen (3.850 Euro, plus sechs Prozent) müssen Immobilienkäufer aktuell mehr bezahlen als 2018.

Doch nicht überall haben sich Eigentumswohnungen verteuert. “In 14 Mittelstädten ist sogar ein Rückgang zu verzeichnen”, so die Experten. Im hochpreisigen Landshut bei München scheine das Niveau bei 3.820 Euro (minus zwei Prozent) vorerst ausgereizt, ebenso in Norderstedt vor den Toren Hamburgs bei 3.050 Euro (minus vier Prozent).

Mit Quadratmeterpreisen unter 1.000 Euro können Immobilienkäufer in mittelgroßen Städten im Osten rechnen: Plauen (560 Euro), Görlitz (720 Euro) und Zwickau (840 Euro) zählen zu den günstigsten Städten der Analyse.

Rudolf Huber