Auto-Bilanz 2020: Tiefstpreise an den Tankstellen

Den deutschen Autofahrern wird das Jahr 2020 vor allem wegen historischer Tiefstpreise an den Tankstellen in Erinnerung bleiben. Denn mit dem Absturz des Rohölpreises im März und April purzelten auch die Kosten für Kraftstoff rasant. Und so war es laut ADAC eines der günstigsten Tankjahre seit langem.

Wie die monatliche Auswertung der Kraftstoffpreise an mehr als 14.000 Tankstellen zeigt, kostete Super E10 im Mittel des Jahres 1,25 Euro. Das war der niedrigste Wert seit der Einführung von Super E10 vor zehn Jahren. Auch Diesel-Kraftstoff war 2020 günstig: Im Schnitt lag der Preis bei 1,11 Euro je Liter – der niedrigste Wert seit 2016.

ANZEIGE

Wie preiswert Autofahrer 2020 tanken konnten, zeigt auch der Vergleich mit den Vorjahreswerten. So kostete Super E10 laut ADAC im Jahr 2019 noch 1,40 Euro je Liter und damit 15 Cent mehr als 2020. Der Preis für Diesel lag mit einem Jahresmittel von 1,26 Euro um 15,1 Cent über dem von 2020.

Am teuersten war Tanken im bundesweiten Durchschnitt zu Jahresbeginn: So wurde der Jahres-Höchstwert für Super E10 am 1. Januar 2020 mit 1,43 Euro je Liter erreicht. Diesel kostete am 7. Januar 2020 mit 1,33 Euro je Liter am meisten. Die günstigsten Tage zum Tanken waren bei Super E10 der 30. April mit 1,12 Euro und bei Diesel der 30. Oktober 2020 mit 1,02 Euro je Liter.

Ralf Loweg / glp

Gewerkschaft NGG: 17 Prozent weniger Minijobs im Gastgewerbe im Landkreis Ludwigsburg

Wenn die Pandemie den Job kostet: Im Zuge der Coronakrise ist die Zahl der Minijobs im Landkreis Ludwigsburg um 6 Prozent gesunken. Mitte vergangenen Jahres gab es rund 47.500 geringfügig entlohnte Arbeitsverhältnisse – ein Jahr zuvor waren es noch 50.400. Besonders stark war der Rückgang im Gastgewerbe. In der Branche gingen binnen eines Jahres 867 Minijobs verloren – ein Minus von 17 Prozent. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung- Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich hierbei auf neueste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. „450-Euro-Kräfte zählen zu den Hauptverlierern der Wirtschaftskrise. Sie haben bislang keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, werden häufiger gekündigt und sind sozial kaum abgesichert“, sagt Hartmut Zacher, Geschäftsführer der NGG-Region Stuttgart.

Die Statistik spiegele eine „enorme Unwucht“ auf dem heimischen Arbeitsmarkt wider. Während dank staatlicher Hilfen wie der Kurzarbeit die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen in der Region nahezu konstant geblieben sei, treffe die Pandemie prekär Beschäftigte besonders hart. Nach dem Prinzip „Hire and Fire“ (Heuern und Feuern) lebten sie in ständiger Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. „Betroffen sind gerade Frauen, die eine 450-Euro- Stelle als Kellnerin oder Küchenhilfe oft als einzige Einnahmequelle haben. Auch für viele Studierende, die sich nebenher etwas hinzuverdienen, sind die Folgen des Jobverlustes dramatisch“, betont Zacher.

ANZEIGE

Der Gewerkschafter kritisiert die Entlassungen, hat aber angesichts der historischen Krise Verständnis für die Lage der Hotels und Restaurants. „Das Problem ist vielmehr, dass die Politik durch abgabenfreie Minijobs schon seit Jahren falsche Anreize setzt. Es ist höchste Zeit, diese Stellen sozialversicherungspflichtig zu machen.“ Nur wenn Sozialabgaben, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge gezahlt würden, könnten Beschäftigte wirksam geschützt werden.

Eine Heraufsetzung der Verdienstgrenze bei den Minijobs auf monatlich 600 Euro, wie sie derzeit Teile der Union fordern, gehe dagegen „in die völlig falsche Richtung“, so Zacher. Damit werde eine prekäre Beschäftigungsform weiter ausgebaut, statt sie einzudämmen. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) würden durch eine Heraufsetzung bundesweit rund 470.000 Menschen mit regulären Stellen ungewollt zu Minijobbern. „Die Coronakrise hat den Blick auf viele gesellschaftliche Probleme gelenkt. Dazu gehören die Minijobs. Die Politik muss hier arbeitsmarktpolitisch umsteuern“, fordert Zacher.

Zum Vergleich: Laut Arbeitsagentur nahm die Zahl sozialversicherungspflichtiger Stellen im Landkreis Ludwigsburg zwischen Juni 2019 und Juni 2020 um lediglich 0,5 Prozent ab.

red