Auf dem Weg in den Profifußball: Der Bietigheimer Arel Demir (18) kämpft gegen Ungewissheit

Von Uwe Roth

Arel Demir hat einen festen Plan A: Der 18-Jährige, der in Bietigheim-Bissingen im Kreis Ludwigsburg bei seiner Familie lebt, möchte Profifußballer werden. „Ich arbeite seit Jahren darauf hin“, sagt er diese Woche im Gespräch mit Ludwigsburg24. Schon als Kind sah er sich in der höchsten Liga mitspielen. Mit zehn Jahren begann er in einem Verein ernsthaft zu kicken, damals beim SGV Freiberg. Seine Chance, dieses Traumziel der Nachwuchstalente zu erreichen, standen bislang nicht schlecht. Der Gymnasiast trainiert im Nachwuchsleistungszentrum des Karlsruher SC. Dieses gehört zu den renommiertesten in Deutschland. Dort reinzukommen, war ein Etappensieg: „Man hat überzeugt, dass man an sich glaubt und es schaffen will.“ Seit Juli 2019 spielt Arel in der U19. Aktuell ist sein Team auf Platz 10 in der Bundesliga Süd/Südwest. Es läuft, könnte man feststellen, gäbe es Corona nicht. Der Virus wirbelt Trainings- und Spielpläne durcheinander – und später vielleicht den Karriereplan.

Arel Demir ist seit vier Jahren beim Karlsruher SC. Schritt für Schritt ging es aufwärts. Regelmäßig beobachteten Talentscouts vom Spielfeldrand seine Leistung auf dem Rasen. Nun sind wegen der Lockdown-Vorschriften seit bald einem Jahr die Zuschauerränge meistens leer gewesen. Kein Live-Scouting. Die Talentsucher schauen sich die Geisterspiele irgendwo später auf Video an, wenn mal eines stattfindet. In der laufenden Saison gab es bislang erst drei Begegnungen. „Wenn ich mir etwas wegwünschen könnte, dann wäre das die Ungewissheit. Sie ist momentan das Schlimmste. Nicht zu wissen, wie es weitergeht“, stellt er fest. Ihm bleiben ein paar Jahre, bis spätestens im Alter von Mitte 20 das Zeitfenster ins Profilager endgültig zugeht. Diese Zeit will er nutzen. Und er klagt nicht über die Umstände. Dass die Ungewissheit verschwindet und seine Familie gesundbleibt – „mehr wünsche ich mir nicht.“

Training der U19 geht weiter – Maskenpflicht gilt bis zum Spielfeldrand

Er kann von Glück sagen, dass er weiterhin mit seiner Mannschaft real trainieren darf. Seine U19 zählt zur Liga des Leistungssports, für den es Ausnahmen gibt. So pendelt er viermal in der Woche bereits in den Trainingsklamotten von Bietigheim-Bissingen nach Karlsruhe. Umkleideräume und Duschen sind geschlossen. Bis zum Spielfeld gilt Maskenpflicht. Dann wird trainiert, 2,5 Stunden. Die athletischen Trainingseinheiten absolviert er in Eigenverantwortung. „Das Trainingsniveau ist relativ gleichgeblieben. Es hat sich nicht so viel geändert.“ Arel will in seinem Leistungsniveau keinesfalls zurückfallen und unbedingt an seinem Plan A festhalten. Zu dem gehört ein Abitur, das er 2022 machen will. Danach hofft er, auf der Zielgerade zum Profifußballer sein. Sollte Plan A doch kippen, wird daraus ein Plan A-B: „Irgendwas mit Sport in jedem Fall. Trainer werden oder eine Fußballschule aufmachen“, überlegt er.

Laut der DFL werden aktuell etwa 5600 Jungs in Nachwuchsleistungszentren ausgebildet. Nur rund 70 davon schaffen jährlich den Sprung in die Profikader der 1. und 2. Bundesliga. Foto: KSC
Laut der Deutschen Fußball Liga (DFL) werden aktuell etwa 5600 Jungs in Nachwuchsleistungszentren ausgebildet. Nur rund 70 davon schaffen jährlich den Sprung in die Profikader der 1. und 2. Bundesliga. Foto: KSC

Michael Bischof ist der sportliche Leiter der GRENKE-aKAdemie des Karlsruher SC. Neben der U19 ist auch die U17 in der Jugendbundesliga. Somit stehen in zwei Mannschaften 40 junge Menschen im aktiven Training. Die Jüngeren müssen online am Ball bleiben, so gut es eben geht. Die Athletiktrainer haben Pläne ausgegeben, an denen sich der Fußballernachwuchs orientieren soll, um in Eigenverantwortung fitzubleiben. „Es ist schwer zu beurteilen, ob die Corona-Beschränkungen die Karrierepläne der jungen Spieler erschweren“, sagt Bischof. Klar, es fehlten Chancen, „sich und ihre Leistungen zu präsentieren“. Auch könnte der teilweise Wegfall des Trainings die Leistung schmälern. Wäre das der Fall, könnten die Spieler nach dem Lockdown die Leistungsdelle „relativ schnell kompensieren“, ist er überzeugt. Größere Nachteile sieht Bischof für den aktuellen Spielernachwuchs nicht: „Es muss ja etwas nachkommen.“ Der Spielermarkt funktioniere trotz der Einschränkungen. Die Erfolgsaussichten hingen aber auch davon ab, wie die Vereine nach Corona finanziell dastehen. Wenn das Geld wegen der aktuell fehlenden Einnahmen knapp bleibt, können die Ablösesummen und die Spielergehälter im Niveau sinken.

VfB Stuttgart setzt auf Trainingsdisziplin der Nachwuchskicker

Auch beim VfB Stuttgart sind die Jugendmannschaften seit drei Monaten auf einem Rasen nicht mehr im Wettbewerb eingetreten. Die Spiele der Jungen Wilden sind ausgefallen. Daniel Teufel ist einer der Ausbildungsleiter beim VfB. „Die U17 und die folgenden Mannschaften trainieren wie üblich auf dem Platz, sieben Mal die Woche“, berichtet der 35-Jährige. „Trotzdem fehlt ein Jahr in der Entwicklung“, stellt er fest. Die U16 und jünger trainieren virtuell. Obwohl es eine Genehmigung gebe, in abgespeckter Form auf einem Platz zu trainieren. Doch das Risiko wolle der Verein nicht eingehen. Inzwischen gebe es gute Apps, die jungen Leute online in ein Trainingsprogramm einzubinden.

Online sei es einfacher, Promis für die Jugend zu engagieren und ihre Begeisterung zu wecken. So habe es ein virtuelles Training mit einem Profi-Freestyler gegeben. Teufel betont die Vorteile eines vorübergehend anderen Trainingsprogramms: „Es ist für den Entwicklungsprozess gar nicht schlecht, eigenständig und ohne ständige Aufsicht zu trainieren. Es muss nicht immer ein Trainer sagen, was als nächstes getan werden muss.“ Über Apps und Fitnesstracker werden die Leistungen, Trainingsdaten festgehalten und dem Trainer übermittelt. „Aber es ersetzt nicht die Praxis“, gibt der Ausbildungsleiter zu. Der Profiverein betreut ungefähr 200 Spieler im Jugendbereich. Corona sieht er nicht als einen Karrierenkiller. „Corona oder nicht: Die wenigsten werden am Ende Profifußballer“, sagt er. Die Toptalente könnten aktuell weiter gefördert werden. Daniel Teufel sieht keinen Grund zu klagen. So wichtig Fußball für die Gesellschaft für den sozialen Frieden sei, die Bedeutung des Profisports dürfe in der aktuellen Lage nicht überhöht werden. „Es gibt andere, die unter der Corona-Krise mehr leiden müssen. Man beschwert sich im Moment viel zu viel.“ Arel Demir sieht das ähnlich. An seinem Ziel, Profifußballer zu werden, will er trotzdem weiter hart arbeiten.

Kreissparkasse Ludwigsburg präsentiert Bilanz 2020 – Gutes Wachstum in Zeiten von Corona

Die Kreissparkasse (KSK) Ludwigsburg hat ihre Bilanz 2020 vorgestellt: Darin spiegeln sich die beiden Seiten des Corona-Lockdowns: So liehen sich mehr Unternehmen und Privatpersonen Geld bei dem kreiseigenen Kreditinstituts. Das Kreditvolumen stieg um knapp zwei Prozent. Es wuchs von 6,3 in 2019 auf 6,4 Milliarden Euro zum Jahresende 2020. Privatpersonen stehen bei der KSK jetzt mit 3,12 Milliarden Euro in der Kreide. Das Kreditvolumen ist im ersten Corona-Jahr um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angewachsen. Die einen holten sich einen Kredit bei der KSK, weil wegen des Lockdowns das Geld auf dem Konto knapp wurde. Andere Sparkassenkunden konnten wiederum zusätzliches Geld auf die hohe Kante legen, weil wegen des Lockdowns Möglichkeiten zum Geldausgeben fehlten. Die Summe der sogenannten Kundeneinlagen (wie beispielsweise das Geld auf Giro- oder Tagesgeldkonten) liegt nun bei acht Milliarden Euro. Das ist eine halbe Milliarde mehr als Ende 2019. Unterm Strich weist die Bilanz der Kreissparkasse eine Summe über 11,5 Milliarden Euro aus. Das ist ein Plus von mehr als fünf Prozent. Für den Kreissparkassenvorstand ist das erste Corona-Jahr nicht nur glimpflich verlaufen, sondern zeichnete sich durch eine hohes Wachstum in einigen Geschäftsbereichen aus.

Dr. Heinz-Werner Schulte, der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Ludwigsburg stellte am Freitag zu Beginn der Bilanz-Pressekonferenz fest: „Anfang des Jahres 2020 war Corona noch kein Thema. Doch dann kam das Virus wie aus dem Nichts und verbreitete sich in Windeseile auf der ganzen Welt. Die ausgebrochene Corona-Pandemie stellt seither alle Bereiche unserer Gesellschaft vor große Herausforderungen“, sagte Schulte. Von ihren Auswirkungen seien sowohl die Gesamt- wie die Finanzwirtschaft betroffen, zahlreiche Branchen leiden unter den negativen Corona-Effekten. „Es gilt weiter, die Balance zwischen der Bewahrung der Gesundheit einerseits und der Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen Lebens andererseits zu wahren“, betonte Schulte. Finanzdienstleister wie die Kreissparkasse Ludwigsburg seien systemrelevant und haben ihrer besonderen Verantwortung, gerade in der Krise gerecht zu werden.

In kurzer Zeit verändert ein Virus auch die Sparkassen-Welt

Die Pandemie, so Schulte, habe neben der gesundheitlichen Bedrohungslage dazu geführt, dass Existenzen wirtschaftlich bedroht und gewohnte Abläufe außer Kraft gesetzt sind. Lockdowns und deren Beschränkungen hätten dazu geführt und tun dies noch, dass „ganze Lebensbereiche zeitweise stillgelegt worden“ sind. Für viele Branchen, darunter Dienstleister, wie zum Beispiel Gastronomie, Hotellerie, Kultur- und Veranstaltungsanbieter, Tourismus, Verkehrsbetriebe, bedeute der Wegfall ihrer Geschäftsmöglichkeiten eine existentielle Bedrohung. Auch im gesamten Bildungsbereich sei, so Schulte, „nichts mehr so wie es vor Ausbruch der Krise war.“ Von den enormen Belastungen, die das Gesundheitswesen zu tragen habe, ganz zu schweigen.

Als marktführendes und der gesellschaftlichen Verantwortung verpflichtetes Finanzinstitut habe die Kreissparkasse nicht nur früh auf die Corona-Krise reagiert, etwa mit Hygieneregeln, Desinfektionsmitteln und Home-Office, sondern auch ein dichtes Hilfs- und Sicherheitsnetz gespannt. Darin flossen die Inanspruchnahme öffentlicher Programme, intensive Kundenberatung oder etwa Tilgungs- bzw. Zinsaussetzung ein. Ein Netz, das Privat- und Firmenkunden sowie Mitarbeitern helfe. Das Ziel aller Aktivitäten sei, so Schulte, ganz klar: das Bewältigen und Überwinden der Krise.

Mittelstand ging stark in die Krise

Vorstandsmitglied Thomas Raab hat beim Rückblick auf das Corona-Jahr 2020 die Firmenkunden der Kreissparkasse im Blick und sagt: „Als Hausbank unserer Mittelständler konnten wir in vielen Fällen mit Rat und Kredit helfen, zumal wir eng an der Seite des Mittelstands stehen.“ Zu Beginn der Pandemie hat die KSK rund 900 Anfragen innerhalb kürzester Zeit beantwortet und konnten so in vielen Fällen schnell für die notwendige Liquidität sorgen.

Von den Corona-Effekten seien, so Raab, „alle Firmen, allerdings ganz unterschiedlich betroffen.“ Der Großteil der Unternehmen spürt – teilweise existenzbedrohende – negative Folgen, während einzelne Branchen und Unternehmen auch in der Pandemie Umsatzzuwächse verzeichnen konnten. Positiv genannt seien beispielhaft der Lebensmitteleinzelhandel, die IT Branche oder auch die Fahrradindustrie während der Textileinzelhandel, die Gastronomie/Hotellerie oder das Veranstaltungsgewerbe stark leiden. Die Folgen von Corona werde man, so Raab, „im Jahr 2021 noch deutlicher sehen.“

Kennzahlen belegen hohes Wachstum – Bilanzsumme steigt

Die Bilanzsumme der Kreissparkasse Ludwigsburg ist im Geschäftsjahr 2020 weiter gewachsen. Betrug diese im 2019 rund 10,9 Milliarden Euro, so hat sie am Ende des zurückliegenden Geschäftsjahres ein Volumen von 11,45 Milliarden Euro erreicht. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Zunahme von rund 570 Millionen Euro beziehungsweise einem Plus von mehr als fünf Prozent.

Starke Anstiege bei den Kundeneinlagen und beim Kreditvolumen

Eine „sehr starke Zunahme“ verzeichnete die Kreissparkasse im Geschäftsjahr 2020 bei den Kundeneinlagen. Betrug deren Wert im Vorjahr 2019 noch rund 7,47 Milliarden Euro, so brachte das zurückliegende Geschäftsjahr 2020 einen Anstieg um rund 550 Millionen Euro auf einen Gesamt-Wert von rund 8,02 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 7,4 Prozent. „Gerade in der Krise ist das sicherlich ein unheimlich hoher Vertrauensbeweis der Kunden der Kreissparkasse“, so Schulte.

Auch beim Kreditvolumen verzeichnete die Kreissparkasse im Geschäftsjahr 2020 ein deutliches Plus. Ende 2019 hatte dessen Gesamtwert noch bei rund 6,27 Milliarden Euro gelegen. Das Geschäftsjahr 2020 brachte einen Anstieg des Kreditvolumens um rund 120 Millionen Euro auf insgesamt rund 6,39 Milliarden Euro, ein Plus von 1,9 Prozent.

Kredite an Unternehmen und Selbständige (ohne Bürgschaften) stiegen um 58 Millionen Euro auf einen Gesamtwert von rund 2,92 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr 2019 um 2,0 Prozent.

Noch stärker war der Anstieg bei den Krediten an Privatpersonen. Diese erreichten in 2020 ein Gesamt-Volumen von 3,12 Milliarden Euro. Was einer Zunahme gegenüber dem Wert des Vorjahres 2019 um 3,6 Prozent entspricht.

Jahresergebnis mit erfreulicher Konstanz – Zinsspanne rückläufig

Blicke man, so Schulte, auf die Entwicklung des Jahresergebnisses, so zeige sich „eine erfreuliche Konstanz“. Die Höhe des Jahresergebnisses hatte im Jahr 2018 noch bei 17,92 Millionen Euro gelegen. Im Geschäftsjahr 2019 betrug dessen Volumen 17,95 Millionen Euro. Und im Geschäftsjahr 2020 lag die Höhe des Jahresergebnisses bei insgesamt 18,01 Millionen Euro.

Trotz und wegen der derzeitigen Krise waren einige Dienstleistungen besonders gefragt: Ein Rekordergebnis konnte bei der Vermittlung von Immobilien mit einem Erlös von über 8 Millionen Euro erzielt werden, ebenfalls ein Rekordergebnis wurde im Wertpapiergeschäft mit Provisionen von über 20,4 Millionen Euro erzielt.

Die Zahl der Privatgirokonten wuchs von rund 232.400 auf 233.300 Konten. Insofern baute die Kreissparkasse ihre Marktführerschaft weiter aus.

Aktuelle Situation in der Corona-Krise

Die Kreissparkasse hat, so Vorstandsmitglied Dieter Wizemann, im Jahr 2020 schon früh einen Pandemie-Stab eingerichtet. Das neun-köpfige Gremium nahm Anfang März seine Arbeit auf und hat in mittlerweile rund 40 Sitzungen „die jeweils aktuelle Lage analysiert und die von uns entwickelte Strategie zur Beherrschung der Pandemie sowie alle ergriffenen  Schutz-Maßnahmen dynamisch angepasst. Derzeit befinden sich rund 400 Mitarbeiter/innen im Home-Office, das sind bei etwas über 1.300 aktiven Mitarbeitern rund 30 Prozent der Gesamtbelegschaft. Hier gilt es, jeweils zu prüfen, ob einerseits die Tätigkeit in der Sparkasse Home-Office-fähig ist, und andererseits die privaten Umstände des Mitarbeiters eine Tätigkeit unter Beachtung von Datenschutz, Bankgeheimnis etc. erlauben. Ab 25. Januar wird die Zahl der mitarbeiterbesetzten Geschäftsstellen von derzeit 52 auf 22 beschränkt. Die Vorsichtsmaßnahme ist derzeit bis zum 15. Februar 2021 getroffen worden, danach wird die weitere Entwicklung der Pandemie zu beobachten sein.

Ausblick auf 2021

„Auf uns wartet enormer Nachholbedarf, lokal, national und global“, betonte Schulte bei seinem Ausblick auf das neue Jahr 2021. Diesen Nachholbedarf gebe es auf verschiedenen Gebieten. Vor allem folgende Punkte werden, so Schulte, eine große Rolle spielen: Konsum, Reisen und Immobilien. „Es ist uns aber auch bewusst, dass wir in 2021 auf der Risikoseite wachsam sein und uns aller Voraussicht nach mit Themen der Adressrisiken bzw. der Marktpreisrisiken beschäftigen müssen.“

„So führten wir Ende 2020 insgesamt rund 233.000 Privatgirokonten; wovon rd. 146.000 von unseren Kunden für Online-Banking genutzt werden. Damit ist der Anteil der online geführten Privatgirokonten im Jahr 2020 um mehr als 6 Prozent auf fast 63 Prozent gestiegen.“

Von Ayhan Güneş und Uwe Roth

10 Millionen Familien haben Kinderbonus erhalten

Die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit hat nach eigenen Angaben die Auszahlung des Kinderbonus weitestgehend abgeschlossen. Die Bundesregierung hatte im letzten Jahr im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets beschlossen, für jedes im Jahr 2020 kindergeldberechtigte Kind 300 EUR als Unterstützung auszuzahlen. 

Der Kinderbonus wurde mit dem zweiten Corona-Steuerhilfegesetz geregelt, um den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie entgegen zu treten. Er sollte die geschwächte Kaufkraft stärken und indirekt Arbeitsplätze sichern. Mit dem Kinderbonus sollten dabei besonders Familien mit geringerem bis mittlerem Einkommen und mehreren Kindern finanziell unterstützt werden.

In den Monaten September und Oktober wurde nach Angaben der Bundesagentur der Kinderbonus in zwei Raten überwiesen – zunächst für Kinder, für die im Monat September ein laufender Anspruch auf Kindergeld bestand. In den Monaten November und Dezember erfolgte dann die Auszahlung des Kinderbonus für diejenigen Kinder, für die mindestens in einem anderen Monat des Jahres 2020 ein Anspruch auf Kindergeld vorlag.

In knapp 10 Millionen Fällen wurden für insgesamt über 16 Millionen Kinder somit der Bonus ausgezahlt, teilte die Behörde mit.

Für Kinder, die noch im Jahr 2020 geboren wurden und für die bislang kein Antrag auf Kindergeld gestellt wurde, kann der Kinderbonus auch im Jahr 2021 nachträglich ausgezahlt werden. Voraussetzung ist, dass für die betroffenen Kinder ein Anspruch auf Kindergeld für mindestens einen Monat des Jahres 2020 entsteht.

Der Antrag auf Kindergeld kann direkt online ausgefüllt werden. Informationen zur Antragstellung gibt es unter www.familienkasse.de.

red

Zahl der Verkehrstoten bleibt rückläufig

Durch das geringerer Verkehrsaufkommen in der Corona-Krise geht auch die Zahl der Verkehrstoten weiter zurück. Im November 2020 sind in Deutschland 190 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sind das zehn Personen weniger als im November 2019. Die Zahl der Verletzten ist im November 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat um 21,9 Prozent auf rund 23.900 gesunken.

Von Januar bis November 2020 erfasste die Polizei insgesamt 2,1 Millionen Straßenverkehrsunfälle und damit 15,5 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Darunter waren 247.300 Unfälle mit Personenschaden (-11,1 Prozent), bei denen 2 523 Menschen getötet wurden. Das waren 294 Unfalltote oder 10,4 Prozent weniger als in den ersten elf Monaten des Jahres 2019. Die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr sank um 14,0 Prozent auf 305.900.

Ralf Loweg / glp

Verkehrsunfall auf A81 fordert einen Verletzten und 40.000 Euro Sachschaden und weitere Meldungen aus dem Kreis

Möglingen: Ein Verletzter und 40.000 Euro Sachschaden bei Unfall

Einen Leichtverletzten und rund 40.000 Euro Sachschaden forderte am Freitagmorgen ein Verkehrsunfall auf der A 81 Heilbronn-Stuttgart zwischen den Anschlussstellen Ludwigsburg-Süd und Stuttgart-Zuffenhausen. Der 22-jährige Fahrer eines Renault fuhr gegen 04:40 Uhr hinter dem Suzuki eines 36-Jährigen auf dem rechten Fahrstreifen in Richtung Stuttgart. Als er zum Überholen des Vorausfahrenden ansetzte, übersah er den Sprinter eines 32-Jährigen auf dem mittleren Fahrstreifen und stieß mit ihm zusammen. Während der Sprinter nach links in die Schutzplanken abgewiesen wurde, stieß der 22-Jährige mit dem Renault zusammen und beide Fahrzeuge drehten sich in der Folge mehrmals um die eigene Achse. Auch der Renault prallte dabei noch gegen die Leitplanken. Der 36-Jährige zog sich leichte Verletzungen zu und wurde vom Rettungsdienst zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Alle drei Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit und wurden abgeschleppt. Für die Dauer der Unfallaufnahme sowie der Bergungs- und Reinigungsarbeiten war der rechte Fahrstreifen in Richtung Stuttgart bis 07:15 Uhr gesperrt. Für die Beseitigung von Trümmerteilen war zu Beginn eine kurzfristige Vollsperrung erforderlich. Der Verkehr staute sich auf fünf Kilometern.

Kornwestheim: Unfall im Kreuzungsbereich – Polizei sucht Beteiligten

Das Polizeirevier Kornwestheim sucht Zeugen und einen Unfallbeteiligten zu einem Verkehrsunfall, der sich am Mittwoch gegen 17:00 Uhr im Kreuzungsbereich der Karlstraße und Weimarstraße in Kornwestheim ereignete. Demnach überquerte eine 29-jährige Fiat-Lenkerin den Kreuzungsbereich auf der Karlstraße. Als sie die Kreuzung schon fast überquert hatte, soll ein beigefarbener Opel Astra aus der Weimarstraße gekommen sein, das Heck des Fiat gestreift und seine Fahrt in Richtung Stuttgarter Straße fortgesetzt haben. Zeugen des Vorfalls können sich unter Tel. 07154 1313 0 an das Polizeirevier Kornwestheim wenden.

Bietigheim-Bissingen: 29-Jährige wird von Unbekanntem geblendet

Die Verkehrspolizeiinspektion Ludwigsburg ermittelt gegen einen noch unbekannten PKW-Fahrer, der am Donnerstag kurz nach 17.00 Uhr auf der Bundesstraße 27 eine Autofahrerin geblendet und anschließend leicht verletzt haben soll. Die 29-jährige Audi-Fahrerin war auf der linken Spur der B 27 von Ludwigsburg in Richtung Bietigheim-Bissingen unterwegs. Vor ihr befand sich ein weiteres Fahrzeug. Plötzlich nahm sie mehrere helle Blitze wahr, die aus dem PKW vor ihr kamen. Durch das helle Licht wurde sie geblendet. Als der PKW auf die rechte Spur wechselte, sah die 29-Jährige nach rechts und wurde wohl ein weiteres Mal geblendet. Hierauf schaltete sie ihr Warnblinklicht ein und hielt im Kreuzungsbereich mit der Kreisstraße 1671 am Ortseingang von Bietigheim-Bissigen auf dem rechten Fahrstreifen an. Da die dortige Ampel rot zeigte, musste der Unbekannte sein Fahrzeug hinter der Frau stoppen. Die 29-Jährige wollte den Fahrer zur Rede stellen und stieg aus. Als sie den Mann, der ebenfalls seinen PKW verlassen hatte, aufforderte mit ihr auf die Polizei zu warten, fuhr dieser los. Hierbei stieß er gegen die auf der Fahrbahn stehende 29-Jährige, die schließlich einen Satz zurück machen musste. Sie erlitt leichte Verletzungen. Der Unbekannte setzte seine Fahrt indes geradeaus nach Bietigheim-Bissingen fort. Es soll sich um einen älteren Mann mit weißen Haaren handeln, der etwa 170 cm groß ist. Der PKW dürfte ein blauer Skoda mit Ludwigsburger Kennzeichen (LB-) sein. Mehrere Autofahrer, darunter auch ein Paar in einem Kleinwagen, möglicherweise einem Smart, sollen die Situation beobachtet haben und sich nach dem Befinden der 29-Jährigen erkundigt haben. Die Polizei bittet insbesondere diese Zeugen und mögliche weitere Geschädigte sich unter Tel. 0711 6869-0 zu melden.

Bietigheim-Bissingen: Unfallflucht

Zwischen Dienstag 05.40 Uhr und Mittwoch 17.00 Uhr kam es in der Pleidelsheimer Straße in Bietigheim-Bissingen zu einer Unfallflucht mit einem Sachschaden von etwa 3.000 Euro. Am Fahrbahnrand stand ein VW, den ein noch unbekannter Fahrzeuglenker beschädigte. Dieser machte sich anschließend aus dem Staub. Das Polizeirevier Bietigheim-Bissingen, Tel. 07142 405-0, sucht Zeugen, die Hinweise geben können.

Ludwigsburg: Durchlauferhitzer gestohlen

Ein bislang unbekannter Täter entwendete mehrere Durchlauferhitzer auf einer Baustelle in der Wilhelm-Fein-Straße in Ludwigsburg. Die Tat muss sich zwischen Mittwoch, 18:00 Uhr und Donnerstag, 07:00 Uhr ereignet haben. Der Gesamtwert des Diebesgutes wurde auf etwa 3.000 Euro geschätzt. Das Polizeirevier Ludwigsburg bittet Zeugen sich unter Tel. 07141 18 5353 zu melden.

Ludwigsburg: Unfallflucht in der Daimlerstraße

Zwischen Mittwoch, 18:00 Uhr und Donnerstag, 08:00 Uhr beschädigte ein bislang unbekannter Fahrzeuglenker einen in der Daimlerstraße in Ludwigsburg abgestellten Ford Transit. Der Unfall geschah vermutlich im Vorbeifahren und der verursachte Sachschaden wurde auf etwa 1.500 Euro geschätzt. Das Polizeirevier Ludwigsburg ermittelt wegen Verkehrsunfallflucht und nimmt Zeugenhinweise unter Tel. 07141 18 5353 entgegen.

Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg

Ansturm auf FFP2-Masken

Die spitz zulaufenden weißen FFP2-Masken haben sich zum Bestseller entwickelt. Immer mehr Menschen tragen den Mund-Nasen-Schutz, um Corona-Viren keine Angriffsfläche zu bieten. Außer in Bayern reichen in den anderen Bundesländern aber auch sogenannte OP-Masken oder Masken der Standards KN95/N95.

Die von der bayerischen Landesregierung angeordnete Pflicht zum Tragen der FFP2-Masken hat bundesweit einen wahren Run auf diese Artikel ausgelöst. Mit der Folge, dass FFP2-Masken oftmals ausverkauft sind. Zumindest in vielen Märkten der dominierenden Drogerieketten fehlen sie seit Tagen im Sortiment oder sind nach kurzer Zeit vergriffen.

In den meisten Apotheken sind die begehrten Produkte nach Branchenangaben noch vorrätig. Allerdings müssen die Kunden dafür teilweise tief in die Tasche greifen. Einige Apotheken verlangen zwischen drei und sechs Euro für eine einzelne FFP2-Maske.

Einer der weltgrößten Hersteller von Masken ist der chinesische Mischkonzern BYD, der auch Elektroautos herstellt. BYD produziert nach eigenen Angaben allein in der Fabrik im südchinesischen Shenzhen täglich rund fünf Millionen Masken und 300.000 Flaschen Desinfektionsmittel. Fest steht: Der Mund-Nasen-Schutz wird noch sehr lange ein täglicher Begleiter sein, um mit Sicherheit durch die Pandemie zu kommen.

Ralf Loweg / glp

Leben ohne Smartphone: Geht das wirklich?

Das Smartphone ist aus unserem Leben kaum wegzudenken. Denn diese kleinen Computer sind wahre Alleskönner. Man kann damit durchs Internet surfen, navigieren, Nachrichten schreiben, Fotos machen – oder ganz einfach nur telefonieren. Der Haken: Wer immer die neuesten Produkte der Branchenführer haben möchte, braucht jede Menge Geld.

Das Kuriose: Deutschen mit einem Haushaltseinkommen unter 1.500 Euro fällt ein Handyverzicht deutlich schwerer als einkommensstärkeren Haushalten. Zudem sind die Haushalte von Geringverdienern oft schlechter mit elektronischen Geräten ausgestattet. Das zeigt eine repräsentative Verivox-Umfrage.

Vier Wochen ohne Fernsehen oder Streaming ist für deutsche Haushalte der zweitschlimmste Verzicht: hier liegen die Werte mit 32 Prozent bei Kleinverdienern und 33 Prozent bei den höheren Einkommensgruppen nahezu gleichauf. Bei den Antworten konnte aus einer Liste von insgesamt zehn alltäglichen Dingen und Aktivitäten gewählt werden (darunter Fernsehen, Alkohol trinken, Fleisch essen, Rauchen, Sex und Sport).

Alle befragten Personen besitzen ein Smartphone, unabhängig vom monatlichen Budget. Doch beim Besitz anderer elektronischer Geräte sind höhere Einkommensgruppen oft besser ausgestattet. So haben Haushalte mit einem geringeren Einkommen als 1.500 Euro nur zur Hälfte ein Tablet zu Hause (51 Prozent), bei den finanzstärkeren Haushalten liegt der Prozentsatz bei 76 Prozent.

Unterschiede zwischen den Einkommensgruppen zeigen sich auch, wenn nach der Bedeutung des Smartphones insgesamt gefragt wird. So sagen 28 Prozent der Kleinverdiener, das Gerät stelle für sie „den größten Ablenkungsfaktor“ dar. In den finanzstärkeren Haushalten geben das nur 16 Prozent an. Über alle Einkommensunterschiede hinweg sehen mit 60 Prozent die meisten Befragten ihre Geräte als „Kommunikationszentrale“.

Ralf Loweg / glp

So sparen Sie beim Hauskauf

Der Traum vom Eigenheim platzt oft an den Finanzen. Denn Grundstück, Gebäude, Ausbau und Umzug haben ihren Preis. Auch das Finanzamt bittet Käufer zur Kasse. Denn beim Erwerb eines Grundstücks wird die Grunderwerbsteuer fällig. Diese beträgt in der Regel mehrere Tausend Euro. Für den Staat eine wahre Goldgrube: 2019 nahmen die Länder nach Angaben von Statista so fast 16 Milliarden Euro ein. Kann man da irgendwie etwas sparen? 

Beim Erwerb einer Immobilie oder eines Grundstücks fällt in Deutschland stets die Grunderwerbsteuer (GrESt) an. Die GrESt wird von den Bundesländern erhoben, sodass die Höhe regional sehr unterschiedlich ausfallen kann. Im Prinzip können die Vertragspartner entscheiden, wer die Summe zahlt: Käufer oder Verkäufer. In den allermeisten Fällen wird aber im Vertrag vereinbart, dass der Käufer dafür aufkommt.

Die GrESt bemisst sich nach der sogenannten „Gegenleistung“. Diese besteht aus dem Kaufpreis und vom Käufer übernommenen Belastungen. Beim Kauf eines unbebauten Grundstücks kann auch der gleichzeitig oder später geschlossene Vertrag über die Bebauung vom Finanzamt bei der Bemessung berücksichtigt werden, wenn der Bauvertrag mit dem Verkäufer oder einem mit ihm verbundenen Dritten geschlossen wird.

Wenn es sich beim Grundstückserwerb um eine Schenkung oder eine Erbschaft handelt, ist man von der GrESt befreit. Das gilt auch für einen Verkauf unter Eheleuten. Bei kleinen Transaktionen unter 2.500 Euro Kaufpreis fällt auch keine Steuer an. Eine kleine Änderung der Grundstücksgrenze zum Nachbarn dürfte also steuerfrei bleiben.

Sparen kann man, indem man den Kaufpreis senkt. Obwohl kaum ein Verkäufer sich ohne Weiteres darauf einlässt, kann das Inventar der Immobilie einen Ausweg bieten. Alles, was nicht untrennbar zur Immobilie gehört, wird als Inventar gesehen und nicht in die Bemessungsgrundlage aufgenommen.

Zum Inventar gehören unter anderem folgende Gegenstände: Küche, Gartenhäuschen, Grundstücksbeleuchtung und Möbel. Das Inventar und sein Wert müssen im Kaufvertrag festgehalten werden. Macht die Summe des Inventars nicht mehr als 15 Prozent des Kaufpreises aus, beziehungsweise liegt nicht über 50.000 Euro, ist ein weiterer Nachweis – etwa durch Kaufbelege – nicht nötig.

Ralf Loweg / glp

Psychischer Ausnahmezustand: 33-Jähriger ruft Polizei auf den Plan und weitere Meldungen aus der Region

Sersheim: 33-Jähriger nach mehreren Vorfällen in psychiatriche Einrichtung gebracht

Ein 33-jähriger Mann löste in der Nacht zum Donnerstag in Sersheim mehrere Einsätze aus. Die Bilanz sind drei Strafanzeigen und ein Verstoß gegen die Corona-Verordnung, die dazu führten, dass er in Gewahrsam genommen und in eine psychiatrische Einrichtung gebracht werden musste.

Bereits am Mittwoch gegen 16:30 Uhr hatte der leicht alkoholisierte Mann in der Straße „Am Markt“ randaliert. Hierbei riss er einem 27-jährigen Mann die Mund-Nase-Bedeckung vom Gesicht und verletzte diesen leicht. Die alarmierten Polizeibeamten erteilten dem 33-jährige nach der Anzeigenaufnahme einen Platzverweis. Mehrere Stunden später rückten die Beamten des Polizeireviers Vaihingen/Enz erneut aus. Anwohner hatten die Polizei gegen 01:15 Uhr verständigt, da der 33-jährige in der Sedanstraße „Klingelputzen“ veranstaltete. Die Beamten nahmen den Verstoß gegen die Ausgangsbeschränkung auf und sorgten dafür, dass er nach Hause kam. Keine zweieinhalb Stunden später entleerte derselbe Mann in einem Mehrfamilienhaus, in dem er auch wohnt, einen Feuerlöscher. Ein Zeitungsausträger deutete das versprühte Löschpulver als Rauch und alarmierte die Feuerwehr. Die freiwilligen Feuerwehren Sersheim, Sachsenheim und Vaihingen an der Enz rückten mit fünf Fahrzeugen und 27 Einsatzkräften aus. Die ebenfalls hinzugezogenen Polizeibeamten nahmen den 33-jährigen, der mutmaßlich unter dem Eindruck einer psychischen Ausnahmesituation stand, schließlich in Gewahrsam und mussten sich dabei auch noch Beleidigungen von ihm anhören.

Ludwigsburg: Unbekannte zündeln in der Brünner Straße

Am Mittwochnachmittag trieben zwei Unbekannte in der Brünner Straße im Ludwigsburger Osten ihr Unwesen. Sie wurden von Passanten gegen 16.15 Uhr beobachtet wie sie im Bereich eines Spielplatzes zunächst etwas in einen Mülleimer und kurz darauf in einen Hundekotbeutelspender warfen. Beide Behältnisse begannen hierauf zu rauchen bzw. zu brennen. Die Passanten löschten die entstehenden Brände mit Schnee und Sand. Mutmaßlich dürfte kein Sachschaden entstanden sein. Die beiden Täter, es dürften sich um zwei Kinder bzw. Jugendliche im Alter zwischen 13 und 15 Jahren gehandelt haben, ergriffen die Flucht in Richtung der Friedrichstraße. Sie wurden als schmächtig beschrieben und trugen dunkle Kleidung sowie Mund-Nase-Bedeckungen. Weitere Hinweise nimmt das Polizeirevier Ludwigsburg, Tel. 07141 18-5353, entgegen.

Gemmrigheim: Brand auf Balkon

Möglicherweise eine im Aschenbecher vergessene Zigarette hat am Donnerstag gegen 14:30 Uhr zum Brand auf einem Balkon im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses im Bussardweg geführt. Dabei wurden die Balkonmöbel, die Holzdecke über dem Balkon und die Fassade in Mitleidenschaft gezogen. Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 30.000 Euro geschätzt. Personen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden. Die Feuerwehren aus Gemmrigheim, Besigheim und Kirchheim waren mit 24 Einsatzkräften und sechs Fahrzeugen und der Rettungsdienst mit drei Einsatzkräften am Brandort.

Murr: Unfallflucht auf Discounter-Parkplatz

Das Polizeirevier Marbach am Neckar, Tel. 07144 900-0, sucht Zeugen, die am Mittwoch zwischen 06.00 Uhr und 14.00 Uhr auf dem Parkplatz eines Discounters eine Unfallflucht beobachtet haben. Der bislang unbekannte Fahrzeuglenker stieß vermutlich beim Rangieren gegen das Heck eines Honda und beschädigte diesen. Durch den Unfall entstand ein Sachschaden, der auf etwa 1.000 Euro geschätzt wurde. Am Honda konnten die unfallaufnehmenden Polizeibeamten roten Lack feststellen, der mutmaßlich vom Fahrzeug des Unbekannten stammen dürfte.

Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg

 

ADAC-Bilanz: Das sind die „weißen Riesen“ 2020

Elektroautos spielen auch im Testprogramm eine immer größere Rolle. Der ADAC beispielsweise hat 2020 insgesamt 95 Pkw unter die Lupe genommen – und 38 Fahrzeuge davon hatten einen alternativen Antrieb. Zeit, eine Bilanz zu ziehen.

Elektro- und Hybridfahrzeuge rangieren beim ADAC in allen drei Vergleichsszenarien auf den vordersten Plätzen: sei es im Autotest, dem Preis-Leistungsvergleich oder im Ecotest. Doch es sind nicht die gleichen Modelle, die dabei das Rennen machen.

Mit einer Note von 1,9 führen der Audi e-tron Sportback und der Porsche Taycan 4S die Hitliste im ADAC-Autotest an. Beide überzeugen nicht nur mit ihrem Elektroantrieb. Sie sind zudem mit gemessenen 400 Kilometern Reichweite, gutem Platzangebot, hoher Ladeleistung für schnelles Aufladen und sehr gutem Federungskomfort überaus alltagstauglich.

Ganz anders sieht die Rangfolge aus, wenn die Noten aus dem Autotest mit den Kosten verrechnet werden (Verhältnis 1:1). Der VW e-up! (Note 1,9) führt die Liste an, gefolgt von weiteren Pkw mit alternativen Antrieben (Note 2,0): Honda Jazz, Peugeot e-208 und SEAT Mii electric. Neben der guten Technikwertung schlägt hier die Umweltprämie durch, die für Elektro- und Plug-in-Antriebe gewährt wird und den Kostenfaktor verringert.

Sparsamkeit und Sauberkeit sind die Bewertungskriterien beim ADAC Ecotest. Fünf Sterne und damit die Höchstzahl erzielen nahezu ausschließlich kleine Elektrofahrzeuge, deren Verbrauchsbilanz glänzend ausfällt. Hyundai Ioniq Elektro, VW e-up!, der baugleiche Seat Mii electric und der elektrische Mini Cooper SE werden für ihren geringen Energieverbrauch und damit niedrigen CO2- und Schadstoffausstoß belohnt.

Daher schneiden größere und schwerere Stromer mit mehr Energiebedarf schlechter ab: So kommen Audi e-tron 55 Sportback und Mercedes EQC mit einem Verbrauch von 24,4 kWh/100 km (Audi) bzw. 27,6 kWh/100 km (Mercedes) nicht über drei Sterne hinaus.

Plug-in-Hybride schneiden im ADAC-Ecotest uneinheitlich ab: Große und schwere Autos wie der BMW X5 und der Mercedes GLE werden auch mit Plug-in-Technik keine umweltfreundlichen Autos und bekommen nur einen Stern.

Dass es auch anders gehen kann, beweisen der Volvo V60 Twin Engine und der Hyundai Ioniq Plug-in, die sich mit niedrigem Verbrauch (Hyundai: 3,1 Liter Super und 8,0 kWh Strom je 100 Kilometer) und guter Abgasreinigung (Volvo) vier Sterne sichern.

Ralf Loweg / glp