Bahn verschärft Corona-Maßnahmen

Zum Schutz vor einer Infektion sollen Bahnreisende ab sofort nur noch einen Sitzplatz pro Reihe buchen können. Auch zusätzliche Züge sollen für mehr Abstand zwischen Reisenden sorgen. Und die Maskenkontrollen werden verschärft, heißt es.

Die von der Politik formulierten Anforderungen setzt die Bahn nun vor allem mit Maßnahmen um, über die bereits zuvor diskutiert worden war . „In den kommenden Wochen sorgen wir für noch mehr Abstand und Platz. Ab Mitte Dezember bieten wir darüber hinaus mit neuen Zügen zusätzlich tausende Sitzplätze und häufigere Fahrten auf vielen Hauptstrecken“, sagt DB-Vorstandsmitglied Berthold Huber.

ANZEIGE

Kunden, die alleine im Großraumwagen reisen, soll dann automatisch bei der Reservierung nur noch der Fensterplatz angeboten werden. Bei Sitzen an Tischen sind nur die diagonal gegenüberliegenden Plätze reservierbar, in Abteilen nur zwei Sitze. Für alle, die zu mehreren Personen verreisen, will die Bahn besondere Bereiche einrichten. „Diese tragen zusätzlich zum Infektionsschutz bei, da sich gemeinsam Reisende so nicht im Wagen verteilen“, erklärt die Bahn.

Mit den neuen Regeln bietet der Konzern nur noch für 60 Prozent aller Sitzplätze eine Reservierung an. Diese wird zwar grundsätzlich allen Reisenden empfohlen, verpflichtend ist es aber nicht. Gegen eine solche Pflicht hatte vor allem der Fahrgastverband „Pro Bahn“ argumentiert. „Tagespendler wollen sich auf den Pendlerstrecken kurzfristig entscheiden können, welchen Zug sie nehmen. Eine Reservierungspflicht würde zu einem Ausweichen auf Regionalzüge führen, womit sie kontraproduktiv wird, da in diesen das Abstandhalten völlig unmöglich würde“, so der Verband.

Ralf Loweg / glp

Medizinische Masken in Bus und Bahnen werden ab Montag Pflicht

Die neue Corona-Verordnung des Landes sieht eine Tragepflicht von medizinischen Masken (FFP2- oder OP-Masken) im öffentlichen Personennahverkehr und beim Einkaufen vor. Ab Montag, 25. Januar, 0 Uhr, gilt in allen Bahnhöfen und Haltestellen im gesamten VVS die neue Regelung. Stoffmasken, Kinnvisiere, Schals, Buffs und ähnliches sind damit während der Fahrt und beim Warten nicht mehr erlaubt. Medizinische Masken filtern Viren und haben deshalb haben eine höhere Schutzwirkung als Alltagsmasken sowohl für den Träger selbst und auch für andere. Dies ist gerade vor dem Hintergrund möglicher besonders ansteckender Mutationen des Virus entscheidend.

VVS, S-Bahn, SSB und die regionalen Busunternehmen werden Fahrgäste über ihre Medien, in der Dynamischen Fahrgastinformation (DFI) und mit Durchsagen auf die Pflicht hinweisen.

ANZEIGE

Die Bahnen und Busse im VVS fahren weiterhin in vollem Umfang (nur mit geringen Einschränkungen im Nacht- und Schülerverkehr). Damit können wichtige Wege zum Einkaufen, zum Arzt oder zur Apotheke auch weiterhin mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. Auch Fahrgäste in systemrelevanten Berufen sowie Pendler können sich damit auf Bus und Bahn verlassen. S- Bahnen und viele Stadtbahnen werden viel weniger genutzt als früher, vor allem auch weil keine Schüler fahren. Teilweise sind Bahnen und Busse nur noch zu einem Drittel besetzt. Dadurch haben Fahrgäste sehr viel Platz in den Fahrzeugen und können weitgehend den Abstand untereinander einhalten.

red