Beim Urlaubs-Mietwagen auf die Versicherung achten

Das kann die Urlaubsstimmung kräftig verhageln: Laut des Vergleichsportals Verivox sind Mietwagen im Ausland bei Haftpflichtschäden oft unterversichert. Nach einem selbst verschuldeten Unfall kommen hohe Forderungen auf den Verursacher zu.

„Wer einen Mietwagen bucht, sollte Haftpflichtschäden mindestens bis zur Höhe von einer Million Euro versichern, besser zehn Millionen. In einigen beliebten Urlaubsländern reichen jedoch die Mindestversicherungen nicht aus, um teure Haftpflichtschäden zu bezahlen“, sagt Wolfgang Schütz, von der Verivox Versicherungsvergleich GmbH.

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Zwei Beispiele: In der Türkei decken die Autovermieter teilweise Schäden nur bis 12.430 Euro ab, im US-Bundesstaat Kalifornien liegt die Untergrenze bei nur 5.000 Dollar. „Urlauber sollten schon bei der Buchung zu Hause für ausreichend Versicherungsschutz sorgen“, so Schütz.

Im EU-Ausland liegt die Mindestversicherung bei 1,12 Millionen Euro. Allerdings: 89 Prozent aller deutschen Kfz-Versicherungstarife schließen laut einer Verivox-Analyse die Mallorca-Police in den Versicherungsschutz des heimischen Autos ein. Die Police gilt für Mietwagen, die im europäischen Ausland angemietet werden, und sie erhöht den Versicherungsschutz des Mietwagens auf das Niveau der Kfz-Haftpflicht zu Hause.

Ein Teil dieser Zusatzbausteine (acht Prozent) erfüllt lediglich die gesetzliche Mindestdeckung – also 1,2 Millionen Euro für Sachschäden und 7,5 Millionen Euro für Personenschäden. 81 Prozent Tarife stocken den Schutz jedoch bis zur kompletten inländischen Versicherungssumme auf – also 100 Millionen Euro. Dann sind Reisende in vollem Umfang geschützt. Die Mallorca-Police gilt allerdings nur im europäischen Ausland. Ob der asiatische Teil der Türkei eingeschlossen ist, hängt vom Versicherer ab.

Wer zu Hause bucht, kann in Ruhe suchen. Dann sind in fast allen Mietstationen auch Angebote mit ausreichendem Versicherungsschutz von einer Million Euro oder mehr zu finden, wie eine Auswertung des Portals billiger-mietwagen.de zeigt. „Diese Angebote sind etwas teurer als die Basis-Angebote, aber unbedingt ihr Geld wert“, heißt es dort. Bei einer Woche Türkei-Urlaub beträgt der Aufpreis für die bessere Haftpflichtdeckung in einer Modellrechnung nur etwa 1,50 Euro pro Tag. Für Thailand sind es etwa 4,50 Euro. In Brasilien kommen etwa zwei Euro pro Miettag hinzu.

Es gibt aber auch spezielle Traveller-Policen, die Urlauber in Deutschland abschließen können. Damit lässt sich die Haftpflicht-Versicherungssumme jedes Mietwagens weltweit auf eine Million Euro erhöhen. Grundlage ist aber immer, dass der Mietwagenverleih zumindest die Mindestsummen einhält, die vor Ort gesetzlich vorgeschrieben sind. Einen ähnlichen Schutz bieten manche Kreditkarten in ihren Zusatzleistungen. Es sind jedoch teure Karten mit vielen Extras, die ab 100 Euro im Jahr kosten. Außerdem muss der Mietwagen mit der Karte gebucht und bezahlt werden.

Noch ein Problem: Alle Mietwagen, die Reisende von Deutschland aus über Vergleichsportale buchen, sind zwar bei Kaskoschäden versichert. Oft liegt die Selbstbeteiligung aber bei mehr als 1.000 Euro. Gegen einen Aufpreis lässt sich die Selbstbeteiligung auch abwählen. „Das kostet bei einer Online-Buchung im Voraus oft zwei bis vier Euro pro Miettag“, heißt es bei Verivox. „Entscheiden sich Kunden erst am Schalter dafür, werden häufig 16 Euro pro Tag berechnet.“

Rudolf Huber / glp

Home-Office darf gerne bleiben

Die Corona-Pandemie hat der Arbeit aus dem Home-Office einen starken Schub beschert. 53 Prozent der berufstätigen Deutschen arbeitet zumindest teilweise von Zuhause aus, 21 Prozent sogar 5 Tage pro Woche. Und die Deutschen haben offenbar Gefallen an der Arbeit in den eigenen vier Wänden gefunden. 85 Prozent derjenigen, die Home-Office nutzen, wollen dies beibehalten, wenn die coronabedingten Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen endgültig aufgehoben werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von immowelt mit 18.000 Teilnehmern.

Für viele Menschen verbessert Home-Office die Work-Life-Balance: Berufstätige sparen wertvolle Zeit durch den Wegfall des Arbeitsweges, können die Arbeit flexibler auf den Tag verteilen und Familie und Beruf besser in Einklang bringen.

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Trotz allem scheint für die Mehrheit der Deutschen durchgängiges Home-Office, so wie es aktuell bei vielen Alltag ist, nicht die ideale Lösung. Die meisten bevorzugen eine Mischform aus Büro und Zuhause. 23 Prozent der Berufstätigen, die derzeit von Zuhause aus arbeiten, sprechen sich in der Befragung für künftig 3 Tage Home-Office pro Woche aus. Bei einer regulären 5-Tage-Woche würden das dann 2 Tage im Büro entsprechen. Weitere 21 Prozent würden gerne nach der Corona-Krise 2 Tage von Zuhause aus arbeiten, also 3 Tage im Büro. Zusammen wünschen sich also 44 Prozent ein Arbeitsmodell mit ausgeglichenen Arbeitszeiten im Büro und im Home-Office. Online-Meetings und Videokonferenzen scheinen auf Dauer den persönlichen Kontakt mit den Kollegen nicht ersetzen zu können. Ganz auf die Vorzüge von Home-Office wollen aber die meisten nicht mehr verzichten. Nur 15 Prozent möchten nicht mehr in den eignen vier Wänden arbeiten. Das komplette Gegenteil wünschen sich 20 Prozent der Befragten: Sie möchten 5 Tage im Home-Office arbeiten.

Interessant: Dadurch, dass Berufstätige durch Home-Office nicht mehr jeden Tag ins Büro pendeln müssen, haben sich auch die Ansprüche an den eigenen Wohnort verändert. So wird durch die Arbeit von zuhause oftmals mehr Platz benötigt. Auch die Nähe zur Natur und ein eigener Garten haben an Bedeutung gewonnen. Daher planen 19 Prozent der berufstätigen Großstadtbewohner (Stadt mit mehr als 500.000 Einwohnern), die sich künftig Home-Office wünschen, in den kommenden 12 Monaten aus der Stadt wegzuziehen. Bei knapp der Hälfte der Home-Office-Befürworter (44 Prozent) ist dieser Entschluss erst während der Corona-Pandemie gereift. Die Unzufriedenheit mit den eigenen Wohnverhältnissen scheint durch die viele Zeit zuhause stark angewachsen. Allzu weit hinaus aufs Land soll es allerdings nicht gehen, dafür scheinen die Vorzüge der Stadtnähe noch zu groß. Die meisten wollen in eine kleinere Großstadt (40 Prozent) oder in den Speckgürtel (30 Prozent) ziehen.

Andreas Reiners / glp