Corona-Impfung: In Baden-Württemberg wurden innerhalb eines Tages 5.286 Menschen geimpft

Seit Sonntag 27.12. wird in Deutschland offiziell gegen das Coronavirus geimpft. Am Dienstag hat das Robert-Koch-Institut weitere Zahlen veröffentlicht. Demnach ließen sich laut dem RKI bereits 688.782 Menschen mit dem Impf-Wirkstoff von Biontech und Pfizer impfen (Stand: 12.01. – 08.00Uhr)

Der Anstieg im Vergleich zum Vortag betrug für Deutschland 60.858 Impfungen. In Baden-Württemberg wurden bis Montag 73.776 Personen geimpft. Das sind 5.286 mehr als am Vortag. Pro 1.000 Einwohner wurden im Land bisher 6,6 Impfungen vorgenommen. Im Vergleich mit den anderen Bundesländern rangiert damit das Land im Südwesten auf Platz 13 von insgesamt 16. Den höchsten Impfwert weist das Land Mecklenburg-Vorpommern mit 16,7 Impfungen pro 1.000 Einwohnen aus.

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Es kann vorkommen, dass Meldungen einzelner Bundesländer vervollständigt oder korrigiert werden. In diesen Fällen wird die Tabelle nachträglich aktualisiert.

Unter den bisher Geimpften sind 262.219 Bewohner von Pflegeheimen. 330.613 Personen erhielten die Impfung aus beruflichen Gründen, darunter fällt medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko sowie Personal in der Altenpflege.

RS Bundesland Impfungen kumulativ Differenz zum Vortag Impfungen pro 1.000 Einwohner Indikation nach Alter Berufliche Indikation Medizinische Indikation Pflegeheim-bewohnerIn
08 Baden-Württemberg 73.776 5.286 6,6 38.372 20.848 2.909 11.326
09 Bayern 135.986 15.850 10,4 31.681 68.550 2.310 44.715
11 Berlin 33.798 1.784 9,2 22.634 10.632 105 20.422
12 Brandenburg 15.091 1.028 6,0 2.426 12.430 118 1.162
04 Bremen 6.999 682 10,3 1.073 2.993 44 2.733
02 Hamburg 14.273 1.578 7,7 4.944 6.649 692 3.675
06 Hessen 57.475 3.114 9,1 15.315 33.237 2.915 22.059
13 Mecklenburg-Vorpommern 26.926 1.553 16,7 1.596 13.895 342 12.311
03 Niedersachsen 54.168 7.607 6,8 11.768 27.608 9.632 29.107
05 Nordrhein-Westfalen 124.637 3.783 6,9 0 57.067 0 67.578
07 Rheinland-Pfalz 36.466 5.947 8,9 7.095 19.277 9 10.085
10 Saarland 10.130 973 10,3 7.656 1.435 0 3.535
14 Sachsen 23.701 3.945 5,8 1.805 19.173 1 4.527
15 Sachsen-Anhalt 24.413 2.499 11,1 7.572 11.977 1.075 11.655
01 Schleswig-Holstein 38.426 3.987 13,2 11.324 15.015 5.175 16.080
16 Thüringen 12.517 1.242 5,9 1.074 9.827 45 1.249
Gesamt 688.782 60.858 8,3 166.335 330.613 25.372 262.219

 

ÜBERSICHT: IMPFUNGEN PRO TAG

Datum Gesamtzahl Impfungen
27.12.20 23.621
28.12.20 19.060
29.12.20 42.268
30.12.20 56.702
31.12.20 37.533
01.01.21 30.300
02.01.21 44.459
03.01.21 24.236
04.01.21 47.563
05.01.21 49.343
06.01.21 54.231
07.01.21 55.836
08.01.21 55.678
09.01.21 52.310
10.01.21 34.784
11.01.21 60.858

Quelle: RKI – (Stand 12.01. 08.00Uhr)

red

Gewerkschaft NGG: 17 Prozent weniger Minijobs im Gastgewerbe im Landkreis Ludwigsburg

Wenn die Pandemie den Job kostet: Im Zuge der Coronakrise ist die Zahl der Minijobs im Landkreis Ludwigsburg um 6 Prozent gesunken. Mitte vergangenen Jahres gab es rund 47.500 geringfügig entlohnte Arbeitsverhältnisse – ein Jahr zuvor waren es noch 50.400. Besonders stark war der Rückgang im Gastgewerbe. In der Branche gingen binnen eines Jahres 867 Minijobs verloren – ein Minus von 17 Prozent. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung- Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich hierbei auf neueste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. „450-Euro-Kräfte zählen zu den Hauptverlierern der Wirtschaftskrise. Sie haben bislang keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, werden häufiger gekündigt und sind sozial kaum abgesichert“, sagt Hartmut Zacher, Geschäftsführer der NGG-Region Stuttgart.

Die Statistik spiegele eine „enorme Unwucht“ auf dem heimischen Arbeitsmarkt wider. Während dank staatlicher Hilfen wie der Kurzarbeit die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen in der Region nahezu konstant geblieben sei, treffe die Pandemie prekär Beschäftigte besonders hart. Nach dem Prinzip „Hire and Fire“ (Heuern und Feuern) lebten sie in ständiger Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. „Betroffen sind gerade Frauen, die eine 450-Euro- Stelle als Kellnerin oder Küchenhilfe oft als einzige Einnahmequelle haben. Auch für viele Studierende, die sich nebenher etwas hinzuverdienen, sind die Folgen des Jobverlustes dramatisch“, betont Zacher.

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Der Gewerkschafter kritisiert die Entlassungen, hat aber angesichts der historischen Krise Verständnis für die Lage der Hotels und Restaurants. „Das Problem ist vielmehr, dass die Politik durch abgabenfreie Minijobs schon seit Jahren falsche Anreize setzt. Es ist höchste Zeit, diese Stellen sozialversicherungspflichtig zu machen.“ Nur wenn Sozialabgaben, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge gezahlt würden, könnten Beschäftigte wirksam geschützt werden.

Eine Heraufsetzung der Verdienstgrenze bei den Minijobs auf monatlich 600 Euro, wie sie derzeit Teile der Union fordern, gehe dagegen „in die völlig falsche Richtung“, so Zacher. Damit werde eine prekäre Beschäftigungsform weiter ausgebaut, statt sie einzudämmen. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) würden durch eine Heraufsetzung bundesweit rund 470.000 Menschen mit regulären Stellen ungewollt zu Minijobbern. „Die Coronakrise hat den Blick auf viele gesellschaftliche Probleme gelenkt. Dazu gehören die Minijobs. Die Politik muss hier arbeitsmarktpolitisch umsteuern“, fordert Zacher.

Zum Vergleich: Laut Arbeitsagentur nahm die Zahl sozialversicherungspflichtiger Stellen im Landkreis Ludwigsburg zwischen Juni 2019 und Juni 2020 um lediglich 0,5 Prozent ab.

red