Der Retter der Marke Bugatti

Vor 30 Jahren wurde die Edelmarke Bugatti neu geboren. Dank des Auto-Enthusiasten Romano Artioli und des Modells EB 110 steigt sie – zum 110. Geburtstag des Unternehmensgründers Ettore Bugatti – wie Phönix aus der Asche.

„Romano Artioli ist ein Stück Geschichte unserer Marke“, sagt Bugatti-Präsident Stephan Winkelmann. Dank seiner Initiative und Beharrlichkeit sei Bugatti wiederbelebt worden. „Seine Energie und Begeisterung, seine ungebrochene Leidenschaft für Bugatti hat der Marke geholfen, sie ins 21. Jahrhundert zu transportieren“,betont der heutige Marken-Patron.

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Artiolis Liebe zu Autos hängt mit seiner Herkunft zusammen. In der Nähe von Mantua geboren, der Heimatstadt des Rennfahrers Tazio Nuvolari, faszinieren ihn als Kind Rennfahrer und ihre Autos. Mit zwölf Jahren verschlingt er ein Buch über Auto-Führerscheine. „Danach war für mich klar, dass mein Leben Autos und Motoren gehören würde“, erzählte er einmal dem Magazin Classic Driver. In Bozen studiert Artioli Maschinenbau, nach dem Krieg repariert er Autos.

Als Artioli 1952 vom (vorläufigen) Ende der Produktion von Bugatti hört, ist er 20 Jahre alt und geschockt. Er schwört sich: „Wenn niemand auf die Situation bei Bugatti reagiert, werde ich so lange arbeiten, bis ich die Marke eines Tages zurückbringen kann.“

Es sollte 39 Jahre dauern, ehe er sein Ziel erreicht. Seinen Unterhalt verdient der Italiener in den nächsten Jahren als Importeur unter anderem von Fahrzeugen, von GM und Suzuki. Er wird zum größten Importeur von japanischen Autos in Italien und der größte Automobilhändler von Ferrari. Seine private Autosammlung umfasste damals viele historische Fahrzeuge von Bugatti.

Mitte der 1980er-Jahre beginnt der Italiener mit der französischen Regierung über den Kauf der Marke zu verhandeln – zwei Jahre lang diskret und verdeckt. 1987 gründet er die Bugatti Automobili S.p.A. und wird Vorsitzender. Artioli will die Firma zunächst in Molsheim auferstehen lassen.

„Molsheim ist vergleichbar mit Maranello in Italien und Hethel in England. Es ist ein Tempel für Bugatti, doch es gab seinerzeit weder Hallen noch Techniker in der Region“, sagt der 88-Jährige. Er bittet Enthusiasten der Marke um Unterstützung seines Vorhabens, um eine Verbindung zwischen Molsheim und einem neuen Standort herzustellen – Campogalliano.

In der Nachbarschaft von Ferrari, Maserati, De Tomaso und Lamborghini entsteht in den folgenden Jahren mit hohem planerischen Aufwand auf 240.000 Quadratmetern die modernste Automanufaktur der Welt – mit Verwaltungsgebäude, Designstudio, Motor- und Testentwicklung, Produktionshallen, Teststrecke und Fahrzeugausstellung. Die Hallen sind offen, lichtdurchflutet und mit Klimaanlagen versehen, so dass die Mitarbeiter das Gefühl haben, sie sitzen im Freien.

Als Architekten engagiert er seinen Cousin Giampaolo Benedini, der ein beeindruckendes Gebäude entwirft – es inspiriert anschließend auch andere Hersteller. Benedini überarbeitet zudem den ersten Entwurf des künftigen Supersportwagens, glättete die scharfen Kanten und die extreme Keilform.

„Beim EB 110 mussten wir Grenzen verschieben. Bei der Performance und der Qualität, das war ich Ettore Bugatti schuldig. Stückzahlen waren weniger wichtig als kompromisslose Qualität und Innovationen“, erklärt Artioli, der heute zwischen seinem Büro in Lyon und dem Familienwohnsitz in Triest pendelt.

Der EB 110 entsteht auf einem weißen Blatt Papier und bricht mit vielen Konventionen seiner Gattung, schießt an die automobile Spitze. Er wird der beste und schnellste Supersportwagen der Welt. Der EB 110 besitzt das erste in Serie gefertigte Carbonchassis, Allradantrieb, vier Turbolader, 3,5-Liter-V12 mit fünf Ventilen pro Zylinder und 550 PS. Mit über 351 km/h Höchstgeschwindigkeit bricht der Zweisitzer mehrere Rekorde.

Vor fast 30 Jahren stellt Romano Artioli den EB 110 in Paris vor – eine Sensation vor den Augen der damaligen Prominenz: Als Schauspieler Alain Delon dann mit Artiolis Ehefrau Renata die Champs-Elysees hinunterfährt, kreischen alle Fans.

Lars Wallerang / glp

Nach Tötung von Tieren im Kreis Ludwigsburg: Taucher finden wohl Tatwaffen im Enzkanal

Taucher der Wasserschutzpolizeidirektion des Polizeipräsidiums Einsatz haben am Freitag im Enzkanal zwei Äxte aufgefunden, die mutmaßlich zur Tötung von Tieren am vergangenen Wochenende auf der Vogelinsel in Besigheim verwendet wurden (Ludwigsburg24 berichtete). Die sichergestellten Äxte werden nunmehr kriminaltechnisch untersucht.

Mittlerweile abgeschlossen ist die veterinärmedizinische Untersuchung der getöteten Schafe. Danach steht für die Ermittler fest, dass die Tiere bereits tot waren, als sie in den Enzkanal geworfen wurden. Sie waren vorher vermutlich erschlagen worden.

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Die Meldung über die Tötung der Tiere hat große Betroffenheit ausgelöst. Neben einer Tierschutzorganisation haben mehrere Privatpersonen Belohnungen für Hinweise, die zur Ermittlung des oder der unbekannten Täter führen, ausgelobt. Sie summieren sich derzeit auf 5.800 Euro.

Personen, die Hinweise zur Identität des oder der Täter geben können, werden gebeten, sich beim Arbeitsbereich Gewerbe und Umwelt, Tel. 07142 405-0, zu melden.

Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg