Deutschland, Deine Lotto-Millionäre

Lotto ist für viele Menschen in Deutschland mehr als nur ein Tippspiel. Das Ankreuzen von Kästchen hat fast schon Kult-Charakter. Klar: Den glücklichen Gewinnern winkt ja auch ein Geldsegen.

So brachte das Jahr 2020 mit zwei deutschen 90-Millionen-Euro-Gewinnen und weiteren 62 Millionären erneut Bestmarken für die europäische Lotterie Eurojackpot. Diese riesigen beiden Summen sind gleichzeitig die Einstellung des Rekordes des höchsten jemals in Deutschland ausgezahlten Lotteriegewinns.

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Die Anzahl der Eurojackpot-Millionäre stieg im Vergleich zum Vorjahr. Waren es 2019 schon erstaunliche 42 Spielteilnehmer, die bei der Lotterie Eurojackpot acht- oder siebenstellige Beträge gewannen, wuchs die Zahl 2020 auf 64 Neu-Millionäre. Das sind im Schnitt mehr als fünf Spielteilnehmer pro Monat, die eine Million Euro oder mehr erzielten.

Im Jahr 2020 kletterte die Gesamtzahl der Millionäre seit Start der Lotterie im März 2012 auf über 300. Zur Jahreswende liegt sie bei 311 Millionengewinnen, wovon 167 an deutsche Spielteilnehmer ausgeschüttet wurden. Mehr als 50 Prozent der Neu-Millionäre des Jahres 2020 kommen aus Deutschland: 37 von 64.

Auch in den weiteren europäischen Ländern, die an der Lotterie Eurojackpot beteiligt sind, wurde kräftig abgeräumt. Der höchste Lotteriegewinn des Jahres, der in ein anderes europäisches Land ging, war im Oktober 2020 der Betrag von 58,8 Millionen Euro für einen Slowaken. Der Gewinn war gleichzeitig slowakischer Landesrekord.

Ralf Loweg / glp

Gewerkschaft NGG: 17 Prozent weniger Minijobs im Gastgewerbe im Landkreis Ludwigsburg

Wenn die Pandemie den Job kostet: Im Zuge der Coronakrise ist die Zahl der Minijobs im Landkreis Ludwigsburg um 6 Prozent gesunken. Mitte vergangenen Jahres gab es rund 47.500 geringfügig entlohnte Arbeitsverhältnisse – ein Jahr zuvor waren es noch 50.400. Besonders stark war der Rückgang im Gastgewerbe. In der Branche gingen binnen eines Jahres 867 Minijobs verloren – ein Minus von 17 Prozent. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung- Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich hierbei auf neueste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. „450-Euro-Kräfte zählen zu den Hauptverlierern der Wirtschaftskrise. Sie haben bislang keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, werden häufiger gekündigt und sind sozial kaum abgesichert“, sagt Hartmut Zacher, Geschäftsführer der NGG-Region Stuttgart.

Die Statistik spiegele eine „enorme Unwucht“ auf dem heimischen Arbeitsmarkt wider. Während dank staatlicher Hilfen wie der Kurzarbeit die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen in der Region nahezu konstant geblieben sei, treffe die Pandemie prekär Beschäftigte besonders hart. Nach dem Prinzip „Hire and Fire“ (Heuern und Feuern) lebten sie in ständiger Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. „Betroffen sind gerade Frauen, die eine 450-Euro- Stelle als Kellnerin oder Küchenhilfe oft als einzige Einnahmequelle haben. Auch für viele Studierende, die sich nebenher etwas hinzuverdienen, sind die Folgen des Jobverlustes dramatisch“, betont Zacher.

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Der Gewerkschafter kritisiert die Entlassungen, hat aber angesichts der historischen Krise Verständnis für die Lage der Hotels und Restaurants. „Das Problem ist vielmehr, dass die Politik durch abgabenfreie Minijobs schon seit Jahren falsche Anreize setzt. Es ist höchste Zeit, diese Stellen sozialversicherungspflichtig zu machen.“ Nur wenn Sozialabgaben, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge gezahlt würden, könnten Beschäftigte wirksam geschützt werden.

Eine Heraufsetzung der Verdienstgrenze bei den Minijobs auf monatlich 600 Euro, wie sie derzeit Teile der Union fordern, gehe dagegen „in die völlig falsche Richtung“, so Zacher. Damit werde eine prekäre Beschäftigungsform weiter ausgebaut, statt sie einzudämmen. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) würden durch eine Heraufsetzung bundesweit rund 470.000 Menschen mit regulären Stellen ungewollt zu Minijobbern. „Die Coronakrise hat den Blick auf viele gesellschaftliche Probleme gelenkt. Dazu gehören die Minijobs. Die Politik muss hier arbeitsmarktpolitisch umsteuern“, fordert Zacher.

Zum Vergleich: Laut Arbeitsagentur nahm die Zahl sozialversicherungspflichtiger Stellen im Landkreis Ludwigsburg zwischen Juni 2019 und Juni 2020 um lediglich 0,5 Prozent ab.

red