Elektrisierend – der Audi e-tron GT

Audi startet in eine neue Ära. Mit dem e-tron GT zeigen die Ingolstädter, wie sie die Zukunft der Mobilität gestalten werden. „Das schönste Auto, das ich jemals gezeichnet habe.“ Das sagte Audi-Chefdesigner Marc Lichte, als die Marke im Herbst 2018 den Audi e-tron GT Concept als Showcar in Los Angeles präsentierte. Der rein elektrisch angetriebene Gran Turismo kommt im Frühjahr 2021 zeitgleich in zwei Versionen auf den Markt, als e-tron GT quattro und als RS e-tron GT.

Der e-tron GT teilt sich im Volkswagen-Konzern die Plattform mit dem Porsche Taycan. Der erste Eindruck des Boliden ist stimmig: die Scheinwerfer, auf Wunsch mit Laserlicht, sind ein Markenzeichen von Audi, auffällig ist ein großer Diffusor am Heck. Ein niedriger Singleframe-Grill in Wagenfarbe gefällt, ein flaches Glashaus mit früh absinkender Dachlinie prägt den Sportwagen.

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Felgen in den Größen von 19 bis 21 Zoll betonen die sportlichen Fähigkeiten des e-tron GT bereits im Stand. Der Lackfächer umfasst neun Farben, darunter den neuen Ton Taktikgrün. Je nach Lackierung ist der Singleframe in Wagenfarbe oder hellem Manhattangrau zu haben – oder zusammen mit den Seitenschwellerblenden und dem Diffusor im Optikpaket schwarz. Im Angebot sind drei unterschiedliche Carbonpakete. Auf Wunsch liefert Audi auch die Gehäuse der Außenspiegel und das komplette Dach in kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK).

Wie schon bei den aktuellen Oberklasse-Modellen von Audi gilt auch hier: Die Grundlage für gutes Design sind die Proportionen. Sprich: langer Radstand, breite Spur, große Räder und eine flache Silhouette. Der e-tron GT hat diese Proportionen. Seine Formensprache bildet den Ausgangspunkt für das Design kommender Elektromodelle von Audi – sie werden künftig ein deutlich fließender gestaltetes Exterieurdesign haben als heute.

Der Innenraum entspricht dem eines klassischen Gran Turismo: Fahrer und Beifahrer sitzen, durch eine breite Mittelkonsole voneinander getrennt, sportlich tief, die Fondsitze bieten auch Erwachsenen ausreichend Platz.

Laut dem Hersteller richtet sich der Audi e-tron GT besonders an anspruchsvolle, performance-orientierte Auto-Enthusiasten, die Wert auf Nachhaltigkeit, Design und Hightech legen. Sie sind größtenteils mittleren Alters und gebildet, weswegen sie über ein hohes monatliches Einkommen verfügen und sich auch mehrere Fahrzeuge leisten können. Ihre Leidenschaft für kultivierte Beschleunigung und ihre Liebe zum Detail sowie zu maximaler Präzision und höchster Qualität sollen sie mit Audi verbinden.

Der rein elektrische Gran Turismo von Audi bietet in beiden Motorisierungen dynamische Fahrleistungen: Der e-tron GT quattro beschleunigt in 4,1 Sekunden von null auf 100 km/h, das RS-Modell in 3,3 Sekunden (jeweils im Boost). Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 245 beziehungsweise 250 km/h (abgeregelt). Im e-tron GT quattro erzielt der vordere Elektromotor 175 kW/238 PS Leistung und der hintere 320 kW/435 PS. Beide E-Maschinen halten Reserven für extreme Fahrsituationen bereit, deshalb übertrifft die Summe ihrer Einzelleistungen die Gesamtleistung des Antriebs von 350 kW/476 PS deutlich, so der Hersteller.

Im Boost per Launch Control stehen für 2,5 Sekunden bis zu 390 kW/530 PS bereit. Das Gesamtdrehmoment beträgt 630 Nm. Beim RS e-tron GT gibt die E-Maschine an der Vorderachse ebenfalls 175 kW/238 PS ab, während der Motor im Heck 335 kW/456 PS leistet. Die Gesamtleistung beträgt 440 kW/598 PS, das Gesamtdrehmoment 830 Nm. Im Boost erhöht sich die Leistung kurzzeitig auf 475 kW/646 PS. Eine echte Rennsemmel.

An Bord ist ein Hightech-Fahrwerk mit Features wie Dreikammer-Luftfederung, Allradlenkung (Option) und geregelter Hinterachsdifferenzialsperre. Die Reichweite beträgt laut Hersteller bis zu 488 Kilometer (WLTP-Prognose), die eine Batterie mit ihren 86 kWh Nettokapazität ermöglicht.

Der Audi e-tron GT quattro startet in Deutschland zu Preisen ab 99.800 Euro und als RS e-tron GT quattro ab 138.200 Euro.

Jutta Bernhard / Mike Neumann / mid

Wahlkreis Ludwigsburg: Sechs Kandidierende proben ihren ersten Sprung in den Landtag

Von Uwe Roth

Corona gibt den Kandidierenden für die Landtagswahl am 14. März selten Gelegenheit zu einem persönlichen Schlagabtausch – in einem echten Raum und nicht auf einer Videoplattform von Zuhause aus. Am Dienstag hatten die sechs Bewerber*innen des Wahlkreises Ludwigsburg die Chance, in einer klassischen Diskussionsrunde ihre politischen Argumente auszutauschen. Da saßen sie mit gebührendem Abstand an kleinen Tischchen im großen Kinosaal des Scala Ludwigsburg. Publikum war logischerweise keines in den Rängen. Dafür standen mehrere Videokameras im Raum. Wenn es interessierte, verfolgte die knapp zweistündige Veranstaltung auf YouTube. 430 Zuschaltungen waren es.  Auf der populären Videoplattform ist diese weiterhin abrufbar. Organisatorin war die Landeszentrale für politische Bildung (LpB), die demnächst in Ludwigsburg eine Außenstelle eröffnen wird. LpB-Mitarbeiterin Rebecca Beider und der SWR-Journalist Jonas Keinert moderierten den Abend, wobei sie sich über den Ablauf der verschiedenen Fragerunden nicht immer einig war.

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Das Besondere an dieser Zusammensetzung der Kandidierenden im Wahlkreis Ludwigsburg ist, dass es keinen Platzhirsch gibt, also keinen Landtagsabgeordneten, der sein Mandat verteidigt. Bei der vorangegangenen Wahl 2016 hatte die CDU ihr Mandat im Wahlkreis verloren. Die Grünen entthronten kurz vor der Nominierungsveranstaltung ihren langjährigen Vertreter Jürgen Walter. Die übrigen Parteien waren damals leer ausgegangen.

Die Grünen ersetzten den Asperger Jürgen Walter mit der Ludwigsburgerin Silke Gericke. Die CDU schickt ebenfalls aus Ludwigsbug Professorin Dr. Andrea Wechsler ins Rennen und die SPD den Remsecker Colin Sauerzapf (SPD). Stefanie Knecht ist gleichfalls aus Ludwigsburg und bewirbt sich für die FDP. Nadia Schmidt ist auch aus Ludwigsburg und steht für Die Linke bereit. Friedemann Johannes Meyer von der AfD kandidiert zudem für den Wahlkreis Vaihingen. Er sagt von sich, dass er nicht vorhatte zu kandidieren. Aber als es seiner Partei an Freiwilligen fehlte, habe er nicht Nein sagen können. In jedem Fall ist die Konstellation so: Wer aus dem Sechserkreis die meisten Stimmen der rund 125000 Wahlberechtigten im Wahlkreis 12 (Ludwigsburg) erhält, wird als Neuling in den Landtag von Baden-Württemberg einziehen.

Gericke und Meyer kennen den Landtag als Mitarbeitende im Büro einer Abgeordneten und eines Abgeordneten. Die Grünen-Politikerin erlebt zumindest zeitweise die Regierungsarbeit der grün-schwarzen Koalition aus nächster Nähe mit. Gericke hat als Gemeinderätin in Ludwigsburg zudem kommunalpolitische Erfahrung wie auch FDP-Frau Knecht. Sauerzapft ist Gemeinderat in Remseck. Denjenigen, denen es an eigener landespolitischer Erfahrung mangelte, brachten im Wesentlichen die Vorgaben ihrer jeweiligen Partei in die Gesprächsrunden ein. Kandidatin Knecht tat dies von Beginn an mit viel Angriffslust, wie es derzeit ihr Parteikollege, der Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke vormacht.

Die Ludwigsburger Gemeinderätin ließ kein gutes Haar an der Landesregierung und deren Corona-Politik. Sie sprach von einer “bräsigen Politik”, die “undurchdacht und planlos” sei und forderte beinahe aggressiv eine sofortige Abschaffung des Lockdowns mit einer durchdachten Öffnungsstrategie. Da fühlte sich sogar Sauerzapf aufgerufen, der mit 23 Jahren jüngste Kandidat in der Runde, die Landesregierung zu verteidigen, obwohl die SPD im Landtag in der Opposition ist. Es sei nicht fair, “einfach nur gegen die Landesregierung zu schießen”, sagte er. Es gebe keine Erfahrung im Umgang mit einer solchen Pandemie. “Wir sind noch lange nicht überm Berg und müssen vorsichtig sein”, warnte er vor voreiligen Schlüssen, wie sie aus seiner Sicht Knecht aus der aktuellen Lage ziehe. Damit war er sich mit der CDU-Politikerin Wechsler einig. Auch Gericke und Schmidt widersprachen der Liberalin.

Wechsler sprach von der Notwendigkeit einer “intelligenten Öffnungsstrategie” und möglichst baldigen Rückkehr zu einer freien Marktwirtschaft – “weg von der Rettungsschirmpolitik”. So bald wie möglich müsse die Sparpolitik wieder greifen. “Die CDU steht weiter klar hinter der schwarzen Null”, versicherte sie. Gericke zeigte sich überzeugt, dass dies nicht so schnell gelingen werde. Corona werde ein großes Thema bleiben. Dementsprechend sei weiteres Geld notwendig, um aus der Krise zu kommen. Sauerzapf plädierte dafür, gegebenenfalls Kredite bereitzustellen, um den Investitionsstau abzubauen, der aus seiner Sicht durch die CDU-Sparpolitik entstanden sei. Den Investitionsstau beizubehalten, sei für die junge Generationen eine größere Belastung, als Schulden beizubehalten, sagte er. Für was der AfD-Kandidat seht, ist in seinen Antworten nicht deutlich geworden. Meyer sprach von einer “individuellen Freiheit”, die es zu sichern gelte. “Lassen Sie sich nicht leben, sondern leben Sie selbst”, wandte er sich an die Zuschauer der Wahlveranstaltung.