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Partnerstadt von Ludwigsburg freut sich über den Bau weiterer Brunnen

Die Stadt Ludwigsburg setzt die erfolgreiche Klimapartnerschaft mit Kongoussi im Nordwesten von Burkina Faso fort. Eine der wesentlichen Maßnahmen in der zweiten Projektphase bis im Jahr 2022 ist die Verbesserung der Trinkwasserversorgung in vier weiteren Dörfern der ländlichen Kommunen Kongoussis durch solarbetriebene Brunnen. Zur Freude der Bewohnerinnen und Bewohner ist der Bau der Brunnenanlagen nun gestartet.

Der Koordinator des Klimaprojekts in Kongoussi, Barthelemy Sawadogo, machte sich vor Ort selbst ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten und konnte im Dorf Tampoaga viele positive Rückmeldungen sammeln. Das Dorf hat rund 700 Einwohnerinnen und Einwohner und liegt am Ufer des Bam-Sees, weniger als 20 Kilometer von Kongoussi entfernt. Die Dorfbewohner leben hauptsächlich von landwirtschaftlichen Produkten wie Getreide (zum Beispiel Hirse) und Kuherbsen. In der Trockenzeit bauen sie am See Gemüse an, insbesondere Zwiebeln, Tomaten und Bohnen.

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„Uns fehlen die Worte, um unsere Freude und Zufriedenheit über die Fertigstellung der Wasserversorgung mit Unterstützung der Stadt Ludwigsburg auszudrücken“, sagt beispielsweise Sana Mamounata, die Beauftragte der Frauen des Dorfes. Die Frauen hatten bisher nur zwei Brunnen mit Handpumpen, vor denen sie sich jeweils anstellen mussten, um Wasser zu entnehmen. Manchmal mussten sie sogar verschmutztes Wasser vom Seeufer nehmen. Während der Regenzeit kam es dabei häufig zu Ausrutschern, Stürzen und Verletzungen, bis hin zu Knochenbrüchen. „Einen 25-Liter-Kanister auf dem Kopf zu tragen, während man einen steilen Hang hinaufgeht, ist außerdem nicht gut für die Wirbelsäule. Jetzt ist unser Leid gelindert und unsere Kinder können sauberes Wasser trinken, wann immer sie es brauchen. Bereits der Gedanke, dass ich keine so langen Wege mehr zurücklegen muss, um an Trinkwasser zu kommen, erleichtert mir das Leben.“

Dorfchef Koanda Hamado ergänzt: „Wenn man den See neben dem Dorf sieht, würde man denken, dass wir keine Wasserprobleme haben. Tatsächlich haben wir Wasser, um unser Gemüse zu bewässern, aber für sauberes Trinkwasser mussten unsere Frauen manchmal einen ganzen Tag lang anstehen. Einige verwenden daher das Wasser aus dem See, ohne an die gesundheitlichen Konsequenzen zu denken.“ Aber alle Wasserprobleme seien jetzt in naher Zukunft gelöst. Die Möglichkeit, das Wasser im eigenen Viertel vor der Haustüre zu haben, werde das Leben der Dorfbewohner verändern und insbesondere den Frauen und Kindern mehr Zeit geben, sich anderen Dingen zu widmen – zum Beispiel dem Lernen. „Vielen Dank an die Stadt Ludwigsburg für diese humanitäre Spende.“

Die erste Projektlaufzeit der Klimapartnerschaft zwischen Ludwigsburg und Kongoussi ging im Dezember 2019 zu Ende. Mehr als 20.000 Menschen profitieren bereits heute von den Maßnahmen wie dem Brunnen- und Latrinenbau. Durch Ausbildungen und Schulungen sowie den Einsatz von Multiplikatoren werden zudem die Nachhaltigkeit sowie eine langfristige Wirkung der Projekte gewährleistet. „Wir freuen uns, dass wir unsere Klimapartnerschaft trotz der aktuell schwierigen Lage fortführen können. Wasser, sanitäre Anlagen und eine entsprechende Hygiene sind für eine nachhaltige Entwicklung unverzichtbar – und in Zeiten der Corona-Pandemie gilt das ganz besonders“, betont dazu Erster Bürgermeister Konrad Seigfried.

Als weitere Aktivitäten für die zweite Projektperiode stehen außerdem die Reduzierung von Kohlendioxid-Emissionen sowie Maßnahmen zur Vermeidung von Plastikmüll in den städtischen und ländlichen Kommunen von Kongoussi auf dem Programm. Die Kosten für die in der zweiten Phase geplanten Projekte belaufen sich auf rund 480.000 Euro. 90 Prozent dieser Summe trägt der Bund, die restlichen zehn Prozent teilen sich die Stadt Ludwigsburg und der Förderkreis Burkina Faso.

Quelle: Stadt Ludwigsburg

BGH-Urteil: Wenn der Gebrauchte auf der Probefahrt gestohlen wird

Wenn ein Gebrauchtwagen einem Interessenten zu einer unbegleiteten Probefahrt übergeben, nicht zurückgegeben und danach verkauft wird, schaut es für den rechtmäßigen Besitzer schlecht aus. Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

Das war passiert: Ein Autohaus hatte einen Mercedes V 220 d im Wert von 52.900 Euro einem Interessenten überlassen – mit einer Kopie des Kfz-Scheins. Der Probefahrer hatte sich zuvor mit laut BGH “hochprofessionellen Fälschungen eines italienischen Personalausweises, einer Meldebestätigung einer deutschen Stadt und eines italienischen Führerscheins” ausgewiesen. Und war anschließend spurlos mit dem teuren Gebrauchten verschwunden.

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Dann wurde die V-Klasse laut der ARAG Experten über ein Internet-Portal angeboten und für 46.500 Euro verkauft. Als die Käuferin den Wagen mit den mitgelieferten Papieren anmelden wollte, streikte die Zulassungsstelle: Der Mercedes war als gestohlen gemeldet.

Anschließend verlangte das Autohaus die Herausgabe des Fahrzeuges und des Originalschlüssels; die Käuferin wollte im Wege der Widerklage unter anderem die Herausgabe der Original-Zulassungspapiere und des Zweitschlüssels erreichen.

Landgericht und Oberlandesgericht urteilten unterschiedlich. Letztinstanzlich entschied das BGH: Das Fahrzeug habe “von einem späteren Käufer gutgläubig erworben werden” können. Und: Die Klägerin – also das Autohaus – habe das Eigentum an dem Fahrzeug verloren (Az.: V ZR 8/19).

Rudolf Huber / glp