Jubiläum „50 Jahre Berufliche Schulen in der Trägerschaft des Landkreises Ludwigsburg“

LUDWIGSBURG. Das Jubiläum „50 Jahre Berufliche Schulen in der Trägerschaft des Landkreises Ludwigsburg“ ist am Mittwochvormittag wegen der Corona-Pandemie mit deutlich reduziertem Programm gefeiert worden. Zur Veranstaltung in der Carl-Schaefer-Schule (CSS) Ludwigsburg kamen Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, Landrat Dietmar Allgaier sowie Schulleiter*innen und Schülervertreter*innen. Landrat Allgaier zog eine positive Bilanz für die Beruflichen Schulen im Landkreis Ludwigsburg: „Ich finde, nach den 50 Jahren in der Trägerschaft können wir stolz sein auf die Entwicklung der Beruflichen Schulen im Landkreis. Die Qualität der beruflichen Bil- dung im Landkreis Ludwigsburg ist sehr hoch.“ Der Chef der Kreisverwaltung fuhr fort: „Unsere sechs Beruflichen Schulen sind bis weit über den Landkreis bekannt, zum Beispiel für die Oskar-Walcker-Schule als einzige Berufs- und Bundesfachschule in Deutschland für Orgel- und Harmoniumbau, für das Leuchtturmprojekt Lernfabrik 4.0, für die zahlreichen Bildungspartnerschaften mit Unternehmen aus dem Landkreis, für Auslandspartnerschaften und Schüleraustausche und für die neuen Bildungsgänge AVdual.“

Landrat Allgaier sah allerdings auch Parallelen zwischen der aktuellen Situation und der Situation vor der Übernahme der Trägerschaft durch den Landkreis Ludwigsburg: „Bereits Mitte der 60er gab es die Forderung nach einem Umbruch bei der Beruflichen Bildung und einer Modernisierung und Anpassung der Schulen an die Berufswelt. Der Wandel in der Arbeits- welt wird immer schnelllebiger, das Arbeiten im digitalen Zeitalter wird bestimmt von Industrie 4.0, Automatisierung und dem Einsatz von künstlicher Intelligenz. Die Beruflichen Schulen haben den Auftrag, die Schülerinnen und Schüler optimal auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Aus diesem Grund hat die Digitalisierung eine besondere Priorität für uns als Schulträ- ger.“ Der Digitalpakt und das Sofortausstattungsprogramm für bedürftige Schüler seien, so Allgaier weiter, wichtige Bau- steine, um schneller zum Ziel zu kommen. Die Förderung allein aus dem Digitalpakt für den Landkreis betrage rund 4,5 Millionen Euro. Diese Fördersumme werde der Landkreis bis 2022 vollständig abrufen können. Der Landrat bedankte sich in diesem Zusammenhang bei Ministerin Dr. Eisenmann für die finanzielle Unterstützung des Landes.

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„Unsere beruflichen Schulen und insbesondere unsere duale Ausbildung sind ein weltweites Aushängeschild und Marken- zeichen von Baden-Württemberg. Sie sind Teil der Erfolgsgeschichte unseres Landes und für unsere Wirtschaft unverzicht- bar. Die beruflichen Schulen leisten einen unschätzbaren Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen und zu deren gesellschaftlichen Integration. All dies ist ganz maßgeblich auch der Verdienst unserer Landkreise als Schulträger. Um den hohen Qualitätsstandard zu halten und weiter auszubauen, investiert der Landkreis Ludwigsburg in enger Partner- schaft mit dem Land laufend in seine Schulen und gehört bei vielen Themen, allen voran der Digitalisierung, zu den Pionie- ren“, sagte Kultusministerin Dr. Eisenmann und fügte an: „Wenn wir heute auf die 50 Jahre Schulträgerschaft blicken, so zeigt die Pandemie, wie dringend wir die Kompetenzen benötigen, die an den beruflichen Schulen vermittelt werden – bei- spielsweise im Bereich der Erziehung oder der Pflege. Berufliche Schulen sind einfach unverzichtbar.“

Zuvor hatten Eisenmann und Allgaier bei einem Frühstück mit Schüler*innen in der CSS über das gesprochen, was diese bewegt, beispielsweise was ihnen an ihrer Schule besonders gefällt, was sie verbessern würden, wie gut sie sich durch die Berufliche Schule auf das Berufsleben vorbereitet fühlen und ob die Corona-Pandemie ihre Zukunftspläne verändert hat. Eingangs hatten Ministerin und Landrat aus ihrer eigenen Schulzeit berichtet.

Der Kreistag beschloss am 29. Mai 1970 einstimmig die Übernahme der Trägerschaft durch den Landkreis, die zum 1. Au- gust 1970 begann. Der Schulentwicklungsplan gab damals vor, verschiedene Schularten unter einem Dach zusammenzufas- sen: So kam es zum Bau der Schulzentren am Römerhügel in Ludwigsburg sowie in Bietigheim-Bissingen Anfang der 1970er Jahre. Rund 60 Millionen D-Mark hat der Landkreis allein für diese beiden Schulzentren investiert. Nachdem die Schülerzahlen im ersten Jahrzehnt stark anstiegen, kam in den 80er und 90er Jahren ein erneuter Modernisierungs- und Ausbauschub. Die ehemalige High-School in Pattonville wurde 1995 durch Beschluss des Kreistags für 8,7 Millionen D- Mark gekauft und ab 1996 dort die Erich-Bracher-Schule eingerichtet. Es wurde aber nicht nur baulich, sondern auch für das Bildungsangebot viel getan. Die Schülerzahlen stiegen von 1970 bis 2020 von gut 7.000 auf knapp 10.000.

Allein die Investitionen für die Gebäude der Beruflichen Schulen ohne laufenden Unterhalt summieren sich in den 50 Jah- ren auf rund 137 Millionen Euro. „Auch wenn mit dieser Zahl kostenmäßig nicht alles erfasst wurde, finde ich diese Summe beachtlich. Das zeigt, dass sowohl der Kreistag als auch die Kreisverwaltung ausdrücklich hinter den Beruflichen Schulen stehen“, sagte Landrat Dietmar Allgaier.

red

Medizinische Masken in Bus und Bahnen werden ab Montag Pflicht

Die neue Corona-Verordnung des Landes sieht eine Tragepflicht von medizinischen Masken (FFP2- oder OP-Masken) im öffentlichen Personennahverkehr und beim Einkaufen vor. Ab Montag, 25. Januar, 0 Uhr, gilt in allen Bahnhöfen und Haltestellen im gesamten VVS die neue Regelung. Stoffmasken, Kinnvisiere, Schals, Buffs und ähnliches sind damit während der Fahrt und beim Warten nicht mehr erlaubt. Medizinische Masken filtern Viren und haben deshalb haben eine höhere Schutzwirkung als Alltagsmasken sowohl für den Träger selbst und auch für andere. Dies ist gerade vor dem Hintergrund möglicher besonders ansteckender Mutationen des Virus entscheidend.

VVS, S-Bahn, SSB und die regionalen Busunternehmen werden Fahrgäste über ihre Medien, in der Dynamischen Fahrgastinformation (DFI) und mit Durchsagen auf die Pflicht hinweisen.

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Die Bahnen und Busse im VVS fahren weiterhin in vollem Umfang (nur mit geringen Einschränkungen im Nacht- und Schülerverkehr). Damit können wichtige Wege zum Einkaufen, zum Arzt oder zur Apotheke auch weiterhin mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. Auch Fahrgäste in systemrelevanten Berufen sowie Pendler können sich damit auf Bus und Bahn verlassen. S- Bahnen und viele Stadtbahnen werden viel weniger genutzt als früher, vor allem auch weil keine Schüler fahren. Teilweise sind Bahnen und Busse nur noch zu einem Drittel besetzt. Dadurch haben Fahrgäste sehr viel Platz in den Fahrzeugen und können weitgehend den Abstand untereinander einhalten.

red