Pkw-Fahrer weicht Feldhasen aus und verliert Kontrolle

Auf der Landesstraße 1138 war der Fahrer eines Ford Fusion am Montagabend gegen 21:40 Uhr in Richtung Ludwigsburg unterwegs, als kurz vor der Abzweigung zum Seeschloss Monrepos ein Feldhase über die Fahrbahn lief. Bei dem Versuch, diesem Hasen auszuweichen, geriet der 52 Jahre alte Fahrer zunächst nach rechts in den Grünstreifen und verlor dabei die Kontrolle über sein Fahrzeug.

Der Ford kam im weiteren Verlauf nach links von der Fahrbahn ab und kippte im angrenzenden Grünstreifen auf die Beifahrerseite. Da der 52-Jährige dabei in seinem Fahrzeug eingeschlossen wurde und sich nicht selbst befreien konnte, musste er von den Feuerwehren Ludwigsburg und Freiberg am Neckar, die mit acht Fahrzeugen und 24 Einsatzkräften an der Unfallstelle waren, gerettet werden. Er wurde nach der Erstversorgung durch einen Notarzt vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht.

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Der am Fahrzeug sowie an der Grünfläche entstandene Sachschaden wurde auf insgesamt rund 1.000 Euro geschätzt. Die Landesstraße 1138 war für die Dauer der Unfallaufnahme bis 22:20 Uhr in beide Richtungen gesperrt. Zu nennenswerten Verkehrsbehinderungen kam es nicht.

Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg

Gewerkschaft NGG: 17 Prozent weniger Minijobs im Gastgewerbe im Landkreis Ludwigsburg

Wenn die Pandemie den Job kostet: Im Zuge der Coronakrise ist die Zahl der Minijobs im Landkreis Ludwigsburg um 6 Prozent gesunken. Mitte vergangenen Jahres gab es rund 47.500 geringfügig entlohnte Arbeitsverhältnisse – ein Jahr zuvor waren es noch 50.400. Besonders stark war der Rückgang im Gastgewerbe. In der Branche gingen binnen eines Jahres 867 Minijobs verloren – ein Minus von 17 Prozent. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung- Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich hierbei auf neueste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. „450-Euro-Kräfte zählen zu den Hauptverlierern der Wirtschaftskrise. Sie haben bislang keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, werden häufiger gekündigt und sind sozial kaum abgesichert“, sagt Hartmut Zacher, Geschäftsführer der NGG-Region Stuttgart.

Die Statistik spiegele eine „enorme Unwucht“ auf dem heimischen Arbeitsmarkt wider. Während dank staatlicher Hilfen wie der Kurzarbeit die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen in der Region nahezu konstant geblieben sei, treffe die Pandemie prekär Beschäftigte besonders hart. Nach dem Prinzip „Hire and Fire“ (Heuern und Feuern) lebten sie in ständiger Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. „Betroffen sind gerade Frauen, die eine 450-Euro- Stelle als Kellnerin oder Küchenhilfe oft als einzige Einnahmequelle haben. Auch für viele Studierende, die sich nebenher etwas hinzuverdienen, sind die Folgen des Jobverlustes dramatisch“, betont Zacher.

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Der Gewerkschafter kritisiert die Entlassungen, hat aber angesichts der historischen Krise Verständnis für die Lage der Hotels und Restaurants. „Das Problem ist vielmehr, dass die Politik durch abgabenfreie Minijobs schon seit Jahren falsche Anreize setzt. Es ist höchste Zeit, diese Stellen sozialversicherungspflichtig zu machen.“ Nur wenn Sozialabgaben, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge gezahlt würden, könnten Beschäftigte wirksam geschützt werden.

Eine Heraufsetzung der Verdienstgrenze bei den Minijobs auf monatlich 600 Euro, wie sie derzeit Teile der Union fordern, gehe dagegen „in die völlig falsche Richtung“, so Zacher. Damit werde eine prekäre Beschäftigungsform weiter ausgebaut, statt sie einzudämmen. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) würden durch eine Heraufsetzung bundesweit rund 470.000 Menschen mit regulären Stellen ungewollt zu Minijobbern. „Die Coronakrise hat den Blick auf viele gesellschaftliche Probleme gelenkt. Dazu gehören die Minijobs. Die Politik muss hier arbeitsmarktpolitisch umsteuern“, fordert Zacher.

Zum Vergleich: Laut Arbeitsagentur nahm die Zahl sozialversicherungspflichtiger Stellen im Landkreis Ludwigsburg zwischen Juni 2019 und Juni 2020 um lediglich 0,5 Prozent ab.

red