Risikogebiet Kreis Ludwigsburg: Das sind die Corona-Regeln

LUDWIGSBURG. Die Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis Ludwigsburg hat mit 51,5 am heutigen Mittwoch (14.10.20) den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten. Deshalb veröffentlicht der Landkreis Ludwigsburg noch am gleichen Tag eine am morgigen Donnerstag, 15.10.20, in Kraft tretende Allgemeinverfügung mit weiteren Schutzmaßnahmen gegen COVID-19. „Die Lage ist ernst. Mit den Maßnahmen hoffen wir, die weitere Ausbreitung des Virus eindämmen zu können. Dabei sind wir darauf angewiesen, dass uns die Bürger*innen im Kampf gegen COVID-19 unterstützen, in dem sie die Maßnahmen einhalten. Deshalb appellieren wir an die Vernunft der Menschen – im Interesse aller“, sagt Landrat Dietmar Allgaier.

Die wesentlichen Beschränkungen der Allgemeinverfügung sind:

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1. Begrenzung privater Feiern auf 25 Personen in öffentlichen oder angemieteten Räumen und auf 10 Personen im privaten Bereich, jeweils ohne Ausnahmemöglichkeit.

2. Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im öffentlichen Raum, wenn das Einhalten eines Abstandes von 1,5 Metern nicht möglich ist, beispielsweise in belebten Einkaufsstraßen oder innerhalb von Warteschlangen. Auf Messen und Märkten wird eine durchgängige Maskenpflicht festgelegt. Zudem erhalten die Kommunen durch eine Öffnungsklausel die Möglichkeit, in bestimmten Verdichtungszonen, in denen regelmäßig mit einer Unterschreitung des Mindestabstandes von 1,5 Metern zu rechnen ist, eine weitergehende Maskenpflicht lokal vor Ort zu regeln.

3. Für weitergehende und berufsbildende Schulen wird die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen- Schutzes auch während des Unterrichtsbetriebs am Sitzplatz dringend empfohlen, ausgenommen da-von sind Kindertageseinrichtungen und Grundschulen.

Sollte die Zahl der Neuinfektionen weiterhin so stark ansteigen wie in den vergangenen Wochen, sei eine Ergänzung und Verschärfung der Maßnahmen möglich, so Landrat Allgaier.

Keine vorzeitige Schulöffnung in Baden-Württemberg – Corona-Ausbruch in Freiburger Kita

Angedacht war von der Landesregierung eine teilweise Öffnung von Grundschulen und Kitas bereits zum 01. Februar, doch aufgrund einer in einer Freiburger Kindertagesstätte aufgetretenen Virusmutante hat Ministerpräsident Kretschmann am Mittwoch die Entscheidung über die stufenweise Öffnung vertagt. Nun müsse man zunächst die Untersuchungen bei den infizierten Menschen abwarten, gab die Landesregierung bekannt.

Aufgrund aktueller Entwicklungen hat die Landesregierung die Entscheidung über die Öffnung von Kindertagesstätten und Grundschulen verschoben. Hintergrund ist das Auftreten einer mutierten Virusvariante in einer Freiburger Kindertagesstätte. Zwei bestätigte Fälle sind bereits nachgewiesen. 21 weitere Infektionen wurden festgestellt, die jetzt untersucht werden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Ich habe immer deutlich gemacht, dass wir die Entscheidung über die Öffnung abhängig vom Pandemiegeschehen treffen und wir vor einer ganz neuen Situation stehen würden, sollte sich einer der mutierten Viren manifestieren. Bevor wir die Kinder wieder in die Kitas und Grundschulen lassen, müssen wir wissen, mit welcher Virusvariante sich die weiteren infizierten Personen in der betreffenden Kindertagesstätte angesteckt haben. Wir werden unseren Kurs beibehalten und diese Entscheidung faktenbasiert und sorgfältig treffen.“ Zunächst müsse man aber die Untersuchungen bei den infizierten Menschen abwarten.

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Die mutierte Variante sei nach Aussage der Wissenschaft wahrscheinlich ansteckender als der bisherige Virus, so Ministerpräsident Kretschmann: „Sollte sich der Mutant schon jetzt bei uns breit machen, müssten wir uns dieser neuen Lage stellen, auch darauf habe ich schon verwiesen, und die Entscheidung über die mögliche Öffnung von Grundschulen und Kindertagesstätten müsste neu bewertet und getroffen werden.“

red